Blasenspiegelung (Zystoskopie): Wie läuft die Untersuchung ab?

Die Zystoskopie erfolgt meist unter örtlicher Betäubung der Harnröhre mit einem schmerzbetäubenden Gleitmittel; eine Vollnarkose ist nur bei Kindern und in wenigen Ausnahmefällen nötig. Da bei Frauen die Harnröhre nur drei bis vier Zentimeter lang und gerade ist (beim Mann 25 bis 30 Zentimeter), ist der Eingriff bei ihnen einfacher.

Der Patient muss selbst keine Vorbereitungen treffen. Er legt sich auf einen speziellen Untersuchungstisch und zwar in der sogenannten Steinschnittlage, die den Frauen vom Besuch beim Frauenarzt bekannt ist: die Beine hochgelagert und gespreizt, die Hüften gebeugt. Die untere Körperhälfte wird mit sterilen Tüchern abgedeckt.

So verläuft die Blasenspiegelung

Der Genitalbereich wird bis zu den Oberschenkeln und der oberen Schamhaargrenze sorgfältig gereinigt und desinfiziert, damit durch das Endoskop keine Keime in den Harntrakt verschleppt werden. Anschließend wird ein Gleitgel, das gleichzeitig das Betäubungsmittel enthält, in die Harnröhre eingebracht und einige Minuten gewartet. Dann wird das Instrument eingeführt und durch dieses zusätzlich ständig steriles Spülwasser eingebracht. Damit wird zur besseren Beurteilung die Harnblase gedehnt und sichtbehindernde Trübungen zum Beispiel durch Blut oder Eiter werden ausgespült.

Als Folge kann der Patient während des Eingriffs Harndrang verspüren. In manchen Fällen lagert der Arzt den Patienten während der Untersuchung etwas um (zum Beispiel: Kopf runter, Becken höher) oder drückt auf seine Bauchdecke, um auch schlecht zugängliche "Ecken" ausspähen zu können. Die gesamte Untersuchung dauert in der Regel nur fünf bis zehn Minuten.

Kann es zu Problemen kommen?

Viele Patienten spüren von der Untersuchung kaum etwas und sind auch im Anschluss schnell wieder fit. Andere brauchen noch ein, zwei Tage, um sich wieder ganz zu erholen. Ernste Komplikationen sind selten, jedoch kann man Folgendes nicht ausschließen:

Schmerzen nach einer Blasenspiegelung

In den ersten Stunden (bis zum nächsten Tag) kann das Wasserlassen weh tun oder brennen. Lassen die Schmerzen nicht nach, nehmen zu oder treten einige Zeit später neu auf, kann eine Entzündung dahinter stecken. Es ist ein Arztbesuch nötig!

Blasenentzündung als Folge

Es gibt immer wieder Fälle, in denen trotz größter Vorsicht Erreger in die Harnröhre und Blase gelangen und dort eine Infektion verursachen. Um dieses Risiko zu minimieren, erhalten die Patienten nach dem Eingriff eine Tablette eines Antibiotikums die sie vorsorglich einnehmen sollten. Entwickeln sich aller Vorsorge zum Trotz Beschwerden einer Entzündung wie Schmerzen oder Fieber, sollte der Arzt konsultiert werden.

Verletzungen als Komplikationen

Es kann zu kleinen Einrissen an der Schleimhaut der Harnröhre und Blase kommen. Meist heilen sie folgenlos ab, können aber auch zu Narben führen, welche die Harnröhre verengen und so Störungen beim Wasserlassen hervorrufen können. Geringe Blutspuren in den ersten Stunden nach dem Eingriff sind harmlos, stärkere oder länger dauernde Blutungen erfordern einen erneuten Arztbesuch.

Harninkontinenz: selten von Dauer

Durch die Reizung des Blasenschließmuskels kann es kurzfristig zu einem unkontrollierter Abgang von Urin kommen. Sehr selten ist diese Störung von Dauer.

Wichtig: Viel trinken!

Wichtig ist, direkt nach der Untersuchung bis zum nächsten Tag viel zu trinken, auch wenn das Wasserlassen noch unangenehm ist. So werden Erreger ständig nach außen gespült und haben wenig Chancen, sich in Harnröhre und Blase häuslich niederzulassen. Am besten geeignet sind Wasser und Kräutertee – das reizt am wenigsten.

Aktualisiert: 28.02.2019 - Autor: Dagmar Reiche

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