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Thalasso: Mit der Kraft des Meerwassers heilen

Füße im Meerwasser © rawpixel

Die heilende Kraft des Meerwassers und seiner Inhaltsstoffe steckt hinter dem Begriff Thalasso. Rheuma, Herzbeschwerden, Hautkrankheiten - alle diese und viele andere Krankheiten lassen sich mit der Thalasso-Therapie ergänzend behandeln - dies wussten schon die Griechen. Wie gut ein Tag am Meer tut weiß eigentlich jeder. Wattwandern, in den Fluten baden, die salzige Luft einatmen, das alles wirkt bei etlichen Beschwerden Wunder.

Ende des 19. Jahrhunderts fand der französische Biologe René Quinton heraus, dass das Meerwasser dem menschlichen Blutplasma ähnlich ist. So werden die wertvollen Spurenelemente und Mineralstoffe aus den Ozeanen besonders leicht vom menschlichen Organismus aufgenommen. Erstmals begründet man nun wissenschaftlich die therapeutischen Heilwirkungen von Meereswasser.

Thalasso-Therapie ist mehr als Meer

Der Begriff Thalasso stammt aus dem Griechischen („thalassa" für „Meer"). Eine Thalasso-Therapie ist also eine Behandlung mit Inhaltsstoffen aus dem Meer. Schon im antiken Griechenland kannte man die heilende Wirkung des Meerwassers - der griechische Dichter Euripides wusste, dass das Meer uns von Krankheiten heile. Mittlerweile wird das Wissen um die Kraft des Meeres in der Kosmetik und im Wellnessbereich wieder aufgegriffen.

Das salzige Wasser der Ozeane enthält u.a. Natrium, Kalzium, Kalium, Magnesium, Phosphor, alles lebenswichtige Mineralstoffe, aber auch die Spurenelemente wie Chrom, Eisen, Zink, Selen und Jod benötigt der menschliche Körper, um gesund zu sein. Auf rund 34 Grad erwärmtes Meerwasser lässt diese Inhaltsstoffe ihre positive Wirkung entfalten. Meerwasser-Trinkkuren bei Magen-Darm-Erkrankungen oder Gallenbeschwerden gehören dazu, Schlick- und Algenpackungen wirken bei Akne und Schuppenflechte, Allergiker schätzen das Meeresklima - insgesamt wird vor allem das Immunsystem gestärkt.

Algenpräparate gehören übrigens auch zum Ernährungsplan einer Therapie: als Tabletten, in Pulverform, als Ampulle oder in Lotionen sollen sie abwehrsteigernd, entschlackend und aufbauend wirken. Unter anderem enthalten sie Alginate, die Schadstoffe im Körper binden und entgiften.

Nicht für Jedermann und nicht als Kur

Thalasso-Therapien sind jedoch nicht für jeden geeignet. Wer unter einer Jodallergie oder einer Schilddrüsenerkrankung, vor allem an einer Überfunktion, leidet sollte unbedingt den Hausarzt konsultieren. Eine „Therapie" im medizinischen Sinne ist Thalasso-Therapie trotz des Namens jedoch nicht, denn sie zählt zum Wellness-Bereich soll unterstützend bei medizinischen Therapien wirken; die Krankenkassen zahlen also nichts.

Thalasso-Anwendungen werden überall in Deutschland in zahlreichen Kurorten und Wellness-Hotels angeboten, sind aber auch zu Hause möglich. Nach den internationalen Bestimmungen der Europäischen Wellness-Union gehört jedoch die unmittelbare Nähe des Meeres, 300 Meter vom Therapiehaus entfernt zur Thalasso-Therapie im strengeren Sinne.

Thalasso zu Hause

Wem die Reise ans Meer zu teuer und zu weit ist kann die Heilkraft des Meeres auch in der heimischen Badewanne anwenden. Zu kaufen gibt es inzwischen Badezusätze mit grünen Algen und Meersalz, die entgiften, entschlacken, entwässern und das Gewebe stärken. Die Badezeit beträgt zirka 20 Minuten. Wegen der stoffwechselanregenden Wirkung sollte man zehn Minuten nach dem Bad ruhen.

Ein weiteres Produkt ist die Algen-Gel-Packung: das Gel wird auf den ganzen Körper aufgetragen. Alternativ werden nur die Problemzonen wie Po, Bauch, oder Beine behandelt, die man mit einer Spezial-Plastikfolie einwickelt. Zusätzlich mit einer Decke erwärmt sollte man rund 30 Minuten das Algengel wirken lassen. Algen in der Ernährung werden häufig in Naturheilverfahren eingesetzt und sind in Apotheken und Reformhäusern erhältlich.

Aktualisiert: 12.05.2016 – Autor: bo

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