Herzinsuffizienz (Herzschwäche)

Mann mit Herzinsuffizienz © istockphoto, fstop121

Zunächst ist nur die Leistungsfähigkeit bei starker körperlicher Belastung eingeschränkt, später fällt das Atmen auch in Ruhe schwer. Die Knöchel schwellen an, die Nachtruhe ist durch ständige Toilettengänge gestört. Etwa zwei bis drei Millionen Deutsche kennen die Symptome einer chronischen Herzschwäche aus eigener leidvoller Erfahrung.

Die Bedeutung des Herzmuskels

Das Herz ist ein Hohlmuskel und mit seiner lebenslangen, dauerhaften Pumpleistung der Kreislaufmotor. Von der Kraft der Muskeln des Herzens hängt es ab, wie effektiv das Herz-Kreislauf-System arbeitet und wie gut es sich an körperliche Belastungen anpassen kann. Kann der Herzmuskel sich nicht mehr ausreichend zusammenziehen, genügt die Herzleistung nicht mehr den Anforderungen – zuerst die bei besonderer Anstrengung, später ist sogar die Pumpleistung in Ruhe nur noch mit Mühe zu bewältigen.

Die chronische Herzinsuffizienz gehört zu den häufigsten Krankheiten in den westlichen Nationen; bei den Todesursachen liegt sie in Deutschland an dritter Stelle – nach der koronaren Herzkrankheit (KHK) und dem Herzinfarkt und vor dem Lungenkrebs.

Ständige Überlastung des Herzens

Grundsätzlich kann das Herz ähnlich wie andere Muskeln durch regelmäßige Beanspruchung trainiert und damit leistungsfähiger werden. Körperliche Belastung, welche mit dem Zunehmen von Blutdruck und Herzfrequenz zusammenhängt, fordert und fördert den Herzmuskel. Aber: Chronisches Überfordern des Herzmuskels, wie es bei bestimmten Erkrankungen passieren kann, übersteigt auf Dauer seine Anpassungsfähigkeit. Der Körper versucht, die Herzleistung so zu regulieren, dass alle Organe ausreichend versorgt sind.

Doch das ist wie, wenn ein schwacher Motor einen schweren Wagen antreibt – an jeder Steigung wird er langsamer. Dann muss der Fahrer einen Gang zurückschalten und hochtouriger fahren, um überhaupt den Berg hinaufkommen zu können. Doch auf Dauer schädigt hochtouriges Fahren den Motor und die Leistung lässt weiter nach. Übertragen auf das Herz bedeutet das: Es schlägt schneller, der Blutdruck erhöht sich, damit mehr Blut pro Herzschlag transportiert werden kann.

Früherkennung ist wichtig

Hält diese Überforderung an, wird das Herz noch stärker geschädigt und kann noch weniger leisten als zuvor. Der Herzschlag wird noch mehr erhöht, um die Organe besser versorgen zu können. Das vergrößert den Herzmuskel und schwächt ihn noch mehr.

Erst einmal in Gange gekommen, ist dieser Teufelskreis kaum zu stoppen. Daher ist es wichtig, einer beginnenden Herzleistungsschwäche so frühzeitig wie möglich entgegenzuwirken und das Herz wieder zu stärken.

Ursachen von Herzinsuffizienz

Man unterscheidet eine primäre Herzinsuffizienz, bei der eine eigenständige, meist genetisch bedingte Erkrankung des Herzmuskels selbst zugrunde liegt, von der sekundären Herzinsuffizienz, bei der sich die eingeschränkte Pumpleistung als Folge einer chronischen Überlastung des an sich gesunden Herzens entwickelt.

Verschiedene Erkrankungen können die Herzmuskelkraft beeinträchtigen. Dazu zählen angeborene Anomalien des Herz-Kreislauf-Systems, chronische Durchblutungsstörungen bei koronarer Herzerkrankung, langjährige Auswirkungen von Herzklappenschädigungen und Herzmuskelerkrankungen wie zum Beispiel die dilatative Kardiomyopathie, eine Erweiterung der Herzkammer, die unter anderem als Folge einer Herzmuskelentzündung auftreten kann.

Aber auch langjähriger Bluthochdruck oder chronischer Alkoholmissbrauch, Hormonstörungen (zum Beispiel bei Erkrankungen der Schilddrüse), Krankheiten von Niere oder Lunge und eine dauerhafte Blutarmut können zu einer Herzschwäche führen.

Aktualisiert: 17.07.2018 – Autor: Dagmar Reiche

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