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Blasenspiegelung (Zystoskopie)

Schon im alten Ägypten wurden 3.000 Jahre vor Christus Katheter aus Bronze oder Zinn in die Harnblase eingeführt, Hippokrates benutzte um 400 vor Christus starre Rohre, um in den Mund oder den Enddarm zu schauen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts kam der deutsche Arzt Bozzoni auf die Idee, zusätzlich zu einem zweigeteilten Rohr Kerzenlicht einzusetzen – sein "Lichtleiter" war die Urform der Endoskopie, mit denen sich Körperhöhlen begutachten lassen. Das erste "moderne" Zystoskop wurde vom Dresdner Urologen Nitze 70 Jahre später vorgestellt.

Definition: Was ist eine Endoskopie?

Der Blick ins Innere des Körpers, ohne ihn zu verletzten: ein uralter Traum der Ärzte. Spiegelungen von Körperhöhlen, fachsprachlich Endoskopien (endo = innen, skopie = Umherschauen) bieten – neben Röntgen- und Ultraschalluntersuchungen – seit mittlerweile gut 100 Jahren diese Möglichkeit.

Sie haben den Vorteil, dass sich das Organ nicht nur direkt von innen anschauen lässt, sondern der Untersucher gleichzeitig Gewebeproben entnehmen, Messungen durchführen und sogar therapeutische Eingriffe vornehmen kann.

Wie funktioniert die Blasenspiegelung?

Bei der Spiegelung der Harnblase (Cystis) wird das Endoskop durch die Harnröhre (Urethra) eingeführt und diese meist gleichzeitig mituntersucht – der Eingriff wird deshalb auch als Urethrozystoskopie bezeichnet. Wird die Untersuchung auf den Harnleiter und das Nierenbecken ausgedehnt, spricht man von Ureterorenoskopie.

Das Endoskop (Zystoskop) ist ein schlauchförmiges, je nach Fragestellung starres oder biegsames Gerät mit einem Durchmesser von drei bis vier Millimeter, das eine Lichtquelle und ein lichtleitendes Kabel (mit einer kleiner Kamera am Ende) umfasst, welches durch einen Kanal eingeführt wird. Ein zusätzlicher Kanal dient zum Spülen und Absaugen, durch einen weiteren können zum Beispiel Spülflüssigkeiten, Hilfsinstrumente oder Harnleiterschienen (Stents; zur Überbrückung von Verengungen) eingebracht und Gewebeproben oder Steine herausgeholt werden.

Zusätzlich kann auch ein Röntgenkontrastmittel in die Harnleiter gefüllt und somit diese zusammen mit dem Nierenbecken im Röntgenbild dargestellt werden (retrograde Urografie).

Wann wird die Blasenspiegelung durchgeführt?

Es gibt eine Reihe von Gründen für eine Zystoskopie:

  • Blut im Harn (Hämaturie)
  • Verdacht auf einen Tumor, einen Stein oder einen Fremdkörper
  • Verdacht auf Verengungen der Harnröhre
  • Nachsorge nach Entfernung von Blasenkrebs
  • wiederkehrende Harnwegsinfekte
  • unklare Schmerzen beim Wasserlassen
  • Entleerungsstörungen

Bei einigen dieser Indikationen werden allerdings zuerst andere Tests durchgeführt, zum Beispiel Urinuntersuchungen , Blutuntersuchungen und Untersuchungen von Niere und Harnwegen, Röntgen. In jedem Fall wird vorher ein Bluttest gemacht, um Gerinnungsstörungen auszuschließen.

Aktualisiert: 28.02.2019 – Autor: Dagmar Reiche

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