Gicht: Zu viel Harnsäure im Blut

Gicht am Fuß © istockphoto, ThamKC

Gicht wird auch als Wohlstandskrankheit bezeichnet, da der Ausbruch der Erkrankung durch Faktoren wie Übergewicht, ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel gefördert wird. Ursächlich für Gicht ist jedoch meist ein angeborener Stoffwechseldefekt. Typisch für die Erkrankung sind Symptome wie schmerzende, gerötete und geschwollene Gelenke. Besonders häufig ist das Gelenk der Großzehe betroffen. Durch eine frühzeitige und langfristige Therapie lässt sich Gicht meist gut behandeln. Ein chronischer Verlauf tritt deswegen nur selten auf.

Ursachen von Gicht

Gicht (Hyperurikämie) ist eine Stoffwechselerkrankung, bei der sich zu viel Harnsäure im Blut ansammelt. Es wird also mehr Harnsäure gebildet als ausgeschieden wird. Ein erhöhter Harnsäurespiegel ruft zu Beginn oftmals keine Beschwerden hervor. Erst wenn im Laufe der Zeit der Harnsäurespiegel immer weiter ansteigt, kann es zu einem Gichtanfall kommen.

Von Gicht sind in erster Linie Männer betroffen: Über 80 Prozent der Gicht-Patienten sind männlich. Bei ihnen bricht die Erkrankung meist zwischen dem 40. und dem 60. Lebensjahr aus. Frauen erkranken wenn überhaupt meist erst nach den Wechseljahren an Gicht.

Die Erkrankung tritt generell in Industrienationen deutlich häufiger auf als in Entwicklungsländern. Dies ist vor allem auf die unterschiedliche Ernährung zurückzuführen. Denn purinreiche Lebensmittel wie Fleisch, Innereien und Alkohol können die Entstehung der Erkrankung begünstigen.

Primäre Gicht

Bei Gicht wird zwischen einer primären und einer sekundären Form unterschieden. Bei der primären Form handelt es sich um einen angeborenen Stoffwechseldefekt, der dadurch ausgelöst wird, dass die Niere zu wenig Harnsäure ausscheidet.

In seltenen Fällen kann es auch vorkommen, dass aufgrund eines Gendefektes zu viel Harnsäure gebildet wird. Dieses in erster Linie bei Jungen auftretende Phänomen wird als Lesch-Nyhan-Syndrom bezeichnet. Beiden Formen gemeinsam ist, dass mehr Harnsäure produziert als abgegeben wird. Dadurch sammelt sich immer mehr Harnsäure im Körper an.

5 Fakten über Gicht (Infografik)

5 Fakten über Gicht – © istockphoto, stockdevil

Sekundäre Gicht

Bei der sekundären Form der Gicht ist die Hyperurämie nicht angeboren, sondern wird durch andere Erkrankungen oder Störungen verursacht. Diese sorgen entweder dafür, dass vermehrt Harnsäure produziert oder dass deren Abgabe gehemmt wird.

Ist die Abgabe gehemmt, ist häufig eine Nierenerkrankung wie beispielsweise eine Niereninsuffizienz die Ursache. Eine erhöhte Produktion wird dagegen meist durch einen erhöhten Zerfall von körpereigenen Zellen verursacht. Dies ist beispielsweise bei Leukämie der Fall.

Harnsäure und Purine

Harnsäure bildet sich im Körper beim Abbau von Purinen. Dabei kann es sich zum einen um körpereigene Purine handeln, die beim Abbau von Körperzellen entstehen. Zum anderen stecken Purine aber auch in bestimmten Lebensmitteln, unter anderem in Fleisch und Wurst.

Für einen erhöhten Harnsäurespiegel kommen somit zusammenfassend folgende Ursachen in Frage:

  • Im Körper wird zu viel Harnsäure gebildet.
  • Über die Nieren wird zu wenig Harnsäure ausgeschieden.
  • Es werden zu viele Purine über die Nahrung aufgenommen

Bei den meisten Gicht-Patienten liegt eine angeborene Tendenz zu einem erhöhten Harnsäurespiegel vor. Bestimmte Verhaltensweisen wie eine purinreiche Ernährung können jedoch krankheitsfördernd wirken. Oftmals können sie sogar einen akuten Gichtanfall auslösen: Denn nicht selten treten die Beschwerden nach einem üppigen Mahl und reichlich Alkoholkonsum auf.

Aktualisiert: 30.08.2018 – Autor: Kathrin Mehner

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