Wie viel Eisen ist wirklich im Spinat?

Eisenreicher Spinat © iStock.com/nata_vkusidey

Manche Missverständnisse verändern das Leben von Tausenden Menschen. Und sicher haben Sie sich als Kind auch immer anhören müssen, dass Sie Ihren Spinat aufessen sollen, da dieser so viel Eisen enthält, oder? Aber dies ist ein Mythos: Denn dem Spinat wird 10-mal mehr Eisen zugesprochen, als er wirklich hat.

Der Eisengehalt im Spinat

Wie genau der Mythos des eisenreichen Spinats entstand, ist unklar. Dazu gibt es zwei gängige Erklärungen.

Einer Version zufolge hat sich vor 100 Jahren jemand beim Schreiben einer Nährwert-Tabelle um eine Kommastelle vertan. Der tatsächliche Eisengehalt von 3,5 mg in 100 g Spinat wurde plötzlich zu 35 mg. Dieser Kommafehler wurde über Generationen so weitergegeben und hielt sich hartnäckig.

Als wahrscheinlichere Erklärung gilt, dass damals der Eisengehalt für getrockneten statt frischen Spinat bestimmt wurde. In diesem Fall wäre die Angabe von 35 mg pro 100 g tatsächlich richtig, nur fälschlicherweise auf frischen Spinat angewandt worden.

So oder so: Heute weiß man, dass Spinat viel weniger Eisen liefert, als lange angenommen. Ernährungswissenschaftler haben aber festgestellt, dass Spinat einen hohen Anteil an Magnesium, Vitamin B1, B2 und Folsäure enthält.

Das Gemüse scheint zwar immer noch ein relativ guter Eisenlieferant zu sein, aber er enthält auch einen hohen Anteil an Oxalsäure, die im Verdacht steht, die Aufnahme von Eisen im Darm zu hemmen. Das Eisen aus dem Spinat könnte dadurch von unserem Körper nicht optimal verwertet werden. Allerdings: Neuere Untersuchungen beurteilen den Effekt der Oxalsäure auf die Eisenaufnahme als eher gering.

Eisenmangel vorbeugen

Von allem ein bisschen – so lautet die Devise, wenn es um gesunde Ernährung geht. Denn wer sich gesund und abwechslungsreich ernährt, läuft kaum Gefahr, einen Eisenmangel zu bekommen. Eisenreiche Lebensmittel sind zum Beispiel Weizenkleie, Hülsenfrüchte, Pistazien oder Amaranth. Besonders gut kann Eisen aus tierischen Lebensmitteln vom Darm aufgenommen werden, etwa aus Leber oder Fleisch.

Herkunft von Spinat

Über die Herkunft von Spinat gibt es übrigens folgende Theorie: Vermutlich stammte die Gemüsepflanze aus Persien, gelangte durch die Mauren zunächst nach Spanien und verbreitete sich von dort in alle europäischen Länder. Haupterzeugerländer sind heute die USA, die Niederlande und skandinavische Länder.

Aktualisiert: 01.04.2021 - Autor: überarbeitet: Silke Hamann

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