Hilfe für Herzpatienten auf Reisen

Herzpatienten sind natürlicherweise besonders besorgt um ihr "wichtigstes Organ". Vor allem dann, wenn sie bereits einen Infarkt erlitten haben und kein Risiko mehr eingehen wollen. Erst recht nicht, wenn sie in den Urlaub fahren und - je nach Reiseziel - die Qualität der medizinischen Versorgung nur schwer einschätzbar ist. Für diese Personengruppe sind ärztlich betreute Urlaubsreisen eine Alternative zum nicht ganz freiwilligen Urlaub auf "Balkonien".

Reisen mit ärztlicher Begleitung

Für Herzkranke, die nach Herzinfarkt oder einer Bypass-Operation ihren Urlaub ohne Angst und Sorgen genießen möchten, bieten zwei Veranstalter in Köln und Würzburg Reiseprogramme mit ärztlicher Begleitung an. Die Urlauber werden rund um die Uhr von Ärzten, die von der Deutschen Herzstiftung vermittelt werden, betreut und die Notfallausrüstung ist immer dabei. Fast immer werden Gymnastik- und Entspannungsübungen sowie Herz-Seminare von qualifizierten Fachkräften unterwegs oder direkt am Urlaubsort angeboten. Die Urlaubsreisen sind sorgsam auf die Wünsche und Bedürfnisse herzkranker Menschen abgestimmt. Sie bieten durch die ärztliche Begleitung ein großes Maß an Sicherheit. Die Reiseziele sind unter anderem die Algarve, Sizilien, La Palma und Teneriffa. Außerdem sind Flusskreuzfahrten auf der Donau und Rhone sowie Kreuzfahrten im Mittelmeer und Schwarzen Meer buchbar. Weitere Informationen zu den einzelnen Reisezielen gibt es bei der Deutschen Herzstiftung. Dort sind außerdem Adressen von Rehakliniken für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhältlich, die neben der Rehabilitation auch Urlaubspauschalangebote im Programm haben.

Notfallsprachführer der Deutschen Herzstiftung

Nicht nur beim Herzinfarkt zählt jede Minute, auch bei anderen Herznotfällen muss umgehend Hilfe herbeigerufen werden. Problematisch kann dies insbesondere bei Auslandsreisen sein, wenn mangelnde Sprachkenntnisse zu Missverständnissen führen und so eine rechtzeitige Hilfe verhindern. Damit Herzpatienten dennoch unbesorgt in fremde Länder reisen können, bietet die Deutsche Herzstiftung zum zweiten Mal einen kostenlosen Sprachführer an, der die wichtigsten medizinischen Formulierungen bei Herznotfällen enthält und in jedem Geldbeutel Platz findet. Rund 40 Sätze wie "Holen Sie bitte sofort den Rettungsdienst", "Wo ist der nächste Arzt" oder "Ich habe schwere Luftnot" werden in dem neuen Band auf Griechisch, Portugiesisch, Russisch, Polnisch und Tschechisch übersetzt. Der erste Band hatte bereits die fünf Landessprachen Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch und Türkisch berücksichtigt.

Gute Planung vorab

Damit es im Urlaub oder auf Geschäftsreisen aber erst gar nicht zu Notfällen kommt, rät die Deutsche Herzstiftung allen Herzpatienten, vorher mit dem Arzt über das Zielland zu sprechen. Nicht jede Region ist für Herzpatienten gleichermaßen geeignet. Vor allem heiße Gegenden können den Kreislauf stark belasten und Herzprobleme provozieren. Von Vorteil sind darüber hinaus Orte mit einer schnell erreichbaren Notfallklinik, in der nach dem aktuellen Stand der Wissenschaft behandelt wird, also zum Beispiel so genannte Herzkatheter- oder Thrombolyse-Techniken zur Verfügung stehen. Außerdem sollte man sich vor der Abreise nach der medizinischen Notrufnummer des jeweiligen Zielortes erkundigen, um im Ernstfall keine wertvolle Zeit zu verlieren.

Einige Tipps für eine gelungene Reise

  • Grundsätzlich sollte jeder Herzpatient seine Urlaubspläne mit dem behandelnden Arzt absprechen. Allgemeine Regeln sind kaum aufzustellen.
  • Vor einem Fernflug müssen sich Herzpatienten mit dem Arzt verständigen, ob die Belastung vertretbar ist und wie die Risiken zu minimieren sind.
  • Menschen, die eine Herzoperation hinter sich haben, sollten einige Wochen lang einen Flug meiden. Welche Zeiten im individuellen Fall notwendig sind, entscheidet der Arzt.
  • Um Stress am Flughafen zu vermeiden, sollten Herzpatienten frühzeitig anreisen und körperliche Anstrengung vermeiden.
  • Medikamente nicht im Koffer verstauen, sondern leicht zugänglich im Handgepäck aufbewahren, damit sie auch während des Fluges zu den gewohnten Zeiten eingenommen werden können.
  • Am Urlaubsziel sollte man es langsam und entspannt angehen und sich erst an das fremde Klima gewöhnen.
  • Auch im Urlaub immer die Notfallpräparate und den Notfallsprachführer mitführen.

Aktualisiert: 26.03.2014 - Autor: Deutsche Herzstiftung e. V.

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