Sarkoidose Symptome

Frau hat Symptome einer Sarkoidose © istockphoto, Zinkevych

Auch bei Sarkoidose (Morbus Boeck) ist wie bei allen systemischen Krankheiten (zum Beispiel SLE, Sklerodermie, Mukoviszidose, Psoriasis oder Rheuma) das Spektrum möglicher Symptome groß. Das liegt daran, dass sich im gesamten Körper Bindegewebe befindet, also ganz unterschiedliche Organe und verschiedene Regionen von den Entzündungsreaktionen betroffen sein können. Im Folgenden ein Überblick über Sarkoidose-Symptome mit den jeweils oberen Prozentzahlen für die Häufigkeit – die Angaben in der Literatur variieren stark.

Wo treten Symptome von Sarkoidose auf?

  • Lymphknoten bis zu 100 %
  • Lunge (inklusive Bronchien und obere Luftwege) bis zu 95 %
  • Leber bis zu 85 %
  • Augen bis zu 80 %
  • Milz bis zu 70 %
  • Speicheldrüsen bis zu 30 %
  • Haut bis zu 25 %
  • Skelettmuskulatur bis zu 25 %
  • Herz bis zu 25 %
  • Nieren bis zu 25 %
  • Nervensystem (Neurosarkoidose) bis zu 15 %

Symptome bei akuter Sarkoidose (Löfgren-Syndrom)

In etwa einem Drittel der Fälle und häufiger bei Frauen tritt die Sarkoidose in akuter Form auf. Typisch ist dabei eine plötzliche Vergrößerung der Lymphknoten im Bereich der Lungenwurzel (bihiläre Lymphadenopathie), die allerdings nur im Röntgenbild sichtbar ist. Oft tritt hohes Fieber von über 39 °C auf. In vier von fünf Fällen ist dieses von Gelenkschmerzen und Gelenkschwellungen (Arthritis) begleitet – meist beidseitig, vor allem im Bereich der Sprunggelenke, Kniegelenke und Ellenbogengelenke.

Weiteres typisches Symptom dieser Sarkoidose ist eine akute Entzündung des Fettgewebes unter der Haut, die als Erythema nodosum bezeichnet wird. Diese derben, rötlichen, warmen und druckschmerzhaften Areale haben einen Durchmesser von 1 bis 10 cm und treten vor allem an den Unterschenkeln auf. Später verfärben sie sich wie ein zurückgehender Bluterguss.

Diese drei Symptome ("Trias") sind meist von einem starken Krankheitsgefühl begleitet. Sie kommen zwar auch bei anderen Krankheiten vor, sind aber zusammen so charakteristisch, dass sie den Arzt an eine akute Sarkoidose denken lassen sollten. Daneben treten häufig allgemeine Beschwerden wie Müdigkeit, Leistungsschwäche und Konzentrationsschwäche auf.

Fast die Hälfte der Betroffenen leidet an Übelkeit und Magenbeschwerden, einem Engegefühl in der Brust und leichter Atemnot, seltener auch Hustenreiz. Diese uncharakteristischen Symptome können der Trias auch Wochen bis Tage vorausgehen und so einen grippalen Infekt vortäuschen.

Symptome bei chronischer Sarkoidose

Die chronische Sarkoidose beginnt meist sehr gemächlich und symptomlos oder so unspezifisch, dass sie lange unbemerkt bleibt. Nicht selten ist sie ein Zufallsbefund bei einer allgemeinen Untersuchung. Neben Allgemeinsymptomen wie Leistungsabfall treten Beschwerden je nach betroffenem Organ auf. Im Folgenden eine Auswahl häufiger Symptome bei chronischer Sarkoidose:

  • Haut: Charakteristisch ist der Lupus pernio, gekennzeichnet durch Schwellung der Nasenspitze, seltener der Wangen, meist ist auch die Nasenschleimhaut und manchmal der Nasenknorpel von der Entzündung betroffen. Daneben treten die kleinknotige Sarkoidose vor allem an der Stirn und Mundregion, die plaqueförmige und knotige Sarkoidose symmetrisch an Beinen und Armen sowie die meist kleinknotige Narbensarkoidose im Bereich alter Narben auf.
  • Augen: Besonders häufig kommt zu einer Regenbogenhautentzündung (Uveitis), doch auch die anderen Strukturen im Auge wie Aderhaut, Bindehaut, Netzhaut und Tränendrüse können von der Sarkoidose betroffen sein.
  • Herz: Bilden sich Granulome im Herz oder den dortigen Nervensträngen, kann es zu Beeinträchtigungen der Reizleitung und zu Herzrhythmusstörungen – bis hin zum totalen Herzversagen – kommen.
  • Knochen: Tritt die Sarkoidose im Bereich von Knochen, Gelenken und Sehnen (vor allem an Fingern und Zehen) auf, wird dies auch als Morbus Jüngling bezeichnet. Diese Form zeigt sich meist erst, nachdem die chronische Sarkoidose bereits mehrere Jahre besteht.
  • Leber: Granulome in der Leber verursachen in der Regel keine Beschwerden und keine Funktionseinschränkung, können aber die Leberwerte im Blut verändern.
  • Nervensystem: Am häufigsten zeigt sich eine Neurosarkoidose als Fazialisparese, der Lähmung eines Gesichtsnervs. Doch auch Lähmungen oder Gefühlsstörungen anderer Areale können auftreten. Kopfschmerzen, Sehstörungen, Gangstörungen oder psychische Veränderungen zeigen eine Beteiligung des zentralen Nervensystems an.

Aktualisiert: 26.01.2017 – Autor: Dagmar Reiche

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