Wie hebe ich schwere Lasten richtig?

Mann hebt schwere Kartons © istockphoto, AntonioGuillem

Bei Handwerkern und Industriearbeitern treten für den Bewegungsapparat belastende Tätigkeiten häufiger auf als bei anderen Berufsgruppen. Es ist daher wenig überraschend, dass sie ein erhöhtes Risiko tragen, an Arthrose oder anderen Gelenkerkrankungen zu leiden. Auch Schwangere oder Frauen, die kürzlich einen Kaiserschnitt hatten, sollten auf schweres Heben verzichten, um Risiken zu minimieren. Wir erklären Ihnen, welche Bewegungen besonders belasten, welche Folgen unsauberes Heben haben kann und geben Ihnen 10 Tipps, wie Sie richtig heben.

Welche Bewegungen Sie vermeiden sollten

Besonders belastend für Hüft- und Kniegelenke sind:

  • schweres Heben mit gebeugten Knien
  • gleichförmige, sich ständig wiederholende Bewegungen
  • Fehlbeanspruchungen der Beine
  • lang andauernde kniende Tätigkeiten

Nicht selten führen diese Belastungen zu Arbeitsunfällen und chronischen Krankheiten, im schlimmsten Fall zu Arbeitsunfähigkeit.

Falsches Heben kann schlimme Folgen haben

Zu den akuten, schmerzhaften Schädigungen durch zu schweres oder zu unsauber ausgeführtes Heben, zählen Muskelzerrungen, Knochenbrüche oder die Blockierung von Wirbelgelenken.

Auch chronische Schäden können eintreten, wenn falsch gehoben wird. So könnten beispielsweise Bandscheibenverschleiß und Bandscheibenvorfälle auftreten, sowie Bänderdehnungen, Sehnenscheidenentzündungen oder Muskelverspannungen entstehen.

Mit diesen 10 Tipps heben Sie richtig

Die folgende Checkliste gibt einige Hilfestellungen, die das Bewegen und Tragen schwerer Lasten erleichtern sollen.

  1. Tragen Sie nichts, was Sie auch schieben könnten.
  2. Reduzieren Sie das Gewicht der Last, wo immer es möglich ist.
  3. Nutzen Sie die vorgesehenen Hilfsmittel wie Handkarren, Tragehilfen, Servierwagen etc.
  4. Heben Sie Lasten aus der Hocke mit aufrechtem Rücken und halten Sie die Last nahe an den Körper. Wer sich beim Heben vorbeugt, belastet seine Wirbelsäule bei gleichem Gewicht zusätzlich um ein Vielfaches. Nutzen Sie Beine und Arme zum Heben – aber nicht das Kreuz.
  5. Heben Sie Lasten zügig und mit einem gleichmäßigen Bewegungsablauf.
  6. Verteilen Sie die Last gleichmäßig auf beide Hände.
  7. Tragen Sie schwere Lasten nahe am Körper.
  8. Wenn Sie sich mit der Last drehen möchten, dann tun Sie das immer mit dem ganzen Körper. Drehen Sie sich nicht nur in der Hüfte. Führen Sie die Bewegung in kleinen Schritten aus.
  9. Machen Sie sich beim Tragen schwerer Lasten bereits vorher ein Bild von der Strecke, die Sie zurücklegen müssen. Sorgen Sie für ausreichend Bewegungsraum und genügend Sicht.
  10. Wenn es sich bei der Last um eine schwere Tragetasche handelt, halten Sie diese nur mit Mittelfinger, Ringfinger und kleinem Finger. Nehmen Sie nicht den Zeigefinger in die Trageschlaufe. Sie entlasten auf diese Weise Ihren Rücken.

Wer schweres Heben vermeiden sollte

Vor allem Schwangere sollten auf das Tragen von schweren Lasten vorübergehend verzichten, da dadurch der Beckenboden unnötig belastet würde. Das Arbeitsschutzgesetz empfiehlt schwangeren Frauen, nicht mehr als fünf Kilogramm zu heben. Wenn es unvermeidbar ist, sollte man auf jeden Fall auf eine richtige Haltung achten.

Auch nach einem Kaiserschnitt und nach schweren Geburten sollte für sechs Wochen keine Belastung auf den Oberkörper ausgeübt werden. Dieser braucht Zeit, um sich zu regenerieren.

Anderen Gruppen, denen ebenfalls von schwerem Heben abgeraten wird, sind beispielsweise Patienten nach einem Herzinfarkt oder nach einer Brust-OP. Grundsätzlich gilt bei allen Krankheiten, bei denen Bluthochdruck vermieden werden soll, wie beispielsweise koronare Herzerkankungen, auf anstrengendes Heben zu verzichten.

Aktualisiert: 13.04.2017 – Autor: stark-gegen-den-schmerz.de; überarbeitet: Lena Kaarow

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