Urin: Das bedeutet die Farbe

Farblos, dunkelgelb, rötlich: Die Farbe des Urins gibt Aufschluss darüber, ob der Körper gesund ist. Meistens sind die Gründe für verfärbten Urin harmloser Natur, doch er kann auch Anzeichen für eine ernsthafte Erkrankung sein. Die Fotostrecke zeigt die häufigsten Farben, die Urin annehmen kann und erklärt, welche Ursachen möglich sind. Beachten Sie bitte, dass sie jedoch keinen Arztbesuch ersetzen kann.

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Hellgelber Urin: Alles in Ordnung

Urinbecher mit hellgelbem Urin © gesundheit.de
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Wenn der Urin eine hellgelbe Farbe hat, arbeiten die Nieren normal und die Blase ist gesund. Da der Urin immer auch als Wasserstandsmelder zum eigenen Trinkverhalten gilt, lässt seine Farbe Rückschlüsse auf die Trinkmenge zu. Bei hellgelbem Urin ist die Flüssigkeitszufuhr ausreichend.

Farbloser Urin

Urinbecher mit farblosem Urin © gesundheit.de
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Grundsätzlich spricht auch klarer bis farbloser Urin für eine gesunde Blase und gesunde Nieren. Enthält der Urin kaum Farbe, heißt das im Umkehrschluss allerdings auch, dass er sehr stark verdünnt ist. Das deutet daraufhin, dass man täglich ein bisschen zu viel Flüssigkeit trinkt und nach Möglichkeit besser ein bis zwei Gläser Wasser weniger trinken sollte.

Urin ist dunkelgelb

Urinbecher mit dunkelgelbem Urin © gesundheit.de
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Anders verhält es sich, wenn der Urin eine dunkelgelbe Farbe annimmt: Das spricht in erster Linie dafür, dass man täglich zu wenig Flüssigkeit trinkt und besser ein paar Gläser Wasser mehr zu sich nehmen sollte. Möglich ist auch eine Entzündung von Nieren oder Blase – sie äußert sich normalerweise jedoch in Begleitsymptomen wie Flankenschmerzen, Fieber oder Schmerzen beim Wasserlassen. Ist das Gelb sehr intensiv oder erinnert an Neongelb, könnte eine hohe Zufuhr an Vitamin B2 die Ursache sein.

Gelber, schaumiger Urin

Urinbecher mit gelb-schaumigem Urin © gesundheit.de
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Schäumt der Harn, ist das ein Zeichen für Eiweiß im Urin. Die Ursachen für eine Proteinurie können vielfältig sein, von einer Nierenerkrankung über zu viel Stress bis hin zu Fieber. Gerade bei jüngeren Menschen sind eher seelische und körperliche Belastungen schuld daran, dass zu viel Eiweiß über den Urin ausgeschieden wird. Dennoch sollte man bei gelb-schaumigem Urin besser frühzeitig einen Arzt aufsuchen, damit dieser die Ursache abklären kann.

Trüber Urin

Urinbecher mit milchig-trübem Urin © gesundheit.de
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Ist der Urin milchig-trüb oder sind Flocken zu sehen, deutet das auf einen Harnwegsinfekt oder eine Blasenentzündung hin. Der trübe Urin kommt dann durch Bakterien, Pilze sowie weiße und rote Blutkörperchen zustande, die das Immunsystem zur Abwehr der Infektion entsendet. In einem solchen Fall sollten Betroffene rasch einen Arzt aufsuchen, um die Infektion behandeln zu lassen.

Urin-Farbe ist orange

Urinbecher mit orangem Urin © gesundheit.de
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Zunächst kann orange gefärbter Urin bedeuten, dass man zu wenig trinkt. Betroffene sollten dann unbedingt mehr Wasser täglich zu sich nehmen. Doch auch Leberkrankheiten und Erkrankungen der Gallengänge können die orange Farbe des Urins verursachen. Dann sollte rasch ein Arzt abklären, welche Krankheit vorliegt und diese behandeln. Daneben färbt das Antibiotikum Nitrofurantoin den Urin orange.

Urin hat rötliche Farbe

Urinbecher mit rotem Urin © gesundheit.de
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Frauen, die nicht gerade ihre Menstruation haben, sollten das Zeichen ernst nehmen und ihren Hausarzt konsultieren – Männer sowieso. Denn rot gefärbter Urin kann bedeuten, dass sich Blut im Urin befindet. Das wiederum gilt als Anzeichen für Blasenkrebs, Entzündungen der Blase und Nieren oder die Stoffwechselkrankheit Porphyrie. Das Antibiotikum Rifampicin färbt den Harn ebenfalls rot.

Wesentlich harmloser sind bestimmte Farbstoffe in Lebensmitteln, die den Harn ebenfalls rosa bis rot verfärben. Wer also vor dem Wasserlassen viele rote Beeren, Rhabarber, rote Bete oder Karotten gegessen hat, findet hier vermutlich die Ursache für seinen rötlichen Urin.

Urin hat braune Farbe

Urinprobe mit braunem Urin © gesundheit.de
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Bestimmte Medikamente können den Urin stark dunkel färben, sodass er braun bis schwarz aussieht. Dazu zählen die Wirkstoffe Levodopa (L-Dopa), das gegen Parkinson und beim Restless-Legs-Syndrom (RLS) eingesetzt wird, sowie alpha-Methyldopa, das bei Bluthochdruck verordnet wird. In seltenen Fällen können die Stoffwechselerkrankung Alkaptonurie oder Leberkrankheiten vorliegen. Wer extrem wenig Flüssigkeit trinkt, dessen Urin kann ebenfalls eine bräunliche Färbung annehmen, der Harn ist dann sehr stark konzentriert.

Blau-grün gefärbter Urin

Urinbecher mit blau-grünem Urin © gesundheit.de
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Nur selten nimmt der Urin eine grüne oder blaue Farbe an. Wahrscheinlich handelt es sich um die Reste von Multivitaminpräparaten, die mit dem Urin ausgeschieden werden oder es ist eine Nebenwirkung bestimmter Wirkstoffe in Medikamenten wie Indometacin, Propofol oder Amitriptylin.

Aktualisiert: 05.05.2021 - Autor: Dagmar Schüller, Medizinredakteurin und Dipl.-Trophologin