Sarkoidose Therapie

Therapie von Sarkoidose mit Medikamenten © istockphoto, Wavebreakmedia

So verschieden wie die Symptome, die betroffenen Organe und der Verlauf bei Sarkoidose sind, so individuell wird bei der Sarkoidose-Therapie vorgegangen. Bei leichten Formen von Sarkoidose ist eine regelmäßige Therapie möglicherweise entbehrlich, bei schweren Verläufen werden Präparate eingesetzt, bei denen Nutzen und Nebenwirkungen der Therapie sorgsam gegeneinander abgewogen werden müssen.

Medikamentöse Therapie bei Sarkoidose

Prinzipiell gibt es bei einer Sarkoidose-Therapie vier Gruppen von Medikamenten, die – je nach Ausmaß der Beschwerden und Organbeteiligung – sich ergänzen oder alternativ eingesetzt werden. Viele dieser Therapeutika werden auch bei Rheuma und anderen Autoimmunkrankheiten verwendet:

  • Nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR): Präparate wie Diclofenac und Ibuprofen sowie Acetylsalicylsäure (ASS) helfen vor allem gegen die entzündungsbedingten Schmerzen in Gelenken und Muskeln und sind deshalb erste Wahl bei der akuten Sarkoidose.
  • Kortison: Dieses Hormon (und seine Abkömmlinge) wirkt entzündungshemmend und ist Mittel der ersten Wahl für die chronische Sarkoidose. Es soll verhindern, dass sich weitere Granulome bilden. Die Dosis und Dauer der Sarkoidose-Therapie hängt von vielen Faktoren wie Stadium und dem bisherigen Krankheitsverlauf, der Organbeteiligung, dem Zustand des Erkrankten und eingetretenen Komplikationen ab. Meist dauert die Sarkoidose-Therapie mit Kortisontabletten bei Lungensarkoidose und anderen Organbeteiligungen sechs bis neun Monate, selten länger. Hautveränderungen und Augenentzündungen können auch mit Salben behandelt werden. Wichtig ist, die Sarkoidose-Therapie nicht zu früh zu unterbrechen, da dann die Gefahr für Rückfälle steigt. Außerdem muss die Dosis langsam reduziert werden („ausschleichen“).
  • Immunsuppressiva und Zytostatika werden dann verwendet, wenn sich die Symptome mit den anderen Mitteln nicht bessern. Sie haben teilweise schwere Nebenwirkungen, weshalb ihr Einsatz gut abgewogen werden muss und unter enger Kontrolle steht. Die bei Sarkoidose am häufigsten verwendeten Wirkstoffe sind Methotrexat (MTX), Azathioprin und Pentoxifyllin; in besonders schweren Fällen kommt auch Cyclophosphamid zum Einsatz.
  • Selten wird auch Chloroquin verwendet – ein Mittel, das nicht nur bei Immunerkrankungen, sondern vor allem bei Malaria angezeigt ist.

Beim Stadium IV der Lungenbeteiligung treten oft sackförmige Bronchienerweiterungen (Bronchiektasen) auf. Diese neigen zu Infektionen, sodass häufig eine Sarkoidose-Therapie mit Antibiotika nötig wird. Bei der Hautsarkoidose kann ein Versuch mit Allopurinol angezeigt sein. Es hat in mehreren Studien eine positive Wirkung gezeigt, ohne dass der Wirkmechanismus bei der Sarkoidose-Therapie entschlüsselt ist.

Ergänzende Therapie bei Sarkoidose

Je nach Organbeteiligung sind weitere Therapien im Rahmen der Sarkoidose-Therapie angezeigt. So kann bei Herzbeteiligung der Einsatz eines Herzschrittmacher oder Defibrillator sinnvoll sein. Bei fortgeschrittener Beteiligung der Lunge oder des Herzens muss eventuell über eine Transplantation der entsprechenden Organe diskutiert werden. Daneben soll die anthroposophische Therapie mit Phosphor, Eisen und Graphit, unterstützt von Mistelpräparaten, die Selbstheilungskräfte des Körpers anregen.

Eine wissenschaftliche Bestätigung der Wirksamkeit bei Sarkoidose steht allerdings aus.

Aktualisiert: 26.01.2017 – Autor: Dagmar Reiche

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