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Spannungskopfschmerz von Migräne abgrenzen

Frau mit Kopfschmerzen © istockphoto, dolgachov

Mal sind sie dumpf-drückend, dann pochend-pulsierend: Kopfschmerzen. Je nachdem unter welcher Kopfschmerzform der Betroffene leidet, wird auch der Schmerz unterschiedlich empfunden. Aber längst nicht alle Betroffenen differenzieren zwischen Spannungskopfschmerzen und Migräne. Und auch die Behandlung wird häufig nicht den unterschiedlichen Formen von Kopfschmerzen gerecht.

Häufige Ursachen von Kopfschmerzen

Kopfschmerzen haben viele Ursachen. "Meist sind seelische Belastungen, Muskelverspannungen oder Fehlhaltungen für Spannungskopfschmerzen verantwortlich", sagt Otto Uhl, Geschäftsführer der MigräneLiga e.V., Ginsheim.

Aber auch Flüssigkeitsmangel oder Arbeiten unter Zeitdruck und in schlecht belüfteten Räumen können Kopfweh verursachen. "Auslöser, sogenannte Trigger, für Migräne sind zum Beispiel hormonelle Faktoren oder Nahrungsmittel", so Uhl weiter. In vielen Fällen lassen sich Kopfschmerzen durch Behandlung der Ursachen vermeiden.

Auslöser erkennen, Ursachen vermeiden

"Stressbedingtem Kopfweh ist am besten mit Ruhe, Entspannungsübungen oder einen Spaziergang an der frischen Luft zu begegnen", rät Krause, Leiter der Schmerzsektion im DGK. Gegen die Schmerzen helfen kühle Kompressen aus der Apotheke auf Nacken oder Stirn. Bei Migräne sollten bekannte Trigger umgangen werden.

Beim Erkennen der Auslöser kann ein Kopfschmerztagebuch helfen, das in den teilnehmenden Apotheken kostenlos erhältlich ist.

Kopfschmerzen behandeln, nicht aushalten

Tipps von Freunden und Bekannten sind nicht immer geeignet, um den eigenen Kopfschmerz zu behandeln. Deshalb ist fachärztliche Beratung wichtig. Bei Lebererkrankungen zum Beispiel ist Paracetamol eher ungeeignet.

Eine wichtige Orientierungshilfe bei der Wahl des Schmerzmittels sind die Empfehlungen der Deutschen Migräne- und Kopfschmerz-Gesellschaft (DMKG). Danach sind für die Selbstbehandlung von Spannungskopfschmerzen die Wirkstoffkombination Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol und Koffein sowie Ibuprofen und ASS als Einzelsubstanzen geeignet. Bei Migräne auch Paracetamol.

Doch nicht alle empfohlenen Substanzen sind gleich wirksam.

Schmerzstillende Wirkstoffe: Kombinationen helfen besser

Einer Studie zufolge, bei der alle üblichen Wirkstoffe bei Kopfschmerzen miteinander verglichen wurden, ist die Kombination aus ASS, Paracetamol und Koffein deutlich wirksamer als Einzelsubstanzen. Um mit den Einzelwirkstoffen eine vergleichbare Schmerzlinderung zu erzielen, müssten Betroffene immerhin eine halbe Tablette mehr einnehmen.

"Der Grund dafür ist vermutlich das breitere Wirkprofil, denn die verschiedenen Substanzen greifen den Schmerz an unterschiedlichen Wirkorten an. Dadurch tritt die Schmerzlinderung schnell und zuverlässig ein", so Dr. Jan-Peter Jansen von der Stiftung Kopfschmerz, Berlin.

Übrigens: Trotz besserer Wirkung sind die Nebenwirkungen bei der Dreier-Kombination gering. Neunzig Prozent der damit behandelten Studienteilnehmer bezeichneten die Verträglichkeit als gut und sehr gut.

Mit starken Beschwerden zum Arzt

Auch wenn bei gelegentlichen Kopfschmerzen nichts gegen eine Selbstmedikation spricht, sollte der Kopfschmerz doch als Warnsignal verstanden werden. Hat man seinem Körper zu viel zugemutet, ist Ruhe und Entspannung angesagt. Bei Infekten gilt es, die Ursache zu behandeln. 

Deshalb rät Jansen: "Wer mehrmals im Monat unter Kopfschmerzen leidet, starke Beschwerden oder unerklärbare Kopfschmerzen hat, sollte einen Arzt aufsuchen."

Auf der folgenden Seite finden Sie einen Test, der Ihnen hilft, Ihre Kopfschmerzen besser einzuordnen und einzuschätzen, ob es sich dabei um Migräne oder Spannungskopfschmerzen handelt.

Aktualisiert: 04.02.2019 – Autor: Deutsches Grünes Kreuz

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