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Pfeiffersches Drüsenfieber

Hat hat Pfeiffersches Drüsenfieber © istockphoto, Remains

Küssen ist gesund – das ist sogar wissenschaftlich erwiesen. Doch dabei können auch Krankheiten übertragen werden. Die Infektion mit dem Pfeiffer-Drüsenfieber verdankt diesem Umstand auch ihren volkstümlichen Namen: Kusskrankheit (Kissing Disease). Viele Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens damit, meist merken sie es jedoch nicht einmal oder tun die Erkrankung als Halsentzündung ab. Nur sehr selten kommt es zu einem schweren Verlauf mit Komplikationen.

Pfeiffersches Drüsenfieber: Was ist das?

Das auch als infektiöse Mononukleose bezeichnete Pfeiffer-Drüsenfieber ist eine Infektion, die durch das Epstein-Barr-Virus (EBV) übertragen wird. Die meisten Menschen kommen im Laufe ihres Lebens mit dem Erreger in Kontakt.

Da die Viren weit verbreitet sind, findet der erste Kontakt mit ihnen meist bereits im Kindes- und Jugendalter statt; im Alter von 30 haben in Deutschland bereits 95 Prozent der Bevölkerung die Erkrankung durchgemacht.

Pfeiffersches Drüsenfieber ist ansteckend

Der Erreger wird durch Speichelkontakt übertragen, was der Krankheit ihren umgangssprachlichen Namen verschafft hat. Aber auch durch Husten oder Niesen verstreute Tröpfchen ermöglichen dem Virus, auf indirektem Weg weitere Opfer zu finden.

Nach der Ansteckung dauert es noch zwischen 10 und 40 Tage, bis die ersten Krankheitszeichen auftreten. Das Virus befällt vor allem die Schleimhäute in Nase, Mund und Rachen sowie eine Untergruppe weißer Blutkörperchen, die B-Lymphozyten.

Nach der Infektion ist man immun

Während der Infektion bildet der Mensch Antikörper, die ihn mit einer lebenslangen Immunität gegen das Virus ausstatten, also vor einer erneuten Infektion schützen.

Die Krankheit dauert meist zwei bis drei Wochen und heilt fast immer ohne Komplikation aus.

Welche Symptome zeigt Pfeiffersches Drüsenfieber?

Erste Symptome sind meist Müdigkeit, Konzentrationsstörungen und Appetitlosigkeit, die gar nicht selten vor allem bei Erwachsenen den Allgemeinzustand auch noch Wochen nach der akuten Infektion beeinträchtigen. Muskelschmerzen und Kopfschmerzen treten ebenfalls als Anzeichen für Pfeiffersches Drüsenfieber auf. Manchmal zeigt sich kurzzeitig auch ein feinfleckiger Hautausschlag.

Bei kleinen Kindern sind oft überhaupt keine Krankheitszeichen vorhanden.

Im weiteren Verlauf sind typische Symptome wie Schwellungen der Lymphknoten an Hals und Nacken, manchmal auch an anderen Körperstellen, fast immer gekoppelt mit mäßigem Fieber bis etwa 39 Grad Celsius ("Drüsenfieber"). Meist tritt auch eine Halsentzündung auf, bei der sich auf den geschwollenen Mandeln ein dicker, weißer Belag bildet und die von Schluckbeschwerden begleitet ist.

Pfeiffersches Drüsenfieber: Komplikationen

Selten nimmt die Infektion einen schwereren Verlauf und befällt nicht nur die Lymphknoten in der Halsregion, sondern auch Leber und Milz. Das führt zu Übelkeit und Oberbauchbeschwerden sowie Beeinträchtigung der Leberfunktion bis hin zur Gelbsucht.

Die Milz schwillt an, was zu einem (lebensbedrohlichen) Milzriss führen kann. Sehr selten breitet sich die Infektion auch auf das Gehirn aus und ruft dort eine Entzündung (Enzephalitis) hervor. Auch andere Organe wie Lunge, Herz oder Nieren können von einer Entzündung betroffen sein und es kann zu einer Blutarmut oder einem Mangel an Blutplättchen kommen.

Besonders schwer kann die Krankheit unter Umständen bei Patienten mit geschwächtem Immunsystem verlaufen. Betroffen sind davon zum Beispiel Aids-Kranke oder Menschen nach einer Organtransplantation. Außerdem kann das Epstein-Barr-Virus besonders bei diesen Betroffenen nach einiger Zeit zu Krebs der Lymphknoten oder des Nasen-Rachen-Raums führen.

Aktualisiert: 04.01.2019 – Autor: Dagmar Reiche

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