Pflaumen: Wie gesund ist das Steinobst?

Pflaumen © iStock.com/Christian-Fischer

Wenn die Tage langsam wieder kürzer werden, hat die Pflaume Saison. Mit ihrem süßlichen Geschmack erinnert sie uns noch an den Sommer, bereitet uns aber gleichzeitig auf einen gesunden Start in den Herbst vor. Denn Pflaumen besitzen wichtige Vitamine und Mineralstoffe, die das Immunsystem stärken. Zugleich liefern sie auch wertvolle Inhaltsstoffe, die bei Verstopfungen und anderen gesundheitlichen Problemen helfen. Reife Pflaumen haben allerdings einen sehr hohen Fruchtzuckergehalt, weshalb auf den Verzehr der blauen Früchte bei einer Fructoseintoleranz besser verzichtet werden sollte. Der hohe Zuckeranteil führt auch dazu, dass Pflaumen mehr Kalorien als viele andere Fruchtsorten haben.

Inhaltsstoffe der Pflaume

Ähnlich wie viele andere Obstsorten bestehen auch Pflaumen zum Großteil aus Wasser. Darüber hinaus liefern die blauen Früchte folgende Nährstoffe:

Zudem enthält diese Obstsorte mit Eisen, Magnesium, Kalium, Kalzium, Kupfer und Zink auch wichtige Mineralstoffe, die die Gesundheit stärken.

Gesunde Vitamine – das steckt in der Pflaume

Pflaumen haben außerdem jede Menge Vitamine zu bieten: Neben Provitamin A, Vitamin C und Vitamin E enthalten sie verschiedene Vitamine aus der B-Gruppe. Diese sind besonders wichtig für das Nervensystem. Bezüglich der einzelnen Vitamine können Pflaumen zwar keine Spitzenwerte aufweisen, sie bietet aber ein gesundes Gesamtpaket an.

Dank der Kombination enthaltener Vitamine und Mineralstoffe gilt die Pflaume außerdem als prima Stärkung für das Immunsystem und somit ideale Vorbereitung auf den Herbst.

Pflaumen: hoher Zuckergehalt und viele Kalorien

Im Vergleich zu anderen Früchten haben Pflaumen einen besonders hohen Fruchtzuckeranteil und können somit schnell Energie liefern. Von allen Pflaumenarten enthalten übrigens Zwetschgen den meisten Zucker.

Aufgrund des hohen Zuckergehalts ist auch der Kaloriengehalt von Pflaumen etwas höher als bei anderen Früchten: 100 Gramm Pflaume enthalten etwa 47 Kilokalorien (kcal) – das entspricht knapp 200 Kilojoule (kJ). Deutlich mehr Kalorien enthalten allerdings Trockenpflaumen, hier bringen es 100 Gramm auf etwa 225 Kilokalorien.

Aufgrund des hohen Zuckergehalts sollte man bei einer Fructosemalabsorption oder einer Fructoseintoleranz auf den Verzehr von Pflaumen besser verzichten. Ansonsten kann es zu Bauchschmerzen, Übelkeit und Durchfall kommen.

Pflaumen bringen die Verdauung in Schwung

Pflaumen werden gerne als Hilfsmittel genutzt, wenn es einmal Probleme mit der Verdauung gibt. Am Vorabend eingeweichte getrocknete Pflaumen, welche zum Frühstück verzehrt werden, können bei Verstopfungen helfen, denn Pflaumen haben eine abführende sowie harntreibende Wirkung. Bereits fünf Trockenfrüchte auf nüchternen Magen gelten dafür als ausreichend.

Die abführende Wirkung ist darauf zurückzuführen, dass Pflaumen neben anderen Inhaltsstoffen auch die Pflanzenfasern Zellulose und Pektin enthalten. Diese unverdaulichen Nahrungsfasern quellen im Darm auf und regen die Verdauung an. Achten Sie unbedingt darauf, zu den Dörrpflaumen ausreichend zu trinken, damit die Früchte ihre Wirkung entfalten können.

Übrigens: Die abführende Wirkung kann auch unbeabsichtigt eintreten, wenn zu viele Pflaumen gegessen werden. Daher sollte man nicht mehr als 150 Gramm Pflaumen auf einmal essen, ansonsten drohen Durchfall, Blähungen und Bauchschmerzen als mögliche Nebenwirkungen.

5 Fakten über Pflaumen (Infografik)

5 Fakten über Pflaumen – © iStock.com/Christian-Fischer

Positive Wirkung auf die Gesundheit

Aber Pflaumen haben noch weitere positive Effekte auf die Gesundheit:

  • Auf dem Weg durch den Darm nehmen die unverdaulichen Nahrungsfasern aus den Pflaumen verschiedene Abfall- und Giftstoffe mit und können damit zur Krebsprophylaxe beitragen.
  • Aufgrund ihres hohen Ballaststoffgehalts helfen Pflaumen außerdem, den Cholesterinspiegel zu senken.
  • Daneben wird ihnen aber auch nachgesagt, dass sie sich bei Gicht sowie bei Leberleiden positiv auf die Betroffenen auswirken.
  • Bei Rheuma und Osteoporose sollen Pflaumen aufgrund der enthaltenen sekundären Pflanzenstoffe entzündungshemmend wirken.

Tipps zu Lagerung und Kauf von Pflaumen

Beim Kauf von Pflaumen sollte man unbedingt darauf achten, feste Früchte zu bekommen. Weiche, überreife Pflaumen sollte man dagegen meiden, da sie oft von Würmern befallen sind. Ein weißlicher Film auf den Früchten gilt dabei als positiv, denn dieser Duftfilm (auch als Reif bezeichnet) schützt die Pflaumen vor dem Austrocknen.

Nach dem Einkauf sollten die Pflaumen relativ schnell gegessen werden, da sie nachreifen und schnell überreif werden. Bis zum Verzehr lagert man sie am besten an einem kühlen und schattigen Ort. Ungewaschen sind sie im Kühlschrank einige Tage haltbar.

Will man Pflaumen einfrieren, sollte man sie zunächst halbieren und entsteinen. Idealerweise friert man sie zuerst für eine Stunde auf einem Teller oder Backblech ausgebreitet ein, bevor man sie in einen Gefrierbeutel umfüllt, dann kleben sie nicht aneinander.

Was ist beim Verzehr zu beachten?

Pflaumen sollten am besten erst direkt vor dem Essen gewaschen werden, damit die wachsartige Schutzschicht, die die Früchte vor dem Austrocknen bewahrt, möglichst lange erhalten bleibt.

Schneidet man die Pflaume entlang ihrer Naht auf, kann man sie sauber in zwei Hälften teilen. Je nach Reifegrad der Frucht lässt sich der Kern anschließend mehr oder weniger leicht vom Fruchtfleisch lösen. Der Kern sollte aufgrund seiner giftigen Inhaltsstoffe nicht mitgegessen und vor allem nicht zerkaut werden.

Ideen für Rezepte mit Pflaumen

Pflaumen können sowohl frisch vom Baum als auch getrocknet verzehrt werden, bei getrockneten Pflaumen steigt allerdings der Fruchtzucker- und damit auch der Kaloriengehalt.

Gerade im Spätsommer eignen sich Pflaumen hervorragend für einen leckeren Pflaumenkuchen. Ebenfalls beliebt, vor allem bei Streuselkuchen-Fans: Pflaumen-Crumble. Wer die Pflaumen noch etwas länger genießen möchte, kann sie Einkochen und dann zu Pflaumenmus, Marmelade oder Pflaumenkompott verarbeiten. In der asiatischen Küche werden Pflaumen auch zur Herstellung von Saucen, Chutney und Wein genutzt.

Wissenswertes rund um die Pflaume

Pflaumen (Prunus domestica) gehören zur Familie der Rosengewächse. Weltweit existieren vermutlich über 2.000 verschiedene Arten, einige bekannte Unterarten der Pflaume sind die Mirabelle, die Reneklode und die Zwetschge. Im Unterschied zu Pflaumen haben Zwetschgen eine länglichere Form und spitze Enden, außerdem weisen sie keine Längsnaht auf. Zwetschgen sind fester und säuerlicher als Pflaumen und lösen sich leichter von ihrem Kern.

Über den Ursprung der Pflaume gibt es bislang keine gesicherten Erkenntnisse. Vermutlich wurde sie von Alexander dem Großen von einem seiner Kriegszüge mit in sein Reich gebracht.

In Deutschland wird die Pflaume heute schwerpunktmäßig in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz angebaut, etwa 70 Prozent der gesamten Erntemenge stammen aus den beiden Bundesländern. Je nach Art unterscheiden sich Form, Farbe und Größe dieser Obstsorte relativ stark. So können sowohl gelbe und grünliche als auch rote, blaue und violette Pflaumen erworben werden.

Die Blütezeit der Pflaume dauert von April bis Mai. Saison hat die Pflaume in Deutschland dann etwa von Juli bis Oktober, vor allem aber im August und September.

Aktualisiert: 13.09.2021 - Autor: Kathrin Mehner, Medizinredakteurin

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