So wohltuend wirkt Wärme bei Schmerzen

Frau mit Schmerzen genießt Wärme in Sauna © istockphoto, gpointstudio

Wärme gehört zu den ältesten Behandlungsmethoden: Sie beruhigt und entspannt, steigert Stoffwechselprozesse, verbessert die Durchblutung, stimuliert das Immunsystem und lindert Schmerzen. Genauso vielfältig wie die Wirkungen von Wärme sind auch ihre Anwendungsformen. "Die einfachste Methode ist das Einwickeln des Körpers mit warmen Tüchern. Auch Getreide- und Kirschkernkissen, die im Backofen oder der Mikrowelle erwärmt werden, haben sich bewährt", erklärt Helga Freyer, Krankengymnastin.

Wärme gegen Schmerzen

Bei akuten Rückenschmerzen, Verspannungen sowie bei schmerzhaften Gelenken schwören viele Betroffene auf die heiße Rolle: Mehrere Gästehandtücher werden nacheinander so eingerollt, dass ein Trichter entsteht.

In diesen Trichter wird etwa ein Liter heißes Wasser gegeben. Die Tücher werden dann auf den schmerzenden Bereich gelegt und von außen nach innen abgerollt. So kann immer wieder Wärme von außen nach innen dringen.

Schlammpackungen und heiße Bäder

Packungen und Bäder mit Peloiden (griech. "Pelos" = "Schlamm"), wie Moor, Fango oder Schlick haben ebenfalls seit vielen Jahren eine große Bedeutung in der Schmerzbehandlung. Sie eignen sich zur Behandlung einzelner Bereiche des Körpers oder als Ganzkörperpackungen.

Infrarotlicht wird häufig bei Entzündungen der Nasennebenhöhlen oder bei Mittelohrentzündungen eingesetzt. Manchmal kommt auch Ultraschall zum Einsatz. Ultraschall erzeugt die Erwärmung des Gewebes durch mechanische Schwingungen.

Doch wie wirkt Wärme?

Der Körper reguliert seine Temperatur durch komplizierte Mechanismen. Ist die Außentemperatur niedrig, so versucht der Körper den Wärmeverlust zu verringern, in dem er die Durchblutung drosselt. Hände und Füße fühlen sich dann kalt an. Wird dagegen von außen Wärme zugeführt, nimmt die Durchblutung der Haut und der anderen Gewebe zu.

Die Durchblutungsförderung führt gleichzeitig auch zu einer Steigerung der Stoffwechselprozesse. Die Gewebe sind besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Stoffwechselendprodukte werden schneller abtransportiert. "Auch das Immunsystem wird stimuliert", weiß die Physiotherapeutin. Durch die verbesserte Durchblutung gelangen Abwehrzellen rascher an erkranktes Gewebe heran. Wärme löst außerdem Verspannungen der Muskulatur, fördert die Dehnbarkeit von Sehnen und Bändern und lindert Schmerzen.

Nicht bei Entzündungen!

Obwohl Wärme viele positive Effekte in der Schmerzlinderung zugeschrieben werden, ist aber auch Vorsicht geboten. Wärme ist nicht bei jeder Form von Schmerz wirksam. "Bei Schmerzen, die von einer Entzündung herrühren, kann Wärme genau das falsche Mittel sein. Denn Wärme kann Entzündungen fördern", warnt Freyer. Wer unsicher ist, ob eine Wärmetherapie sinnvoll ist, sollte dies mit einem Arzt besprechen.

Aktualisiert: 19.11.2015 – Autor: sra

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