Folsäure

Mandeln stecken voller Folsäure © istockphoto, Elenathewise

Folsäure ist ein Vitamin der B-Familie. Dieses Vitamin ist notwendig für die Vorgänge der Zellteilung und damit der Zellneubildung. Unser Körper bildet ständig neue Zellen. Deshalb spielt Folsäure von Anfang an eine entscheidende Rolle. Folsäure ist besonders in grünem, frischem, ungekochtem Gemüse vorzufinden. Schwangere haben einen doppelt so hohen Bedarf an diesem Vitamin. Neuerdings wird auch der Einsatz von Folsäure bei Darmkrebs und zur Vorbeugung von Arteriosklerose diskutiert.

Eigenschaften von Folsäure

Das Vitamin Folsäure ist sehr anfällig gegenüber Hitze, Licht und Luft. Durch veränderte Lebensmittelverarbeitung, Lagerung und falsche Zubereitung kommt es zu hohen Verlusten an Folsäure in den Nahrungsmitteln. Zum Beispiel ist in Fertiggerichten wesentlich weniger Folsäure als in frisch zubereiteten Speisen. Aus diesem Grund kann eine zusätzliche Einnahme von Folsäure empfehlenswert sein.

Vitamin B12 aktiviert zusätzlich Folsäure im Körper. Daher ist auch Vitamin B12 für den notwendigen Gehalt an Folsäure wichtig.

Lebensmittel mit Folsäure

Folgende Nahrungsmittel enthalten Folsäure:

  • Kohlsorten, Feldsalat
  • Nüsse (Mandeln)
  • grünes Blattgemüse, Spinat
  • Spargel, Bananen
  • Vollkornprodukte
  • Hefe
  • Weizenkeime
  • Leber (Rinderleber)

Der Bedarf an Folsäure

Heute wird der tägliche Bedarf an Folsäure mit der Nahrung kaum mehr gedeckt. Das liegt unter anderem daran, dass nur etwa 25 Prozent der Folsäure aus der Nahrung in freier Form vorliegt und über den Darm aufgenommen werden kann. Der tägliche Bedarf an Folsäure liegt in der Regel bei 300 Mikrogramm.

Einen erhöhten Bedarf haben in erster Linie Schwangere. Frauen mit Kinderwunsch und in der Schwangerschaft sollten, den neusten Erkenntnissen zufolge, Ihren Bedarf an 550 Mikrogramm Folsäure decken. So ist der für Zellbildung und Zellteilung des Kindes notwendige Bedarf von diesem Vitamin sicher gestellt. Eine entscheidende Rolle spielt Folsäure auch zum Schutz vor Schäden des Nervensystems und Neuralrohrdefekten beim Neugeborenen.

Alkohol und bestimmte Medikamente hemmen die Verwertbarkeit von Folsäure. Daher sollte auch in diesen Fällen eine ausreichende Zufuhr berücksichtigt werden.

Folsäuremangel

Ein Mangel an Folsäure kann besonders bei jungen Frauen auftreten. Die Ursache dafür sind eine Schwangerschaft oder der erhöhte Blutverlust während der Menstruation. Ein Folsäuremangel äußert sich durch Veränderungen des Blutbildes und Verdauungsstörungen.

Besonders gravierende Folgen kann eine Unterversorgung für den heranwachsenden Fötus haben. Früh- oder Totgeburten, Entwicklungsstörungen und Missbildungen können die Folge sein. Die Wahrscheinlichkeit des Auftretens eines Neuralrohrdefektes, auch als offener Rücken bekannt, ist bei Folsäuremangel deutlich erhöht. Daher kann Folsäure in der Schwangerschaft notwendig sein. Bei einer Überdosierung von diesem Vitamin treten kaum Nebenwirkungen oder unerwünschte Symptome auf.

Präparate mit Folsäure

Um den täglichen Bedarf an Folsäure decken zu können, sind eine Möglichkeit spezielle Präparate, die dieses Vitamin enthalten, zu nutzen. Das kann vor allem wichtig sein für Frauen mit Kinderwunsch und in der Schwangerschaft. Dafür wurden eine große Anzahl verschiedener Präparate entwickelt. Femibion® und Folio® sowie Orthomol Natal® sind Beispiele für Nahrungsergänzungsmittel, die Folsäure enthalten. Die Präparate sind meist in Kombination mit Jod und Vitamin B12 in Tablettenform in der Apotheke erhältlich.

Zu beachten ist dabei, dass eine dauerhafte Überdosierung von Folsäure zu Depressionen  oder epileptischen Anfällen führen kann. Daher empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) als Maximalmenge für eine zusätzliche Zufuhr von Folsäure durch Nahrungsergänzungsmittel eine Dosis von 200 Mikrogramm pro Tag. Für Frauen mit Kinderwunsch und im ersten Drittel einer Schwangerschaft gilt eine Empfehlung von 400 Mikrogramm täglich.

Aktualisiert: 13.04.2018 – Autor: Astrid Vogel

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