Körpersignale richtig deuten

Kranker Körper sendet Signale © istockphoto, YakobchukOlena

Liegt mit unserer Gesundheit etwas im Argen, sendet unser Körper häufig Warnsignale. So können beispielsweise Magenbeschwerden oder Kopfschmerzen von Stress oder einer großen psychischen Belastung herrühren. Aber auch äußere Anzeichen wie eine blasse Haut, Zungenbelag oder verfärbte Fingernägel können Hinweise auf Krankheiten oder Mangelerscheinungen sein. Wir erklären, wie Sie diese Warnsignale Ihres Körpers richtig deuten.

1. Eingerissene Mundwinkel als Warnsignal

Eingerissene Mundwinkel (Rhagaden) äußern sich durch kleine Entzündungen am Mund, die oft beim Sprechen schmerzen und bei jeder Berührung brennen. Ursache dieser Fissuren können trockene Lippen sein und die damit verbundene Angewohnheit, ständig mit der Zunge über die Lippen zu lecken, wodurch die Haut erst recht austrocknet und einreißt.

Auch Viren, Bakterien oder Pilze, beispielsweise Herpes simplex oder Streptokokken, sind mögliche Verursacher der entzündeten Mundwinkel. Zudem können auch Eisenmangel oder ein Mangel an Vitamin B2 die Symptome hervorrufen.

Treten die Beschwerden immer wieder auf, sollte ein Arzt die Ursache abklären. Denn auch Krankheiten wie Diabetes, Schuppenflechte oder Allergien können den Beschwerden zugrunde liegen.

Als Hausmittel gegen eingerissene Mundwinkel eignet sich übrigens Honig, denn er macht die Lippen geschmeidig und wirkt gleichzeitig entzündungshemmend und antibakteriell.

2. Zungenbelag als Hinweis auf Krankheiten

Ist unsere Zunge gesund, ist sie blassrosa und zeigt meist einen dünnen weißlichen Zungenbelag, der von Nahrungsresten und harmlosen Keimen stammt. Mit einem starken Belag der Zunge kann der Körper jedoch das Vorliegen einer Krankheit zum Ausdruck bringen.

Unter anderem können – abhängig von der Farbe des Zungenbelags – folgende Auslöser vorliegen:

  • weiß: Erkältung, Magen-Darm-Erkrankungen oder Mundsoor
  • gelblich: Pilzinfektionen oder Störungen von Galle und Leber
  • rot (Himbeerzunge): Infektionskrankheiten, Vitamin B12-Mangel, Magen-Darm-Probleme sowie Erkrankungen der Leber und des Herzens
  • braun: Darmerkrankungen, Nierenprobleme
  • grau: Eisenmangel oder Blutarmut
  • schwarz (Haarzunge): gestörte Mundflora als Nebenwirkung von Antibiotika

Neben der Farbe des Zungenbelags kann die Zunge auch weitere Hinweise auf den Gesundheitszustand liefern. So können etwa auch eine trockene oder geschwollene Zunge auf diverse Krankheiten hindeuten.

3. Dunkle Augenringe und geschwollene Lider

Augenringe und dicke Augenlider verbinden wir häufig mit Schlafmangel oder übermäßigem Genuss von Alkohol. Tatsächlich muss aber nicht immer ein ungesunder Lebenswandel hinter den Erscheinungen stecken.

Dunkle Augenringe sind einerseits gerade bei hellhäutigen Menschen nicht unüblich, andererseits können sie aber auch Anzeichen von Nährstoffmangel (Eisen oder Zink) oder einer Unterversorgung des Blutes mit Sauerstoff sowie von Erkrankungen der Leber, Nieren und des Stoffwechsels sein.

Auch Augenschwellungen können auf eine schwere Erkrankung hindeuten: Insbesondere Schwellungen der Unterlider gelten als Hinweis auf Allergien, aber auch auf Bluthochdruck, den Beginn einer Gürtelrose, eine Herzschwäche oder Nierenerkrankung.

4. Blässe kann viele Ursachen haben

Jeder Mensch hat seine eigene Hautfarbe. Aber eine plötzliche Veränderung dieser Farbe kann ein Hinweis sein, dass mit dem Körper etwas nicht stimmt. So stellt zum Beispiel blasse Haut ein wohlbekanntes Zeichen von körperlichem Unwohlsein dar. Ein fahler Teint kann nicht nur ein Hinweis auf zu wenig Sonne sein.

Vorübergehende Blässe kann auf Kreislaufprobleme, Infekte oder eine Unterzuckerung (beispielsweise bei Diabetes) hindeuten. Dauert die Blässe jedoch länger an und geht zudem mit blassen Schleimhäuten einher, ist dies ein Warnsignal für ernstere Probleme. Mögliche Ursachen für blasse Haut sind:

  • Blutarmut (Anämie), zum Beispiel infolge eines Mangels an Eisen, Folsäure oder Vitamin B12 oder aufgrund einer Nierenschwäche
  • niedriger Blutdruck (Hypotonie)
  • Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose)
  • unbemerkte Blutungen im Körper, etwa durch ein Magengeschwür
  • bei starken Rauchern: sogenannte "Raucherhaut" infolge von Sauerstoffmangel

5. Gelbliche Haut und gelbe Augen

Stellt man beim Blick in den Spiegel fest, dass die Haut sowie der sonst weiße Teil der Augen gelblich verfärbt sind, sollte man einen Arzt aufsuchen. Denn gelbliche Haut, vor allem in Verbindung mit gelben Augen, kann ein Hinweis auf Gelbsucht sein. Die Verfärbung entsteht, wenn die Konzentration an Bilirubin (ein Abbauprodukt der roten Blutkörperchen) im Körper erhöht ist.

Zu den möglichen Ursachen dieser Symptome gehören:

  • Erkrankungen der Leber (zum Beispiel aufgrund einer Leberentzündung, einer Leberzirrhose oder einer Infektion mit Hepatitis B)
  • Erkrankungen der Galle (beispielsweise wegen eines Gallensteines oder eines Gallenstaus infolge einer Entzündung)
  • Erkrankungen des Blutes (etwa infolge einer Vergiftung)

6. Dünnes Haar und Haarausfall

Stumpfe, brüchige Haare und Haarausfall können als Folge von Dauerstress oder einfach erblich bedingt auftreten. Weitere mögliche Gründe für die Beschwerden sind:

  • Schilddrüsenunterfunktion
  • hormonelle Ursachen (zum Beispiel Wechseljahre oder Schwangerschaft)
  • Nährstoffmangel (Zink, Eisen, Biotin, Kupfer oder Eiweiß)
  • Stoffwechselerkrankungen (zum Beispiel Diabetes mellitus)
  • Vergiftungen und schwere Infektionen
  • Nebenwirkung von Medikamenten
  • Autoimmunreaktion des Körpers (bei kreisrundem Haarausfall)

In vielen dieser Fälle lässt sich der Haarausfall in den Griff kriegen, sobald man die genauen Ursachen kennt.

7. Farbe der Fingernägel

Sind die Fingernägel verfärbt, kann dies ganz unterschiedliche Ursachen haben. So können etwa weiße Flecken auch die harmlose Folge einer Verletzung der Nagelwurzel sein (beispielsweise durch eine etwas zu grobe Maniküre) und von selbst herauswachsen. Dahingegen sind weiße Streifen (sogenannte Mees-Streifen) möglicherweise die Folge einer Vergiftung oder fiebrigen Erkrankung.

Ist der komplette Nagel verfärbt, kommen unter anderem folgende Ursachen in Betracht:

  • Kontakt mit Chemikalien wie Putzmitteln oder Nagellack
  • Vitaminmangel
  • Nebenwirkung von Medikamenten
  • Erkrankungen der Haut, des Stoffwechsels, des Herzens oder der Nieren
  • Vergiftungen

Außerdem lässt die Farbe der Verfärbung Rückschlüsse auf deren Ursache zu. So können folgende Farben beispielsweise die genannten Ursachen haben:

  • schwarz: Blutergüsse infolge einer Quetschung
  • bräunliche oder blauschwarze Flecken: Muttermale, aber auch Hautkrebs
  • gelblich: Gelbsucht oder Leberprobleme
  • grünlich: Befall mit Bakterien oder Schimmelpilz
  • weißlich und trüb (Milchglasnägel): Leberzirrhose oder entzündliche Darmerkrankungen

8. Form der Fingernägel

Weisen die Fingernägel Rillen auf, ist das nicht unbedingt ein Grund zur Besorgnis. Denn feine Längsrillen sind in der Regel harmlos. Sie können eine Alterserscheinung oder ein Zeichen von Flüssigkeitsmangel sein.

Bei dicken, vereinzelten Längsrillen ist es allerdings ratsam, einen Arzt aufzusuchen, denn diese Rillen können Anzeichen eines Nageltumors sein. Querrillen, auch als Beau-Linien oder Beau-Reil-Furchen bezeichnet, sind oft die Folge einer schweren Erkrankung, zum Beispiel eines akuten Infekts.

Wölben sich die Fingernägel nach oben (Uhrglasnägel), kann dies auf Blutarmut sowie Erkrankungen der Leber und der Lunge hinweisen. Nach innen gewölbte Nägel (Löffelnägel) gelten als Zeichen für Magen-Darm-Erkrankungen.

Brüchige Fingernägel können durch einen Mangel an Kalzium und Magnesium sowie an verschiedenen Spurenelementen verursacht werden. Ebenso sind abblätternde Fingernägel ein Signal des Körpers für fehlende Mineralstoffe oder Spurenelemente.

Aktualisiert: 06.06.2018 – Autor: Silke Hamann

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