Holunder, ein gesundes Hausmittel: Jetzt ist Erntezeit

Holunder – an warmen Sommertagen versüßt sein Sirup Sekt und Hugo – in den Herbst- und Wintermonaten ist die Beere ein zuverlässiger Vitamin C-Lieferant. Die Früchte des schwarzen Holunders, auch Fliederbeerbusch genannt, können von August bis Ende September geerntet werden. So gesund ist Holunder und diesen giftigen Doppelgänger findet man am Wegrand.

Holunderbeeren und Holundersaft © Getty Images/Fattyplace

Wer beim sonnigen Herbstspaziergang Lust auf einen Vitamin C-Booster hat, sollte die essbare Wildpflanze ernten und verarbeiten. Neben dem schwarzen Holunder kann auch der seltene rote Holler zu Sirup oder Saft verarbeitet werden. Beim Sammeln ist allerdings Vorsicht geboten, der schwarze Holunder sollte nicht mit dem Zwerg-Holunder (Attich) verwechselt werden, da dieser giftig ist. Mehr dazu lesen Sie hier.

Holunder im Herbst: Immunbooster für kalte Tage

Holunder ist ein bekanntes Hausmittel, welches bei verschiedenen Beschwerden unterstützend wirken soll. Neben den Blüten und Beeren des Holunders, können auch Blätter und Wurzeln verarbeitet werden. Die Wirkung von Holunder im Überblick:

  • Zellschutz, dank dunklem Farbstoff: Das im violett-roten Farbstoff enthaltene Sambucyanin schützt die Zellen und bindet freie Radikale im Körper, welche bei der Zellteilung oder durch äußere Einflüsse entstehen können. Das Hausmittel soll aufgrund seiner antioxidativen Wirkung Entzündungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs vorbeugen.
  • Gesundes Hausmittel, bei Husten, Halsschmerzen und Erkältung: Im Holundersaft steckt ein hoher Anteil an Vitamin C und Zink. Diese Eigenschaft macht den Holundersaft zum perfekten Begleiter an kalten Herbst- und Wintertagen. Er beugt Husten vor und soll Schleim im Hals lösen, bei fiebriger Erkältung unterstützen und Beschwerden lindern. Auch bei Reizhusten oder Entzündungen in Hals und Rachen beruhigen Holundersaft oder Holunderblütensirup die Schleimhäute. Tipp: Holundersaft in einem Topf erhitzen, aber nicht aufkochen lassen – mit Honig oder Holundersirup süßen und langsam trinken.
  • Hausmittel bei Blasenentzündung und Harnwegsinfekten: Holunderblütentee und Holundersaft wirken leicht entwässernd und können somit auch bei Blasenentzündung helfen. Vitamin C und Zink stärken zudem das Immunsystem. Tipp: Bei Blasenentzündung empfiehlt es sich, viel Flüssigkeit zu trinken, um Keime auszuspülen.
  • Holunder gegen Stress und Schlafstörungen: Holunder kann bei Schlafstörungen, wie Einschlafproblemen oder unruhigem Schlaf, helfen. Ein Glas Holundersaft vor dem Schlafengehen soll helfen, diesen Problemen vorzubeugen. Tipp: An kalten und stressigen Tagen empfiehlt sich ein heißes Bad. Einen Teebeutel Holundertee aufgießen und ziehen lassen, anschließend dem Badewasser zugeben und entspannen.

Giftiger Holunder: darauf ist zu achten

Vorsicht, Holunder kann trotz seiner heilenden Wirkung giftig sein. Nicht alle Teile des Holunders sind essbar – auch die Beeren des Holunders können dem Körper roh schaden. Verantwortlich ist das Gift Sambunigrin, welches Übelkeit, Erbrechen, Durchfall und Krämpfe auslöst. Besonders Kinder sind gefährdet. Darauf ist zu achten:

  • Stiele der Frucht, Stängel und Blätter sorgfältig aussortieren und entfernen
  • Holunderbeeren stets durchgaren
  • Nur reife Beeren verzehren
  • Beeren des roten Holunders vor dem Verzehr entkernen, da die Samen das meiste Gift enthalten

Der giftige Zwergholunder unterscheidet sich vom schwarzen Holunder in der Größe des Strauchs. Während der Zwergholunder nur bis zu 1,50 Meter groß wird, kann ein Holunderstrauch bis zu drei Meter erreichen. Zudem riecht der Zwergholunder unangenehm, die Blätter sind schmäler und die Beeren stets nach oben gerichtet und weisen leichte Dellen auf. Bei Unsicherheit, um welche Sorte es sich handelt, sollte der Strauch gemieden werden, da es zu leichten bis schweren Vergiftungssymptomen bis hin zum Tod kommen kann.

Aktualisiert: 02.09.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin