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Wie gesund ist Toastbrot?

Toastbrot © istockphoto, Rimma_Bondarenko

Toastbrot scheint gerade unter den Leuten, die Weißmehl meiden, sehr verrufen zu sein. Doch ist Toastbrot wirklich so ungesund, wie viele es annehmen? Oder ist Toast vielleicht nahrhafter als man denkt? Wir haben die Inhaltsstoffe und den gesundheitlichen Nutzen von Toastbrot unter die Lupe genommen und verraten im Folgenden, ob es sich dabei um eine gesunde Alternative zu Brot handelt oder doch eher um "Junk Food".

Ist Toastbrot gesund?

Um diese Frage zu beantworten, lohnt sich zunächst ein Blick auf die Nährwerte eines klassischen Weizentoasts. Diese können ja nach Hersteller natürlich stark variieren. Im Durchschnitt finden sich in 100 Gramm dieses Toasts: 

  • 48 Gramm Kohlenhydrate, davon je 2 Gramm Zucker und Ballaststoffe 
  • 4 Gramm Fett
  • 35 Gramm Wasser

Pro 100 Gramm Toastbrot sind außerdem etwa 7 Gramm Eiweiß enthalten, was im Vergleich zu anderen Brotsorten als normal zu bewerten ist. Roggenbrot hat im Vergleich dazu etwa 6 Gramm, Knäckebrot besitzt circa 8 Gramm Eiweiß pro 100 Gramm.

Nach dieser Betrachtung der Nährwerte wird klar, dass Toastbrot kein Schlankmacher ist. Besonders für eine Low Carb Diät ist Toast nicht geeignet.

Toast – was steckt außerdem drin?

Toast ist nicht gerade reich an Vitaminen und Mineralstoffen. Dennoch enthält es wertvolle Inhaltsstoffe. In 100 Gramm des Brotes stecken zum Beispiel:

  • 13 Milligramm Magnesium
  • 1 Milligramm Zink
  • 1,2 Milligramm Eisen 
  • 125 Milligramm Kalium
  • 33 Milligramm Kalzium
  • 106 Milligramm Phosphor

Eine gute Nährstoffquelle ist Toastbrot deshalb noch lange nicht. In Bezug auf die genannten Mineralstoffe enthält Vollkornbrot jeweils mindestens die doppelte Menge. 

Nur in Bezug auf den Gehalt an Kalzium schneidet Vollkornbrot etwas schlechter ab. Dies lässt sich dadurch erklären, dass vielen Toastbroten Milch oder Milchpulver zugesetzt wird. Daher ist auch nicht jedes Toastbrot vegan. Wer hier sichergehen möchte, sollte die Zutaten genau prüfen.

Nicht vergessen sollte man auch, dass Toastbrot recht reich an Salz ist.

Wie viele Kalorien hat Toastbrot?

Die Kalorien von Toast sind in etwa mit anderen Brotsorten vergleichbar: 100 Gramm schlagen durchschnittlich mit 250 Kilokalorien (kcal) zu Buche. Zum Vergleich: Vollkornbrot weist etwa 196 Kilokalorien auf und Mehrkornbrot im Durchschnitt 242 Kilokalorien. Deutlich kalorienreicher sind hingegen Ciabatta mit 344 Kilokalorien oder Knäckebrot mit 366 Kilokalorien. 

Eine Scheibe Toastbrot wiegt etwa 20 bis 30 Gramm und hat somit circa 50 bis 75 Kilokalorien. 

Nicht vergessen sollte man, dass nicht nur entscheidend ist, wie viel Energie in dem Toast steckt, sondern auch, was man darauf isst. Ein dick belegtes Toastbrot, das vielleicht zudem mit Käse überbacken wurde, liefert mehr Kalorien als eines mit einem kalorienarmen Gemüse-Aufstrich. 

Außerdem sollte man beachten, dass Toastbrot weniger sättigt als beispielsweise ein Vollkornbrot, was dazu führt, dass man mehr Scheiben isst – mit entsprechendem Belag. So nimmt man mit Toastbrot letztlich oft deutlich mehr Kalorien zu sich.

Welche Sorten gibt es?

Es gibt verschiedene Varianten von Toastbrot, die sich in Bezug auf ihre Inhaltsstoffe und Nährwerte unterscheiden:

  1. Buttertoast besteht hauptsächlich aus Weizenmehl und besitzt nur wenige Ballaststoffe.
  2. Mehrkorntoast (auch: Saatentoast) enthält mindestens drei Arten von Getreide und etwas mehr Ballaststoffe. Die Färbung wird oft durch Gerstenmalzextrakt oder Karamellsirup künstlich intensiviert. 
  3. Vollkorntoast hat einen Vollkornanteil von mindestens 90 Prozent und ist besonders reich an Ballaststoffen.

Aufgrund des höchsten Wertes an Ballaststoffen ist Vollkorntoast unter allen Toastsorten der beste Sattmacher – an echtes Vollkornbrot reicht es jedoch nicht heran.

Menschen mit einem erhöhten Cholesterinwert sollten – wenn sie auf Toastbrot nicht verzichten möchten – lieber zur Vollkornvariante greifen. Denn Ballaststoffe helfen, die LDL-Cholesterinwerte im Blut zu senken. Eine gesündere Alternative zu Toastbrot ist daher in diesem Fall Vollkornbrot.

Wo ist der Unterschied zwischen Weißbrot und Toastbrot?

Zu unterscheiden ist das Toastbrot vom Weißbrot. Der größte Unterschied zwischen Weißbrot und Toastbrot besteht darin, dass das Toastbrot zum Rösten im Toaster hergestellt wird, ungetoastet also gewissermaßen "unfertig" ist, während Weißbrot bereits fertig gebacken ist. 

Auch die Herstellungsweise ist eine andere, denn beim Toastbrot werden oft zusätzlich Zucker und Butter oder Milch verwendet. Der Zuckergehalt dient dazu, beim Rösten eine schöne Bräunung entstehen zu lassen. Zudem ist Toastbrot weitaus feinporiger als das normale Weißbrot. 

Ist verbranntes Toastbrot krebserregend?

Achten Sie beim Toasten darauf, dass das Brot nicht zu dunkel wird. Denn beim starken Rösten können geringe Mengen Acrylamid und 3-MCPD entstehen. Diese Stoffe gelten aufgrund von Tierversuchen als (möglicherweise) krebserregend und erbgutverändernd – eine Wirkung auf Menschen ist bislang jedoch nicht nachgewiesen. Dennoch stuft die Europäische Union Acrylamid für den Menschen als krebserregend ein.

Achten Sie daher darauf, Toastbrot nicht zu stark zu erhitzen oder zu lange zu rösten. Schwarze Stellen und dunkle Krusten sollte man unbedingt abschneiden und verbrannte Toastscheiben sogar komplett wegwerfen. Auf einem leicht getoasteten Toastbrot lässt sich in der Regel fast kein Acrylamid feststellen.

Unverträglichkeiten und Allergien

Inzwischen gibt es einige Alternativen zum klassischen Toastbrot, die auf die individuellen Ernährungsgewohnheiten, Allergien oder Lebensmittelunverträglichkeiten eingehen. So gibt es zum Beispiel folgende Varianten in fast jedem Supermarkt zu kaufen:

  • Dinkel-Toastbrot
  • zuckerfreies Toastbrot
  • glutenfreies Toastbrot
  • laktosefreies Toastbrot

Auf vielen Toastbroten steht zudem, dass sie ohne Zusatzstoffe und Konservierungsstoffe hergestellt wurden. Wer diesbezüglich wirklich sichergehen möchte, kann auf Brot vom Bäcker oder auf ein Bio-Toastbrot aus dem Reformhaus zurückgreifen.

Wer unter einer Intoleranz an Histamin leidet, der muss sich beim Toastbrot in der Regel keine Sorgen machen, denn Toast gilt als histaminarm. Insbesondere getoastetes Brot kann bei einer Histaminintoleranz gut in den Speiseplan eingebaut werden. 

Wie lange ist Toastbrot haltbar?

Laut Herstellerangaben liegt die Haltbarkeit von Toastbrot bei 10 bis 30 Tagen. In Wirklichkeit hält sich eine geöffnete Packung oft deutlich kürzer. 

Besonders im Sommer kommt es schnell zu Schimmel. Dann gilt: ab in den Müll – und zwar mit der ganzen Packung, denn verschimmeltes Toastbrot sollte man auf keinen Fall essen, da Schimmelpilze in großen Mengen Vergiftungen hervorrufen und im schlimmsten Fall sogar Niere und Leber schädigen können. Will man abgelaufenes Toastbrot essen, sollte man vorher sehr gründlich daran riechen, denn es könnte sich Schimmel darin gebildet haben, der mit dem bloßen Auge noch nicht sichtbar ist.

Die Haltbarkeit gilt übrigens nur für ungetoastetes Brot. Getoastetes Brot sollte umgehend verzehrt werden, da es sonst hart wird.

Wie sollte man Toast aufbewahren?

Am besten bewahrt man das Brot bei Zimmertemperatur gut verschlossen in einer Brotbox auf. Die Lagerung im Kühlschrank kann die Haltbarkeit zwar verlängern, wirkt sich aber meist negativ auf das Aroma des Toastbrots aus. 

Und wie steht es um das Aufbewahren im Tiefkühlschrank – kann man Toastbrot einfrieren? Die Antwort lautet ganz klar "ja". Toastbrot lässt sich sehr gut einfrieren und danach einfach wieder im Toaster auftauen und gleichzeitig rösten. 

Was kann man aus Toastbrot machen? 

Neben dem klassisch im Toaster gerösteten Toastbrot und dem Verzehr von ungetoastetem Toastbrot gibt es einige Möglichkeiten zur Verwendung dieser Brotsorte. So lässt sich Toastbrot beispielsweise fertig belegt im Sandwichmaker rösten. Auch das klassische Sandwich ohne Sandwichtoaster wird meistens aus Toastbrot gemacht. 

Es gibt aber auch noch viele andere Rezepte mit Toastbrot, zum Beispiel French Toast, Semmelknödel, Arme Ritter oder der klassische Toast mit Ei. Dabei lassen sich auch übrig gebliebene Toastreste sehr gut verwerten. 

Toastbrot selber backen

Toastbrot kann man auch ganz einfach selber machen. Dazu gibt es sehr viele Rezepte im Internet. Zwar wird dieses Toastbrot vermutlich nicht so schmecken, wie man es von dem gekauften Brot gewöhnt ist, doch weiß man auf diese Weise genau, was in dem Brot enthalten ist. 

Je nach Preis der sonst gekauften Toastbrotmarke kann man so auch ein wenig Geld sparen.

Fazit: Wie gesund ist Toastbrot?

Toastbrot ist nicht sonderlich nahrhaft. Reich an Kohlenhydraten, aber relativ arm an Ballaststoffen ist Toastbrot deutlich weniger sättigend als beispielsweise Vollkornbrot. Zudem enthalten viele Toasts diverse Zusatzstoffe, wie zum Beispiel Stabilisatoren, Säureregulatoren oder Backtriebmittel. Toastbrot sollte daher nicht täglich auf dem Speiseplan stehen, kann aber durchaus gelegentlich verzehrt werden. Bio-Vollkorntoasts sind eine gute Wahl.

Wer das Brot nicht richtig lagert oder zu lange röstet, riskiert, dass Schimmel beziehungsweise die als krebserregend geltenden Stoffe Acrylamid und 3-MCPD entstehen. Hier ist also Achtsamkeit geboten: Prüfen Sie Toastbrot vor dem Rösten – mit Augen und Nase – auf mögliche Entstehung von Schimmel und toasten Sie es nur kurz.

Einen großen Vorteil hat Toastbrot übrigens: Geröstetes Toastbrot ist leicht verdaulich und ist daher bei Magen-Darm-Erkrankungen wie beispielsweise Durchfall als Schonkost gut geeignet.

Aktualisiert: 13.11.2018 – Autor: TB; überarbeitet: Silke Hamann

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