Sonnenschutz je nach Hauttyp

Sonnencrème © Karolina Grabowska / Kaboompics

Wer vor 20 Jahren Lichtschutzfaktor fünf benutzt hat, galt schon als Exot: "Damit wirst du nie braun." Normal war damals Faktor zwei oder drei. Heute wissen wir mehr, denn auch mit hohen Sonnenschutzfaktoren bräunt die Haut. Die Sonnenschutzmittel vergangener Tage konnten nur UV-B-Strahlen filtern. Damit haben sie die Entstehung von Sonnenbrand zwar unterdrückt, doch durch das Fehlen von UV-A-Filtersubstanzen wurde chronischen Hautschäden der Weg bereitet.

Brauner Teint trotz Sonnenschutz

Heute haben viele Sonnenschutzmittel Breitbandfiltersysteme. Die Untergrenze der Faktoren bzw. Sun Protection Factors (SPF) trägt inzwischen der gestiegenen Strahlungsintensität Rechnung und ist auf die Zahl 12 vorgerückt. Dabei sind diese Produkte nur für vorgebräunte, sonnenunempfindliche Haut gedacht. Rothaarige und / oder hellhäutige Menschen benötigen ultra hohen Schutz, und der liegt bei SPF 50+.

Ultraviolette Strahlen sind energiereich und aggressiv

Sonnenschein enthält neben den sichtbaren optischen Strahlen einen "unsichtbaren" Anteil, das ultraviolette Licht, kurz als UV-Licht bezeichnet. Hierbei handelt es sich um elektromagnetische Strahlung mit besonders kurzer Wellenlänge. Der Bereich von 280 bis 320 Nanometer (nm) wird als UV-B-Licht bezeichnet, der von 320 bis 380 nm als UV-A-Licht.

Wer sich spärlich bekleidet und ungeschützt in der Mittagssonne ein Schläfchen gönnt, verursacht schwer wiegende Schäden in seiner Haut. Die hohe Energie der ultravioletten Strahlen verändert in den Hautzellen die Struktur von Proteinen und Nukleinsäuren.

Besonders aggressiv ist das UV-B-Licht. Treffen zu viele UV-B-Strahlen auf die Haut, so rufen sie eine Entzündung hervor: den Sonnenbrand.

Die Wirkung der UV-A-Strahlung offenbart sich nicht so direkt, ist aber viel nachhaltiger. Die Strahlung dringt bis tief in die Lederhaut ein und zerstört dort die elastischen Moleküle. Die Haut wird faltig und schlaff, es kommt zu vorzeitiger Hautalterung. UV-A-Licht wirkt sich zudem negativ auf die Binde- und Hornhaut am Auge aus. Außerdem werden durch die Freisetzung von Entzündungsmediatoren Hautreaktionen wie "Mallorca-Akne" und "Sonnenallergie" ausgelöst.

Welcher Faktor für welche Haut?

Jeder Haut- und Pigmenttyp benötigt ein anderes Produkt. Ob Gel, Creme, Stift oder Milch ist nicht nur eine Frage der persönlichen Vorliebe, sondern auch des Hauttyps und der verwendeten Filtersubstanzen im Sonnenschutzmittel. Manche Filter sind fettlöslich, manche nur wasserlöslich, manche lösen sich gar nicht, sondern befinden sich in einer "Suspension", eine Flüssigkeit mit fein verteiltem Feststoff.

Deshalb: Die richtige Galenik bzw. Konsistenz zum Haut- und Fototyp wählen. Ausführliche Beratung gibt es in Apotheken.

  Schutz Fa­k­tor (SPF) Ultra hoch ca.50+ Sehr hoch ca.40 Hoch ca.20 Mit­­tel ca.12
Kör­per Spray x x x x
Kör­per Milch x x    
Ge­­­sicht Creme (trock­ene Haut) x x x  
Ge­­sicht Gel-Creme (nor­­male Haut) x   x  
Be­­sonders em­­­pfindliche Bereiche Sun­­­blocker­stift   x    

Sonne & Medikamente vertragen sich nicht immer

Durch den Trend zu ausgiebigen Sonnenbädern tauchen in Arztpraxen immer häufiger Patienten mit eigentümlichen Hautveränderungen auf. Das Spektrum der Symptome reicht von Hautrötungen über braune Flecken bis hin zu juckenden Bläschen und Quaddeln. Was Sonnenanbeter meist nicht wissen: Es gibt einen möglichen Zusammenhang zu eingenommenen oder auf die Haut aufgetragenen Medikamenten.

  • Ein Beispiel dafür sind Breitspektrumantibiotika, die Tetracycline enthalten. Wer ein solches Antibiotikum einnimmt, muss damit rechnen, selbst bei kurzem Sonnenbad einen starken Sonnenbrand davon zu tragen.
  • Andere Medikamentengruppen, bei denen es zu unerwünschten Hautreaktionen unter Sonneneinstrahlung kommen kann, sind Arzneien zur Behandlung von Diabetes und Herzkreislauferkrankungen. Folgen sind neben verstärkter Neigung zu Sonnenbrand auch Hautausschläge.
  • Frauen, die die Pille nehmen oder schwanger sind, entwickeln manchmal unschöne braune Flecken im Gesicht, vor allem im Bereich der Augen oder Oberlippe.
  • In selteneren Fällen kann es durch Einnahme oder äußere Anwendung von Medikamenten zu "photoallergischen Reaktionen" kommen. Sie äußern sich in flächigen Hautausschlägen. Ausgerechnet Antihistaminika, also Medikamente, mit denen man Allergien behandelt, können diese Hautreaktionen hervorrufen. Gleiches gilt für Sulfonamide, die in einigen harntreibenden Medikamenten und in Antidiabetika enthalten sind.

Aktualisiert: 23.07.2018 – Autor: dgk

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