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Harnröhrenentzündung (Urethritis) – Therapie

Bei der Behandlung einer Harnröhrenentzündung spielen Medikamente eine wichtige Rolle. Aber auch Hausmittel und einige Hygienemaßnahmen können helfen, die Therapie zu unterstützen oder einer Urethritis vorzubeugen. Was man gegen eine Harnröhrenentzündung tun kann, lesen Sie hier.

Therapie und vorbeugende Maßnahmen gegen Harnröhrenentzündung

Wie eine Harnröhrenentzündung behandelt wird, hängt von der Ursache ab. Keime werden mit passenden Antibiotika oder Pilzmitteln bekämpft. Unverzichtbar ist dabei die Mitbehandlung des Sexualpartners, um einen "Ping-Pong-Effekt" (also eine gegenseitige Wiederinfektion) zu vermeiden. Ratsam ist der Verzicht auf Geschlechtsverkehr, bis die Infektion abgeklungen ist.

Bei der senilen Urethritis sind eventuell östrogenhaltige Zäpfchen angezeigt.

Hausmittel gegen Harnröhrenentzündung

Studien haben gezeigt, dass Preiselbeer- beziehungsweise Cranberrysaft das Anhaften von Keimen an der Harnröhren- und Harnblasenschleimhaut verhindert. Bei Patienten, die zu wiederholten Infektionen des Harntrakts neigen, könnte das regelmäßige Trinken des Safts also den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.

Einer Urethritis vorbeugen – so geht's!

Weitere "Hausmittel" zur Vorbeugung sind:

  • die Entleerung der Blase nach dem Geschlechtsverkehr
  • das Vermeiden von Unterkühlung
  • der Verzicht auf übertriebene Genitalhygiene
  • die Zufuhr von täglich mehr als zwei Litern Flüssigkeit

Die Wirksamkeit dieser Maßnahmen wurde bisher allerdings nicht in Studien überprüft.

Einsatz von Heilpflanzen

In der Volksmedizin kommen verschiedene Heilpflanzen zum Einsatz, die zum Beispiel als Tee getrunken werden können, teilweise auch als Fertigarzneimittel erhältlich sind. Klassische Heilkräuter bei der Harnröhrenentzündung sind zum Beispiel:

  • Ackerschachtelhalm
  • Bärentraubenblätter
  • Birkenblätter
  • Brennnessel
  • Goldrute
  • Hagebutte
  • Hauhechel
  • Wacholder

In der Homöopathie wird häufig Cantharis verwendet.

Wie sind Verlauf und Prognose?

Wird eine Infektion rechtzeitig behandelt, ist die Prognose gut. Setzt die Therapie zu spät oder – zum Beispiel wegen mangelnder Beschwerden – gar nicht ein, breiten sich die Keime möglicherweise weiter aus. So können Abszesse, Infektionen der Nieren, der Nebenhoden, der Prostata, der Gebärmutter, Eileiter oder Eierstöcke auftreten oder auch ein akuter Harnverhalt. Als Folge der Entzündungsprozesse kann es zur Narbenbildung und Verengung der Harnröhre oder zur Verklebung der Eileiter und Unfruchtbarkeit kommen.

Schwangere können während der Geburt die Keime auf ihr Kind übertragen, was – bei Chlamydien und Gonokokken – zu einer schwerwiegenden Bindehautentzündung des Neugeborenen führen kann. Manche Keime stehen auch im Verdacht, das Risiko für einen vorzeitigen Blasensprung und eine Fehlgeburt zu erhöhen.

Aktualisiert: 20.08.2019 – Autor: Dagmar Reiche

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