Rettich: Scharf im Geschmack – gesund in der Wirkung

Rettich ist nicht nur lecker, sondern auch gesund. Seine Senföle wirken positiv auf Leber und Verdauung und können bei einigen Krankheiten Abhilfe schaffen.

Rettich © rawpixel

Rettich ist vor allem in Asien beliebt und kommt dort oft und gerne auf den Tisch. Hierzulande wird das Wurzelgemüse in weitaus geringeren Mengen verzehrt – zu Unrecht! Denn Rettich ist aufgrund seiner wertvollen Nähr- und Inhaltsstoffe überaus gesund. Wir verraten, was Rettich so gesund macht, was er im Körper bewirkt und wie man ganz leicht selbst einen wohlschmeckenden Hustensirup aus Rettich herstellen kann.

Rettich: In vielen Farben und Formen

Rettich bezeichnet nicht eine einzige Gemüsesorte, sondern vielmehr eine ganze Gruppe. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Sommerrettich und Winterrettich sowie zwischen kleinen und großen Rettichen.

Zu den kleinen Rettichen gehören zum Beispiel Radieschen, während zu den großen besonders die Wintersorten wie der eiszapfenförmige weiße Bier-Rettich, der runde schwarze Rettich und der große, asiatische Daikon-Rettich zählen. In der Schärfe ist dieser milder als seine westlichen Verwandten und stellt in Asien eine der wichtigsten Gemüsesorten dar.

Auch wenn sich Rettiche in ihren Farben und Formen unterscheiden, ist das Fleisch stets weiß. Winterrettiche sind schärfer, reicher an Inhaltsstoffen und von der Schale her härter als die gedrungenen, hellen und im Geschmack sehr aromatischen Sommerrettiche.

Welche Nährstoffe enthält Rettich?

Ein Rettich hat kaum Kalorien und Fett, da er zu 94 Prozent aus Wasser besteht. Dafür liefert das Wurzelgemüse umso mehr wertvolle Nährstoffe.

Auf 100 Gramm Rettich kommen folgende Nährwerte:

  • 14 Kilokalorien
  • 1 Gramm Eiweiß
  • 0,2 Gramm Fett
  • 1,9 Gramm Kohlenhydrate
  • 1,2 Gramm Ballaststoffe

Weitere Inhaltsstoffe von Rettich

Auf die Frage hin, welche Vitamine Rettich enthält, ist zu sagen, dass 200 Gramm Rettich mehr als die Hälfte des täglichen Vitamin C-Bedarfs decken. Zudem liefert das Wurzelgemüse einige B-Vitamine, verschiedene Enzyme und Bitterstoffe.

Außerdem ist Rettich reich an Mineralstoffen wie:

Weitere Hauptwirkstoffe von Rettich sind die scharfen Senföle (Senfölglykoside), schwefelhaltige Öle, Zimtsäuren und Flavonoide.

Übrigens: Die rote Rettich-Variante enthält einen bestimmten Farbstoff, der als Lebensmittelfarbe zugelassen ist. Die Farbe der Schale des roten Rettichs hat jedoch keinen Einfluss auf den Geschmack.

Wie gesund ist Rettich?

Rettich bietet sich aufgrund fast nicht vorhandener Kalorien und Fette hervorragend als Knabberei oder als schlanke Beilage zur Brotzeit an.

Hinzu kommt, dass das Wurzelgemüse eine überaus positive Wirkung auf die Gesundheit hat. Denn die in Rettich enthaltenen Senföle haben einen nachweislich heilsamen Einfluss auf Leber, Galle und Verdauung.

Was bewirkt Rettich?

Rettich wirkt ausschließlich innerlich. Das bedeutet, dass das Wurzelgemüse einen Einfluss auf innere Organe und deren Vorgänge haben kann. Schon seit Jahrhunderten wird Rettich in der Volksmedizin unter anderem gegen Husten, Rheuma und Gicht eingesetzt.

Die enthaltenen Senföle, allen voran das Öl Raphanol, sowie die Bitterstoffe weisen eine antibiotische Wirkung auf. Die Produktion der Gallenflüssigkeit in der Leber wird angeregt, wodurch die Fettverdauung unterstützt wird. Blähungen und jegliche Verdauungsbeschwerden wie Verstopfung können daher mit Rettich ergänzend behandelt werden.

Zudem reichern sich die scharfen Senföle und Bitterstoffe überwiegend in der Lunge und der Harnblase an, wodurch die Flüssigkeitsabgabe der Schleimhäute angeregt wird. Rettich kann somit bei Husten und Co. den Schleim in den Atemwegen wirksam lösen.

Mehr noch: Rettich wirkt nicht nur krampf- und schleimlösend, sondern die Senföle bekämpfen auch Bakterien und Pilze im Magen. Aus diesem Grund ist Rettich insbesondere bei bakteriellen Atemwegs- und Harnwegsinfektionen eine effektive und gut verträgliche Alternative zu synthetisch hergestellten Antibiotika.

Schwarzer Rettich gegen Husten – ein Rezept für Hustensirup

Rettich findet nicht nur in der Küche, sondern auch als altbewährtes, natürliches Heilmittel Verwendung. Besonders bei Erkältungskrankheiten wie Husten und Bronchitis kommt der nährstoffreichste Rettich – schwarzer Rettich – zum Einsatz. Hier wirkt er als Hustensaft oder Hustensirup schleimlösend und entzündungshemmend.

Hustensaft-Rezept mit Rettich

Für einen Rettich-Hustensaft benötigt man neben schwarzem Rettich auch braunen Kandiszucker. Schwarzer Rettich hat von Oktober bis Februar Saison. Dann ist er im Supermarkt, beim Gemüsehändler oder auf dem Wochenmarkt erhältlich.

Hier finden Sie eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für den Hustensirup:

  1. Schneiden Sie den Deckel des Rettichs ab und höhlen Sie etwa ein Drittel des Fruchtfleisches mit einem Löffel aus. Beim Aufschneiden werden die im Rettich enthaltenen Senföle durch Enzyme freigesetzt und regen die Schleimhäute an.
  2. Legen Sie den ausgehöhlten Rettich nun mit dem Boden nach unten auf ein Glas und stechen Sie mit einer Nadel einige Male durch die Aushöhlung und den Boden des Rettichs. 
  3. Füllen Sie den Rettich bis zum Rund mit Kandiszucker auf und legen Sie den Deckel wieder auf den Rettich.
  4. Nun heißt es warten – mindestens für einige Stunden oder über Nacht. In dieser Zeit tropft der Hustensirup durch die Löcher in das Glas.

Nehmen Sie drei- bis fünfmal täglich einen Teelöffel des Hustensafts zu sich. Alternativ kann der Sirup auch einem Tee beigemischt oder mit Honig zusätzlich gesüßt werden.

Ist der Zucker im Rettich komplett aufgelöst, können Sie das Fruchtfleisch etwas weiter aushöhlen, die Löcher nachstechen und den Rettich erneut mit Kandis füllen. So erhalten Sie einen frischen Hustensirup. Dieser Vorgang ist so oft wiederholbar, bis kein Fruchtfleisch mehr vorhanden ist.

Wann man Rettich nicht essen sollte

Bei einem empfindlichen Magen sollte man eher auf den Verzehr von Rettich verzichten, da er den Magen zusätzlich reizen könnte. Auch unmittelbar nach einer Kolik oder bei entzündeten Gallenwegen sollte man von Rettich absehen.

Warum schmeckt Rettich scharf?

Rettiche enthalten drei verschiedene Senföle, die dem Gemüse je nach Sorte und Jahreszeit seinen typischen pikanten bis brennend scharfen und sehr würzigen Geschmack geben.

Grundsätzlich sind die Wintersorten schärfer als die Sommersorten. Der rote Rettich beinhaltet besonders viele ätherische Öle und schmeckt daher besonders scharf und bitter.

Wann ist Rettich-Saison?

Rettich ist fast das ganze Jahr über zu erhalten, denn die Zeit für die Ernte unterscheidet sich je nach Rettich-Sorte: Der weiße bis rosafarbene Sommerrettich ist bereits acht bis zehn Wochen nach der Aussaat reif und kann ab Ende Mai geerntet werden. Wichtig zu wissen ist, dass Sommerrettiche nur einige Tage lang haltbar sind.

Der braune bis schwarze Winterrettich braucht etwas länger zum Reifen und kann erst nach 13 bis 15 Wochen im Oktober aus dem Boden geholt werden. Auf jeden Fall sollte die Ernte vor dem ersten Frost abgeschlossen sein. Da man Winterrettiche sehr gut lagern kann, gibt es diese bis in den März hinein zu kaufen.

Ein Rettich wiegt je nach Sorte 300 Gramm bis vier Kilo, selten auch mehr. Je nach Jahreszeit und Anbieter kostet ein Rettich unter einem bis zwei Euro pro Stück.

Wie bewahre ich Rettich auf?

Ein frischer Sommerrettich hält sich im Gemüsefach des Kühlschranks ohne Probleme rund zehn Tage.

Tipp: Entfernen Sie vor der Lagerung das Laub und wickeln Sie den Rettich in ein feuchtes Tuch. So bleibt er länger frisch und knackig.

Winterrettiche wie der schwarze Rettich halten sich ungewaschen und eingebettet in feuchten Sand in einem dunklen, kühlen Keller mit hoher Luftfeuchtigkeit sogar mehrere Monate lang.

Wann ist Rettich schlecht?

Sie erkennen einen frischen Rettich an einer glatten und unbeschädigten Schale und festem Fleisch. Eventuell noch vorhandenes Laub sollte saftig grün sein.

Sind die Blätter hingegen gelblich und welk, gibt das Fruchtfleisch auf Daumendruck nach oder ist es holzig, ist der Rettich nicht mehr genießbar.

Zudem sollte man darauf achten, dass das Gemüse nicht von der Rettichschwärze befallen ist. Dies ist eine Pilzerkrankung, die zum Beispiel bei kalkhaltigen Böden oder feuchten Wetterperioden auftreten kann. Der Rettich nimmt dann von außen her eine dunkelblaue bis schwarze Farbe an und wird im Inneren morsch.

Rettich zubereiten – 6 Tipps

  1. Typischerweise isst man Rettich roh. Dazu wäscht man den Rettich, trocknet ihn ab und schält ihn gegebenenfalls (wie zum Beispiel beim schwarzen Rettich). Anschließend kann man ihn je nach Belieben in feine Scheiben schneiden, hobeln oder raspeln.
  2. Möchte man dem Rettich für den Verzehr etwas von der Schärfe nehmen, kann man ihn mit Salz bestreuen, ungefähr fünf Minuten ziehen lassen und dann abtupfen. Das Salz entzieht dem Rettich neben Flüssigkeit auch Senföle. 
  3. Wichtig für Menschen mit einem empfindlichen Magen: Durch das Einsalzen wird der Rettich auch besser bekömmlich. Kocht man Rettich, verliert er nahezu seine gesamte Schärfe.
  4. Zu Rettich passen Fisch oder Fleisch besonders gut, aber auch im Salat oder aufs Brot macht Rettich eine gute Figur. Es gibt zahlreiche Rezepte für Rettichsalate (zum Beispiel mit Rote Beete) und für Rettichsuppen. Auch kann man Rettich gut mit anderem Wurzelgemüse wie Kohlrabi, Sellerie oder Möhren in einem Gericht kombinieren. 
  5. Legt man Rettich ein, kann man ihn länger haltbar machen und sich das Gemüse unabhängig von der Saison schmecken lassen.
  6. In Süddeutschland isst man Rettich vor allem nach bayrischer Art. Dort ist spiralförmig geschnittener Rettich als "Radi" bekannt und gehört ebenso zur Brotzeit wie die Weißwurst.

Was ist Rettich eigentlich genau?

Die Rettiche sind eine Pflanzengattung aus der Familie der Kreuzblütengewächse. Je nach Sorte des Rettichs unterscheidet sich die durchschnittlich 30 bis 40 Zentimeter große, unter der Erde wachsende Rübe in Größe, Form und Farbe.

Ursprünglich ist der Rettich im Mittelmeerraum vom Norden Afrikas über Europa und dem vorderen Asien bis nach Pakistan angesiedelt. Mittlerweile wird Rettich jedoch fast weltweit angebaut und findet hauptsächlich in der Küche Verwendung. Mit dem Meerrettich ist der Rettich trotz Wortverwandtschaft nicht näher in Verbindung zu bringen.

Aktualisiert: 01.06.2018 – Autor: Nadja Weber

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