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Sarkoidose

Mann mit Sarkoidose © Olichel

Die Sarkoidose ist eine entzündliche Erkrankung des Bindegewebes, deren Ursache noch immer nicht endgültig geklärt ist. Die Sarkoidose betrifft den gesamten Körper, spielt sich aber besonders häufig in den Lymphknoten und der Lunge ab. Auch unter dem Namen Morbus Boeck bekannt ist die Sarkoidose eine relativ seltene Krankheit.

Sarkoidose (Morbus Boeck)

Die Krankheit Sarkoidose kommt weltweit vor. Besonders häufig tritt die Sarkoidose in Schweden und Island auf. Genaue Zahlen dieser Erkrankung in Deutschland sind unbekannt, Schätzungen liegen bei 40.000 Betroffenen. Da die Sarkoidose nicht immer Symptome verursacht, gehen Experten davon aus, dass die tatsächliche Erkrankungsrate sogar um einiges höher liegt.

Trotzdem gehört die Sarkoidose zu den seltenen Krankheiten. Andere Bezeichnungen sind – nach den Erstbeschreibern dieses Krankheitsbildes – Morbus Boeck und Morbus Schaumann-Besnier, für die akute Verlaufsform auch Löfgren-Syndrom.

Lunge, Lymphknoten und Leber oft betroffen

Die Sarkoidose ist eine systemische Erkrankung, betrifft also den ganzen Körper. Kennzeichen sind Granulome – kleine Bindegewebsknötchen als Zeichen entzündlicher Reaktionen. Diese können prinzipiell in jedem Organgewebe vorkommen, finden sich aber fast immer zumindest in den Lymphknoten und in der Lunge. Auch die Leber ist relativ häufig betroffen, etwas seltener spielt sich die Sarkoidose in den Augen, der Haut oder den Knochen ab.

Art und Ausmaß der Sarkoidose-Symptome hängen von der betroffenen Region ab, auch Allgemeinbeschwerden sind nicht immer vorhanden. Die Erkrankungswahrscheinlichkeit ist zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr besonders hoch.

Sarkoidose: Verlauf der Formen

Prinzipiell wird zwischen einer akuten und einer chronischen Verlaufsform unterschieden. Erstere setzt plötzlich ein, bildet sich aber meist (in 80–90 %) nach einigen Wochen bis Monaten ohne weitere Beeinträchtigungen zurück. Die chronische Sarkoidose entwickelt sich langsam und zunächst meist unbemerkt. Symptome, die die Betroffenen zum Arzt führen, sind oft Beschwerden am Auge oder Veränderungen an der Haut. In etwa der Hälfte der Fälle kommt die chronische Sarkoidose zum Stillstand, bei den anderen Betroffenen schreitet sie weiter fort.

Sarkoidose: Ursachen unbekannt

Die Ursachen für eine Sarkoidose sind nach wie vor ungeklärt. Prinzipiell wird davon ausgegangen, dass eine krankhafte Abwehrreaktion des Immunsystems vorliegt, die zur Bildung der zahlreichen Bindegewebsknötchen (Granulome) führt. Der genaue Auslöser dafür ist allerdings nicht bekannt; diskutiert werden unter anderem Stoffe, die über die Lunge aufgenommen werden, und eine Infektion ähnlich der Tuberkulose. Auch eine erbliche Komponente wird vermutet, die zumindest die Anfälligkeit für die Sarkoidose erhöht.

Die Knötchen sind zwar gutartig, können jedoch durch ihre Zahl und Lokalisation zu Beeinträchtigungen der Organfunktion führen. In der Folge können sich die Granulome komplett zurückbilden, aber auch zu funktionslosem Gewebe vernarben – Vorhersagen zum Verlauf lassen sich allerdings nicht treffen. Auch das Medikament Interferon wird als möglicher Auslöser einer Sarkoidose diskutiert, weshalb dieses bei einer bekannten Sarkoidose nicht eingesetzt werden sollte.

Aktualisiert: 01.06.2012 – Autor: Dagmar Reiche

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