Mit Kohl und Kürbis gegen Erkältung

Kohl hilft gegen Erkältung © ulleo

Kürzer, kühler und dunkler - das ist der Trend dieser Tage. Allerdings nicht in der Mode, sondern im Tagesablauf. In Bus und Bahn wird geniest und gehustet und die Taschentücher werden allerorten gezückt. Gut, wer jetzt gegen den Virenansturm gewappnet ist. Wer sein Immunsystem noch aufrüsten will: Ernährungswissenschaftlerin Hanna-Kathrin Kraaibeek gibt Tipps, mit welchen Gemüsesorten Sie sich jetzt stärken können.

Welches Herbstgemüse sollte man essen, um seine Abwehrkräfte noch einmal richtig in Schwung zu bringen?

Kraaibeek: Herbstzeit ist Kohlzeit. Egal, welche Sorte auf den Tisch kommt: Blumenkohl, Brokkoli, Grünkohl, Rosenkohl, Rotkohl … Kohl ist ideal zur Vorbeugung gegen Erkältung, aber auch dann, wenn die Nase schon läuft. Er versorgt den Körper mit Vitaminen und Mineralstoffen, die das Immunsystem stärken und den Körper gegen Infektionen wappnen.

Fast alle Kohlsorten sind reich an dem Erkältungsblocker Vitamin C. Gekochter Rosenkohl enthält zum Beispiel mehr Vitamin C als die gleiche Menge Orangen. Und frischer gegarter Brokkoli fast doppelt so viel wie Zitronen. Außerdem steckt auch häufig das Vitamin E im Kohl. Beide sind wichtige Antioxidantien, die freie Radikale binden. Sie schützen so die Zellen und erhalten die Abwehrkräfte.

Kohl scheint ja eine Wunderwaffe zu sein. Was steckt noch in ihm?

Kraaibeek: Kohlfuttern macht nicht nur gegen Erkältungen fit, sondern stärkt von Kopf bis Fuß. Er enthält neben Vitaminen und Mineralstoffen reichlich Ballaststoffe und eignet sich hervorragend zum satt essen – ohne schlechtes Gewissen. Denn er besteht zu großen Teilen aus Wasser.

Kohl ist Lieferant für Kalzium, Kalium und Eisen. Während Kalzium für feste Knochen, starke Nerven und Muskeln sorgt, reguliert Kalium den Blutdruck. Das Spurenelement Eisen wird für die Bildung des Blutfarbstoffes Hämoglobin benötigt. Auch die für den Zellaufbau wichtige Folsäure findet sich zum Beispiel in Wirsing, China- oder Grünkohl.

Kürbis hat jetzt ebenfalls Saison. Wie steht es mit diesen orangefarbenen Köpfen?

Kraaibeek: Kürbisse eignen sich ideal für Suppen, Eintöpfe oder Gratins. Wer leicht friert, sollte Kürbissuppe löffeln, denn Kürbis wärmt von innen. Das Fruchtfleisch ist voller Mineralien und Vitamine.

Vor allem die Kerne haben es in sich: Sie sind nicht nur ein leckerer Snack zwischendurch, sondern beliefern den Körper gleichzeitig mit den Spurenelementen Selen, Kupfer und Zink. Letzteres unterstützt die Abwehrkräfte und wehrt Viren ab. Kürbiskerne und Kürbiskernöl sind auch bei Blasen- und Prostataproblemen zu empfehlen.

Gibt es noch andere Gemüsesorten, die Sie jetzt im Herbst empfehlen?

Kraaibeek: Pilze sind sehr gesund und schießen überall aus dem Boden. Heimische Pilze, wie Pfifferlinge, Maronen, Butter- oder Steinpilze, bestehen zu 90 Prozent aus Wasser und sind extrem kalorienarm, dafür aber reich an Mineralien und Spurenelementen.

Pilzesser werden zudem mit den für Nerven und Muskeln wichtigen B-Vitaminen versorgt und mit Vitamin D, das gut für die Knochenbildung ist. Die Ballaststoffe regulieren die Verdauung. Auch an Eiweiß für den Muskelaufbau mangelt es den "behüteten“ Wiesen- und Waldbewohnern nicht.

Zum Sammeln sollten sich aber nur Kenner im Wald tummeln. Wer keine Ahnung hat, welche Pilze essbar sind, genießt lieber die frische Waldluft bei einem Spaziergang.

Aktualisiert: 06.06.2019 – Autor: DAK

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