Harnröhrenentzündung (Urethritis) – Symptome

Wie äußert sich eine Harnröhrenentzündung?

Die Harnröhre des Mannes ist etwa 25 bis 30 Zentimeter lang, die der nur Frau drei bis vier Zentimeter. Kein Wunder also, dass beim Mann Entzündungen der Harnröhre häufiger auftreten und meist mehr Beschwerden verursachen, bei Frauen hingegen die Keime öfter direkt bis zur Harnblase wandern und eher dort die Entzündung hervorrufen.

Anzeichen einer Harnröhrenentzündung

Die Beschwerden variieren je nach Erreger, Form und Geschlecht. Man schätzt, dass bei einem Viertel der Fälle (vor allem bei Frauen) keine oder kaum wahrnehmbare Beschwerden auftreten, weshalb die Keime häufig unbemerkt weitergetragen werden.

Typisch bei einer Entzündung ist Ausfluss, der bei einer akuten Form eher eitrig, bei einer chronischen Form weißlich-glasig ist. Weitere Zeichen sind eine unangenehme, brennende oder schmerzhafte Harnentleerung, häufiger Harndrang, Jucken oder Brennen in der Harnröhre und eventuell Blut im Urin. Selten treten auch Fieber und Allgemeinsymptome auf. Bei der senilen Urethritis können auch Blasenschwäche (Harninkontinenz) und Juckreiz in der Scheide hinzukommen; der Ausfluss fehlt dagegen.

Wie wird die Diagnose gestellt?

Zunächst wird der Arzt nach genauen Beschwerden und der Vorgeschichte fragen, insbesondere nach Krankheiten, Untersuchungen und Behandlungen des Harnsystems. Bei der körperlichen Untersuchung, bei der sich oft eine gerötete Harnröhrenöffnung zeigt, wird mit einer kleinen Drahtschlinge ein Abstrich aus dem der Harnröhre entnommen. Dieses Sekret wird unter dem Mikroskop untersucht und zum Nachweis der Erreger gegebenenfalls auf einem Nährboden bebrütet.

Auch im Urin wird nach Entzündungszeichen und Keimen geforscht. Die weiteren Tests (zum Beispiel: Blutuntersuchung, Urogramm, Blasenspiegelung) richten sich nach den Befunden und der Verdachtsdiagnose.

Aktualisiert: 27.04.2017 – Autor: Dagmar Reiche

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