Rosmarin - der "Tau des Meeres"

Rosmarin © rawpixel

Schon in der Antike wurde der aromatisch duftende Rosmarin (Rosmarinus officinalis) im Mittelmeergebiet genutzt. Er war der Göttin Aphrodite geweiht und symbolisierte Liebe und Schönheit. Der Name des Rosmarins wird abgeleitet vom lateinischen "ros marinus" und bedeutet "Tau des Meeres". Durch Karl den Großen gelangte dieses Kraut im Mittelalter nach Deutschland und fand dort schnell Eingang in die Heilkräuterbücher der Klöster. Früher wurde Rosmarin den Kindern in die Wiege gelegt oder als Grabschmuck benutzt, als Brautstrauß ist er in Oberbayern noch heute bekannt.

Rosmarin im eigenen Garten

Die von März bis Mai erscheinenden Rosmarinblüten, welche quirlartig am Ende der mit den immergrünen nadelartigen Blättern versehenen Triebe stehen, sind in Ober- und Unterlippe getrennt und zeigen den für die Pflanzenfamilie der Lippenblütler typischen Aufbau.

Rosmarin bevorzugt im Garten warme, sonnige Standorte und ist zur Blütezeit eine wunderschöne Bienenweide. Leider sind nur wenige Rosmarin-Sorten winterhart, weshalb man diesen Halbstrauch meistens in Kübeln halten muss, damit man ihn unter kühlen und hellen Bedingungen im Haus überwintern kann.

Wirkstoffe und Heilwirkung von Rosmarin

Normalerweise werden die Rosmarinblätter für die Hausapotheke verwendet, aber auch die Blüten sind heilkräftig. Inhaltsstoffe sind vorwiegend die ätherischen Öle und Duftstoffe wie Kampfer, Verbanol, Eugenol, Limonen, Cineol, Borneol, Terpinol und Thymol. Aber auch Harze, Gerbstoffe, Flavonoide, Bitterstoffe, Pflanzensäuren und Saponin sind im Rosmarin enthalten.

Rosmarin hat eine antibakterielle, entzündungshemmende, krampflösende und pilztötende Wirkung. Dass der Rosmarin eines der wenigen Kräuter ist, welches den Blutdruck stärken kann, ist wenigen bekannt. Insbesondere das "Altersherz" wird durch Stärkung des Herz- und Kreislaufsystems unterstützt. Dieses Heilkraut hat weiterhin eine ausgleichende Wirkung auf das Nervensystem, daher kommt es auch bei nervösen Herzbeschwerden und Herzrhythmusstörungen sowie Kopfschmerzen mit Erfolg zur Anwendung.

Rosmarin kann außerdem:

  • bei ausbleibenden Periodenblutungen, Erschöpfungszuständen und Menstruationskrämpfen helfen,
  • Oberbauchkoliken kurieren und
  • Rheuma und Gicht lindern.

Anwendung von Rosmarin

Die Blätter sammelt man am besten kurz vor der Blüte. Sie müssen schonend getrocknet werden, damit die wertvollen ätherischen Öle erhalten bleiben. Als Teezubereitung werden ein gehäufter Teelöffel Rosmarinblätter mit ¼ Liter heißem Wasser übergossen und 15 Minuten lang ziehen gelassen. Bei allgemeinen Erschöpfungszuständen sollte man morgens und mittags je eine Tasse Rosmarintee trinken. Doch Vorsicht, Schwangere sollten Rosmarintee meiden!

Rosmarinöl wird durch Wasserdampfdestillation gewonnen und ist in Apotheken erhältlich. Dieses Öl sollte allerdings nur äußerlich und verdünnt verwendet werden, da es sonst Reizungen verursachen kann. Rosmarin-Bäder sollten nicht abends erfolgen, da Rosmarin belebend wirkt und den Schlaf stören kann.

Rosmarin als Küchenkraut

In der Küche können die frischen Triebspitzen des Rosmarins ganzjährig genutzt werden, denn es ist ein wichtiges Gewürz der mediterranen Küche, welches allerdings nur sparsam verwendet werden sollte. Rosmarin passt sehr gut zu Fleisch, Käse, Kartoffeln, Salat und Gemüse. Auch gebratener Fisch, Eierkuchen und Pizza können mit Rosmarin gewürzt werden.

Aktualisiert: 01.04.2016 – Autor: Anke Dorl

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