Wie viel Eisen ist wirklich im Spinat?

Eisenreicher Spinat © istockphoto, nata_vkusidey

Manche Missverständnisse verändern das Leben von Tausenden Menschen. Und sicher haben Sie sich als Kind auch immer anhören müssen, dass Sie Ihren Spinat aufessen sollen, da dieser soviel Eisen enthält, oder? Aber dies ist ein Irrtum: Vor 100 Jahren hat sich jemand beim Schreiben einer Nährwert-Tabelle um eine Kommastelle vertan. Seit dieser Zeit wird dem Spinat 10 mal mehr Eisen zugesprochen, als er wirklich hat.

Der Eisengehalt im Spinat

Der tatsächliche Eisengehalt von 2,9 mg in 100 g Spinat wurde plötzlich zu 29 mg. Dieser Kommafehler wurde über Generationen so weitergegeben. Ernährungswissenschaftler haben festgestellt, dass Spinat aber einen hohen Anteil an Magnesium, Vitamin B1, B2 und Folsäure enthält.

Dieses Gemüse scheint zwar immer noch ein relativ guter Eisenlieferant zu sein, aber er enthält auch einen hohen Anteil an Stoffen wie Oxalsäure, die die Aufnahme von Eisen im Darm hemmt. Das Eisen aus dem Spinat kann also von unserem Körper nicht optimal verwertet werden. Dagegen kann Eisen aus tierischen Lebensmittel gut vom Darm aufgenommen werden.

Eisenmangel vorbeugen

Von allem ein bisschen! Denn wer sich gesund und abwechslungsreich ernährt, läuft kaum Gefahr, einen Eisenmangel zu bekommen. Eisenreiche Lebensmittel sind zum Beispiel Weizenkleie, Hülsenfrüchte, Pistazien oder Amaranth.

Herkunft von Spinat

Über die Herkunft von Spinat gibt es übrigens folgende Theorie: Vermutlich stammte die Gemüsepflanze aus Persien, gelangte durch die Mauren zunächst nach Spanien und verbreitete sich von dort in alle europäischen Länder. Haupterzeugerländer sind heute die USA, die Niederlande und skandinavische Länder.

Aktualisiert: 16.03.2017

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