Vanille – süßer Stimmungsaufheller

Vanilleschoten © Anna Quaglia

Vanillepudding, Vanillesoße oder Vanillekipferl – viele süße Leckereien werden heutzutage mit Vanille verfeinert. Besonders zur Weihnachtszeit hat die Vanille, die nach Safran das zweitteuerste Gewürz der Welt ist, Hochsaison. Die Vanille kann jedoch nicht nur mit ihrem unverkennbaren Geschmack und ihrem angenehmen Geruch überzeugen, sondern gilt mit ihrer gesundheitsfördernden Wirkung als wahres Superfood.

Wie ist die Wirkung von Vanille?

Dem Gewürz Vanille und insbesondere seinem Hauptaromastoff Vanillin werden verschiedene positive Auswirkungen auf unseren Körper nachgesagt:

  • So soll Vanille stimmungsaufhellend wirken und deswegen bei depressiven Verstimmungen oder Angstzuständen helfen können.
  • Bei Angstzuständen macht sich zudem die beruhigende Wirkung der Vanille auf unsere Nerven bemerkbar – deswegen duften auch viele Kerzen, Badezusätze und Körperpflegeprodukte nach Vanille.
  • Zu empfehlen sind Produkte mit Vanilleduft aber auch Naschkatzen, denn Vanille soll angeblich die Lust auf Süßes bremsen.
  • Häufig wird Vanille Parfüms und anderen Kosmetika beigefügt, da Vanillin den Pheromonen (Sexuallockstoffen) des Menschen chemisch sehr ähnlich ist. Auf diese chemische Ähnlichkeit ist wohl die aphrodisierende Wirkung, die der Vanille nachgesagt wird, zurückzuführen.

Vanille als Medikament?

Darüber hinaus soll Vanille, wenn sie äußerlich aufgetragen wird, eine antiseptische Wirkung haben – das heißt, sie soll beispielsweise bei Wunden das Risiko einer Infektion senken können. Zudem wird der Vanille aber auch eine entzündungshemmende Eigenschaft zugeschrieben. Deshalb soll das Gewürz bei Pilzerkrankungen der Haut sowie bei Ekzemen und Neurodermitis besonders wirkungsvoll sein.

Aus was besteht Vanille?

Echte Vanille setzt sich folgendermaßen zusammen: 

  • 35 Prozent Wasser
  • 25 Prozent Zucker
  • 15 Prozent Fett 
  • 6 Prozent Mineralstoffe

Zudem hat Vanille einen hohen Celluloseanteil, der bis zu 30 Prozent betragen kann. Der Anteil des Hauptaromastoffs Vanillin liegt zwischen drei und vier Prozent.

Hauptaromastoff Vanillin

Echte Vanille gehört weltweit zu den begehrtesten Gewürzen. Durch den aufwendigen Anbau – so müssen die Vanilleblüten häufig per Hand bestäubt werden – und wechselnden Ernteerträgen sind die Bestände jedoch schwankend und echte Vanille teuer. Deswegen wird der Hauptaromastoff Vanillin heutzutage hauptsächlich künstlich hergestellt – meist wird echte Vanille nur noch für besonders hochwertiges Gebäck verwendet.

Um den Bedarf an Vanille zu decken, werden jedes Jahr etwa 14.000 Tonnen mit biotechnischen Methoden künstliches Vanillin produziert – echte Vanille enthält neben Vanillin jedoch noch rund 40 weitere Bestandteile. Der große Vorteil des künstlich hergestellten Vanillins ist, dass es relativ kostengünstig hergestellt werden kann. Es ist beispielsweise im beim Backen häufig verwendeten Vanillinzucker enthalten. Neben biotechnisch hergestelltem "natürlichem" Vanillin gibt es noch Vanillin, das aus Nadelhölzern gewonnen wird. Dieses wird als "naturidentisch" bezeichnet.

Die sogenannte "Bourbon-Vanille" stammt übrigens von den Bourbon-Inseln. Dazu gehören die Komoren, Madagaskar, die Seychellen, La Réunion und Mauritius. Nur Vanille von diesen Inseln darf diesen Namen tragen.

Der Unterschied zwischen echtem und künstlichem Vanillezucker

Im Gegensatz zum synthetisch hergestellten Vanillinzucker setzt sich echter Vanillezucker aus Zucker und Vanille zusammen und ist an den kleinen schwarzen Pünktchen, die beim Zermahlen der Samen entstehen, zu erkennen. Allerdings enthalten heutzutage auch immer mehr Produkte mit künstlichem Vanillin solche schwarzen Pünktchen. Diese bestehen lediglich aus der gemahlenen Hülle der Schote, die kaum Aroma enthält. Dadurch soll der Eindruck erweckt werden, dass für die Herstellung des Produktes echtes Vanillemark verwendet wurde.

Vanille: Verwendung in der Küche

Vanille wird in der Küche vor allem zum Würzen von Süßspeisen oder in Kombination mit Obst verwendet. Wer beim Kochen gerne experimentiert, kann Vanille aber auch zum Würzen von pikanten Gerichten wie Fleisch oder Gemüse benutzen.

Zum Würzen in der Küche wird zumeist das Fruchtfleisch der Vanilleschote verwendet, da es den Großteil der Aromastoffe enthält. Um an das Fruchtfleisch zu gelangen, wird die Vanilleschote der Länge nach aufgeschnitten. Anschließend wird das Fruchtfleisch gemeinsam mit den schwarzen Samen aus der Schote herausgekratzt.

Da die Schote selbst auch viele Aromastoffe enthält, sollte sie ebenfalls weiter benutzt werden: Ihre Aromastoffe können beispielsweise durch Kochen der Vanilleschote in Milch oder Sahne gewonnen werden. Anschließend kann die Flüssigkeit beispielsweise für eine Vanillesoße weiter verwendet werden.

Tipp: Um echten Vanillezucker selber zu machen, benötigt man lediglich ein luftdicht verschließbares Gefäß und eine ausgekratzte Vanilleschote. Die Schote einfach gemeinsam mit dem Zucker in das Gefäß geben und sechs bis acht Wochen ziehen lassen. Je mehr Vanilleschoten hinzugefügt werden, umso aromatischer wird der Zucker.

Wo kommt die Vanille her?

Die Vanille-Pflanze gehört zu den Orchideengewächsen und stammt ursprünglich aus Mexiko. In Mittel- und Südamerika wurde sie schon vor Jahrhunderten zum Verfeinern des bitteren Kakaos, aber auch als Aphrodisiakum eingesetzt. Nach Europa gelangte die Vanille-Pflanze erst durch die spanischen Eroberer.

Weltweit existieren über 100 verschiedene Vanille-Sorten, allerdings liefern nur 15 Sorten aromatische Kapseln. Die wichtigste Vanillesorte stellt die Gewürzvanille dar. Obwohl sie ihre Ursprünge in Mexiko hat, wird sie heute vor allem auf Madagaskar und anderen Inseln im indischen Ozean angebaut. Besonders bekannt ist die Bourbon-Vanille, die in Europa wegen ihres intensiven Aromas besonders gefragt ist. Sie stammt von der Insel La Réunion, die früher den Namen Ile Bourbon trug.

Aktualisiert: 10.12.2020 - Autor: Kathrin Mehner, Medizinredakteurin

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