Gesund oder ungesund?

Ein Glas Wein, eine Tasse Kaffee, Fleisch oder ein Stück Schokolade: Bei vielen Lebensmitteln ist die verzehrte Menge entscheidend dafür, ob das Lebensmittel für uns gesund oder ungesund ist. Wir stellen Ihnen im Folgenden sieben Lebensmittel genauer vor und verraten Ihnen, welche Mengen noch gesund sind und ab wann das jeweilige Lebensmittel eher negative Auswirkungen auf unseren Körper haben kann.

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Kaffee

Kaffee © iStock.com/AnnaBreit
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Einen guten halben Liter am Tag oder 166 Liter pro Jahr – so viel Kaffee trank jeder Deutsche im Durchschnitt im Jahr 2020. Morgens bringt eine heiße Tasse Kaffee unseren Kreislauf in Schwung und über den Tag hilft uns das im Kaffee enthaltene Koffein dabei, kleine Leistungstiefs zu überbrücken oder Kopfschmerzen entgegenzuwirken. Dieser Effekt entsteht durch die verbesserte Durchblutung im Gehirn. Auch die Darmtätigkeit wird durch die verstärkte Durchblutung angeregt. Studien weisen zudem daraufhin, dass Kaffee sich positiv auf die Herzgesundheit auswirkt und das Risiko für Gallensteine senkt.

Übertreiben sollte man es mit dem Kaffeekonsum jedoch nicht, denn wird Koffein in großen Mengen zugeführt, kann der Wirkstoff auch Nebenwirkungen haben. Dazu zählen beispielsweise Zittrigkeit, Herzrasen und Bluthochdruck. Bei Herzproblemen sollte der Kaffeekonsum also mit dem Arzt besprochen werden. Da Kaffee ein "Säurelocker" ist und die Produktion von Magensaft fördert, kann ein hoher Konsum einen empfindlichen Magen belasten.

Als generelle Empfehlung gilt, dass man täglich nicht mehr als vier Tassen normalen Kaffee trinken sollte. Schwangere sollten maximal eine Tasse Kaffee pro Tag trinken. Eine Tasse entspricht dabei etwa 150 Millilitern.

Fleisch

Fleisch © iStock.com/Lisovskaya
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Langzeitstudien belegen, dass der tägliche Verzehr von rotem Fleisch (Rind-, Lamm- und Schweinefleisch) die Lebenserwartung verkürzen kann – laut einer US-amerikanischen Studie um bis zu zwölf Prozent. Durch den hohen Fleischkonsum könne das Risiko für bestimmte Krebserkrankungen oder einen Herzinfarkt ansteigen. Auch die Entstehung von Krankheiten wie Osteoporose, Gicht und Rheuma soll durch eine fleischlastige Ernährung begünstigt werden.

In Maßen verzehrt kann Fleisch jedoch durchaus gesund sein, denn es liefert wertvolles Eiweiß und versorgt unseren Körper außerdem mit großen Mengen Eisen. Als Richtline gilt, dass pro Woche 300 bis maximal 600 Gramm Fleisch auf dem Speiseplan stehen sollten. Schwerpunktmäßig sollte dabei auf Geflügel und nicht auf Schweine- oder Rindfleisch zurückgegriffen werden. Auch Fisch kann eine gesündere Alternative zum Fleischgericht sein.

Milch

Milch © iStock.com/ValentynVolkov
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Nicht nur bei Kindern, sondern auch bei vielen Erwachsenen stellt Milch ein beliebtes Lebensmittel dar. Dank des vergleichsweise hohen Kalziumgehalts soll sie unsere Knochen stärken. Zudem ist Milch reich an B-Vitaminen, die für unseren Stoffwechsel von essentieller Bedeutung sind.

Kaum ein Lebensmittel ist wohl aber auch so umstritten, wie die Milch. So stellten schwedische Forscher in einer Studie fest, dass das Risiko für Knochenbrüche bei hohem Milchkonsum sogar steigen kann. Betroffen von dieser Auswirkung waren jedoch nur Frauen. Dies könnte mit einem Bestandteil des Milchzuckers, der Galaktose, zusammenhängen. Dieser soll im Körper entzündliche Reaktionen auslösen, die sich sowohl auf den Knochenaufbau auswirken, als auch die Entstehung von Tumorzellen begünstigen sollen. Andere wissenschaftliche Untersuchungen konnten wiederum keinen entsprechenden Zusammenhang feststellen oder sagen Milch bei bestimmten Krebsarten sogar einen vorbeugenden Effekt nach.

Mit Blick auf die gesundheitlichen Auswirkungen von Milch lässt sich also festhalten, dass bisherige Studien sowohl negative als auch positive Effekte von Milch nachweisen konnten. Ein moderater Konsum wird in jedem Fall auch hier empfohlen (maximal 250 Gramm Milch und Joghurt pro Tag). Als Alternative zu Kuhmilch bietet sich jedoch bereits jetzt Ziegen- oder Schafsmilch an, die vom Körper besser verwertet werden kann.

Schokolade

Schokolade © iStock.com/JanPietruszka
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Rund elf Kilogramm Schokolade verzehrt jeder Deutsche pro Jahr. Schokolade setzt Glückshormone frei, ist also gut für die Seele und kann uns aus jedem Stimmungstief holen. Doch dass zu große Mengen der süßen Leckerei nicht gesund ist, ist uns wohl allen bewusst: Denn Schokolade besteht vor allem aus Zucker und Fett. Durch ihren hohen Kaloriengehalt kann sie die Entstehung von Übergewicht und damit einhergehenden Folgeerkrankungen begünstigen.

Doch wählt man die richtige Sorte aus und genießt die Schokolade in Maßen, kann die süße Leckerei sogar gesund sein. Denn dunkle Schokoladensorten mit einem Kakaoanteil von mindestens 50 Prozent sind reich an sekundären Pflanzenstoffen (Flavonoide), die die Elastizität der Gefäße erhöhen. Damit wirken sie sich positiv auf unsere Herzgesundheit aus und sollen so Erkrankungen wie einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall vorbeugen. Gegen ein, zwei oder drei Stückchen Schokolade am Tag ist also nichts einzuwenden – dabei sollte es jedoch auch bleiben.

Eier

Eier © iStock.com/nitrub
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Nicht nur an Ostern, sondern auch das restliche Jahr über sind Eier bei uns äußerst beliebt. Eier versorgen unseren Körper insbesondere mit wertvollem Eiweiß. Daneben sind sie aber auch reich an wichtigen Vitaminen und Mineralstoffen wie Eisen, Kalium und Kalzium.

Eier enthalten zwar viel Cholesterin (circa 250 Milligramm pro Stück), tragen bei normalem Konsum aber in der Regel nicht – wie lange Zeit vermutet wurde – zu einer Erhöhung des Cholesterinspiegels und damit zu einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei. Einige Studien weisen jedoch darauf hin, dass ein dauerhaft hoher Konsum von über sechs Eiern pro Woche negative Auswirkungen auf die Gesundheit haben könnte. Als in jedem Fall unbedenklich gilt aber der Genuss von zwei bis drei Eiern pro Woche. Allerdings müssen dabei auch "versteckte" Eier wie beispielsweise in Nudeln und Kuchen mitgerechnet werden. Ist der Eierkonsum für kurze Zeit erhöht, wie etwa an Ostern, sind keine negativen Auswirkungen zu erwarten.

Ist Wein gesund?

Wein © Sponchia
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Alkohol gilt allgemein als ungesund, vor allem Rotwein steht jedoch in dem Ruf, sich positiv auf die Herzgesundheit auszuwirken. Die Ergebnisse unterschiedlicher Studien scheinen darauf hinzuweisen, dass moderater Alkoholkonsum tatsächlich Cholesterin- und Blutwerte positiv beeinflussen kann. Unterschiede zwischen Wein, Bier oder anderen Spirituosen wurden dabei nicht festgestellt. Die Ergebnisse der Studien sind dabei aufgrund methodischer Faktoren oder einer geringen Teilnehmerzahl jedoch nur begrenzt repräsentativ.

Übertreiben sollte man es mit dem Alkoholkonsum in jedem Fall nicht – denn zu viel Alkohol kann langfristig zu einer Schädigung der Leber führen. Für Frauen und Personen über 65 Jahre gilt pro Tag ein Konsum von circa 0,25 Litern Bier, 0,125 Litern Wein oder 0,03 Litern Weinbrand als verträglich, Männer unter 65 Jahren können die doppelte Menge konsumieren. Eine mögliche Suchtgefahr oder psychologische Folgen sind bei diesen Empfehlungen aber nicht berücksichtigt worden, sie beziehen sich lediglich auf körperliche Auswirkungen.

Salz

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Deutlich mehr Salz als empfohlen – nämlich zwischen acht und zehn Gramm – nimmt jeder Deutsche pro Tag auf. Als gesund wird ein Salzkonsum von etwa fünf Gramm täglich angesehen. Problematisch ist, dass wir bei vielen Lebensmitteln nicht genau wissen, wie viel Salz sie enthalten: So nehmen wir beispielsweise über Fertigpizzen und Tütensuppen, aber auch über Brot und Wurst größere Mengen Salz auf.

Ein zu hoher Salzkonsum kann sich negativ auf unseren Blutdruck auswirken und dieser kann wieder zu einer Schädigung der Nieren führen. Auch das Risiko für einen Schlaganfall soll Studien zufolge durch einen erhöhten Salzkonsum deutlich ansteigen. Gänzlich verzichten sollten Sie auf den Verzehr von Salz aber auf keinen Fall, schließlich ist Salz für den Wasser- und Nährstoffhaushalt des Körpers unabdingbar. So wird es für die Erregbarkeit von Nerven und Muskeln gebraucht und ist ein bedeutender Bestandteil der Magensäure.

Aktualisiert: 06.05.2021 - Autoren: Kathrin Mehner, Medizinredakteurin | Jasmin Rauch, Medizinredakteurin