Zimt – Wirkung auf die Gesundheit

Zimt mit gesunder Wirkung
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Zimt ist weit mehr als ein Gewürz, er wird auch wegen seiner vielfältigen Heilwirkung geschätzt. Denn obwohl Zimt der Gesundheit auch schaden kann, so gilt er doch in erster Linie als gesund. Welche gesunden Inhaltsstoffe in dem Gewürz stecken, ob er auch in der Medizin Anwendung findet und welche Wirkung Zimt auf den Körper hat, erfahren Sie hier.

Zimt: vielseitige Verwendung

Zimtrinde dient vor allem als Gewürz, aber auch als Aromastoff und Heilmittel. So kommt sie in Form von Rollen (Zimtstangen), als Bruch oder Zimtpulver, als ätherisches Öl, Kapseln oder in Form anderer Extrakte ("Oleoresin") in den Handel. Zimt wird nicht nur Pfeffernüssen, sondern auch Likör und Magenbitter, Zahnpasta, Kaugummi, Kosmetika und Parfüms beigemischt. Doch auch in Tee oder Eis sowie beim Kochen erfreut sich Zimt großer Beliebtheit.

Darüber hinaus ist Zimt auch ein altbekanntes Hausmittel, das der Gesundheit auf verschiedene Weise nützlich sein kann.

Inhaltsstoffe von Zimt

Die Zimtrinde enthält neben dem geschmacks- und geruchsgebenden ätherischen Öl (0,5-2,5 %) vor allem Zimtaldehyd (65-75 %) und Eugenol (ca. 5 %). Daneben sind in geringen Mengen zahlreiche weitere Stoffe enthalten, wie etwa:

  • Alkohole
  • Schleimstoffe
  • Stärke
  • Gerbstoffe
  • Methylhydroxy-Chalcone-Polymer (MHCP)
  • Phenylpropanoide (Safrol, Cumarin)

Übrigens: 100 Gramm Zimt besitzen 247 Kilokalorien (kcal), beziehungsweise 1.034 Kilojoule. Das klingt zwar viel, doch bedenkt man, in welch kleinen Mengen man Zimt üblicherweise konsumiert, wird deutlich, dass die Kalorien beim Zimt kaum ins Gewicht fallen.

Die gesundheitliche Wirkung von Zimt

In der Volksheilkunde hat Zimt einen festen Platz. Ihm wird eine Vielzahl von Wirkungen auf die Gesundheit nachgesagt. So gilt Zimt als:

  • desinfizierend
  • krampflösend
  • durchblutungsfördernd
  • beruhigend
  • stimmungsaufhellend

Zimt als Hausmittel wird demnach traditionell vor allem bei Appetitlosigkeit und Magen-Darm-Beschwerden wie Völlegefühl, Sodbrennen, Blähungen und Durchfall eingesetzt. Aber auch bei Entzündungen, Rheuma und Kreuzschmerzen, Erkältungskrankheiten, Heiserkeit und Schmerzen soll Zimt seine Heilwirkung entfalten. Durch seine stimmungsaufhellende Wirkung soll Zimt auch bei leichten psychischen Beschwerden helfen.

Kann Zimt das Herz schützen?

Darüber hinaus legen Studien weitere Effekte auf die Gesundheit nahe. So könnte Zimt beispielsweise helfen, das Herz zu schützen, indem er die Triglycride (eine bestimmte Fettart in unserem Blut) und den Cholesterinspiegel senkt.1,2 Zusätzlich soll das Gewürz den Blutdruck senken können, was ebenfalls der Herzgesundheit zugute kommt. In diesem Kontext widmen sich Studien auch der Frage, ob Zimt beim Abnehmen unterstützen könnte. Aufgrund seines Anteils an Antioxidantien könnte Zimt zudem helfen, den Körper vor Zellschäden durch freie Radikale zu schützen.3

Wofür ist Zimt noch gut?

Für einige Aufregung sorgten Studien, die zeigten, dass Zimt durch seinen Inhaltsstoff Methylhydroxy-Chalcone-Polymer (MHCP) eine insulinähnliche Wirkung hat und so den Blutzuckerspiegel senken kann. Eine weitere Theorie besagt, dass Zimt die Übertragung von Phosphat auf bestimmte Insulinrezeptoren erhöht, was wiederum die Insulinempfindlichkeit positiv beeinflusst. Daneben zeigten sich positive Auswirkungen auf die Blutfettwerte, insbesondere den Gesamt- und LDL-Cholesterinspiegel. Inwieweit diese Effekte für eine therapeutische Nutzung von Zimt eine Rolle spielen, ist aktuell noch nicht ausreichend geklärt.

Allerdings könnte Zimt helfen, den natürlichen Regelzyklus bei Frauen wiederherzustellen. In einer Studie mit Frauen, die am polyzystischen Ovarialsyndrom (PCO-Syndrom), einer Störung des Hormonhaushaltes, litten, half Zimtextrakt, des Progesteron-Level zu verbessern.4

Weitere Effekte auf die Gesundheit

Der Einsatz von Zimt als Heilmittel hat eine lange Tradition und findet sich in verschiedenen Kulturen wieder:

  • Seit alters her werden Zimt liebesförderliche Eigenschaften nachgesagt. Salomon besprengte sein Lager mit Myrrhe, Aloe und Zimt, um die Liebesnacht zu würzen. Im persischen Raum wurden Salben mit Zimt und Honig genutzt, um als Aphrodisiakum die Lust und Manneskraft zu stärken.
  • Im Ayurveda hat Zimt einen hohen Stellenwert – so wird er sowohl in der Ernährung als auch bei bestimmten Störungen (zum Beispiel Wechseljahresbeschwerden) empfohlen.
  • Auch in der traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird Zimt als Heilmittel, beispielsweise bei innerer Kälte, Anspannung und Kreislaufschwäche verwendet.

Daneben wird Zimt auch in der Aromatherapie eingesetzt. So soll das Öl eine stärkende, erwärmende Wirkung haben sowie Inspiration und Kreativität steigern.

Zimt hat desinfizierende Eigenschaften

Aufgrund seiner desinfizierenden Eigenschaften wird Zimt als Zusatz von Wischwasser und von Einlegesohlen empfohlen. Die antibakterielle Wirkung von Zimt kommt auch bei der Wundreinigung zum Einsatz sowie um Speisen haltbar zu machen.

Eugenol, das in den Zimtblättern eine höhere Konzentration aufweist (und nach Gewürznelken riecht) wird in der Zahnmedizin als schmerzstillendes und antibakterielles Mittel verwendet. So findet sich Zimtöl beispielsweise auch als Inhaltsstoff vieler Mundspülungen. Daneben wird Eugenol – wie Zimtaldehyd – die Fähigkeit zur Insektenbekämpfung zugesprochen.

Aktualisiert: 12.11.2021
Autor*in: Dagmar Reiche; überarbeitet: Silke Hamann

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