Vitamin K

Vitamin-K-reicher Schnittlauch © Fotografie Loban

Vitamin K gehört - genau wie Vitamin A, Vitamin D und Vitamin E - zur Gruppe der fettlöslichen Vitamine. Im Körper ist es besonders für die Blutgerinnung von Bedeutung: Liegt ein Vitamin K-Mangel vor, können vermehrt Blutungen auftreten. Ein solcher Mangel ist häufig bei neugeborenen Babys anzutreffen, weshalb sie in der Regel im Rahmen der ersten Vorsorgeuntersuchungen mit Vitamin K versorgt werden. Bei gesunden Erwachsenen kann ein Vitamin K-Mangel leicht verhindert werden, denn das Vitamin ist in vielen Lebensmitteln enthalten.

Vitamin K: Wichtig für die Blutgerinnung

Vitamin K spielt in unserem Körper in erster Linie für die Blutgerinnung eine zentrale Rolle: Es ist nämlich an der Herstellung von Eiweißen beteiligt, die als Gerinnungsfaktoren dafür sorgen, dass Blutungen gestoppt werden. Vitamin K ist in der Leber dafür verantwortlich, dass inaktive Vorstufen dieser Gerinnungsfaktoren aktiviert werden. Ist kein Vitamin K im Körper vorhanden, können die Gerinnungsfaktoren folglich nicht umgewandelt werden.

Daneben ist Vitamin K aber auch für den Stoffwechsel des Bindegewebes sowie der Knochen von Bedeutung. Gemeinsam mit Vitamin D und verschiedenen Proteinen sorgt Vitamin K dafür, dass die Knochen gefestigt werden: Dadurch sinkt das Risiko für einen Knochenbruch sowie für Osteoporose. Doch nicht nur auf die Knochen, sondern auch auf das Herz-Kreislauf-System soll sich Vitamin K positiv auswirken, indem es vor Kalzium-Ablagerungen in den Arterien schützt.

Vitamin K: Vorkommen in Lebensmitteln

Der tägliche Bedarf an Vitamin K liegt bei 65 bis 80 Mikrogramm. Besonders reich an Vitamin K sind grüne Gemüsesorten. Die Tagesdosis an Vitamin K ist beispielsweise in den folgenden Lebensmitteln enthalten:

  • 10 Gramm Petersilie
  • 15 Gramm Schnittlauch
  • 20 Gramm Spinat
  • 25 Gramm Rosenkohl
  • 90 Gramm Kalbsleber
  • 220 Gramm Speisequark
  • 400 Gramm Champignons

Daneben ist Vitamin K aber auch in Lebensmitteln wie Milch, Sauerkraut, Kopfsalat, Tomaten, Hähnchenfleisch, Bohnen und Erbsen enthalten. Lebensmittel mit Vitamin K sollten möglichst lichtgeschützt gelagert werden, da sich ansonsten der Vitamingehalt der Lebensmittel verringern kann. Die Verluste beim Kochen sind dagegen nur gering, da Vitamin K äußerst hitzestabil ist.

In der Regel ist die Aufnahme von Vitamin K über die Nahrung ausreichend. Bei einer erhöhten Blutungsneigung sowie bei Osteoporose kann die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln mit Vitamin K jedoch sinnvoll sein.

Vitamin K: Mangel eher selten

Ein Vitamin K-Mangel tritt relativ selten auf, da Vitamin K in vielen Lebensmitteln enthalten ist und zudem von unserer Darmflora selbst gebildet werden kann. Liegt ein Vitamin K-Mangel vor, ist dieser meist auf die Einnahme bestimmter Medikamente und nicht auf eine falsche Ernährung zurückzuführen.

So sind Personen mit Lebererkrankungen und Erkrankungen des Verdauungssystems sowie Krebspatienten besonders gefährdet, einen Vitamin K-Mangel zu bekommen. Gegebenenfalls sollten sie zusätzlich Vitamin K-Präparate einnehmen. Außerdem kann auch durch eine längerfristige Behandlung mit Antibiotika ein Vitamin K-Mangel auftreten, da durch Antibiotika die Darmbakterien zerstört werden.

Daneben sind meist Babys von einem Vitamin K-Mangel betroffen, da die Muttermilch nur wenig Vitamin K enthält. Zudem ist die Darmflora der Babys noch nicht vollständig ausgebildet, so dass sie selbst nur wenig Vitamin K produzieren können. Deswegen erhalten Neugeborene in der Regel zusätzlich Vitamin K-Tropfen.

Typische Symptome eines Vitamin K-Mangels sind eine verlangsamte Blutgerinnung sowie eine erhöhte Blutungsneigung. Diese zeigt sich durch häufiges Nasenbluten sowie eine Tendenz zu blauen Flecken.

Vitamin K für Babys

Neugeborenen wird Vitamin K in der Regel direkt nach der Geburt verabreicht (Vitamin K-Prophylaxe), da sie mit geringen Vitamin K-Vorräten auf die Welt kommen. Werden Babys voll gestillt, sollte ihnen bis zum Ende der Stillzeit zusätzliches Vitamin K verabreicht werden.

Vitamin K kann den Neugeborenen entweder oral oder als Injektion verabreicht werden. In Deutschland wird Vitamin K heutzutage vor allem oral in Form von Tropfen gegeben, Spritzen bekommen in der Regel nur Frühgeborene. Die Vitamin K-Tropfen werden den Babys im Rahmen der ersten drei Vorsorgeuntersuchungen verabreicht. In anderen Ländern wird dagegen eine Injektion bevorzugt, um mit einer Gabe bereits den vollen Schutz zu erreichen.

Vitamin K-Antagonisten

Bei Menschen, die ein erhöhtes Thromboserisiko haben, wird die Bildung von Vitamin K durch Medikamente gehemmt. Diese Medikamente, die Cumarine wie Phenprocoumon oder Warfarin enthalten, werden als Vitamin K-Antagonisten bezeichnet und gehören zur Gruppe der Antikoagulantien (Blutgerinnungshemmer). Zu ihnen zählen beispielsweise Marcumar®, Phenpro Ratiopharm® oder Falithrom®. Sie werden unter anderem Patienten mit einer künstlichen Herzklappe oder Vorhofflimmern verabreicht.

Vitamin K-Antagonisten verhindern, dass die Gerinnungsfaktoren von ihrer inaktiven Vorstufe in ihre aktive Form umgewandelt werden. Dadurch wird das Risiko für ein Blutgerinnsel gesenkt. Durch eine Vitamin K-reiche Ernährung kann die Wirkung der Vitamin K-Antagonisten jedoch herabgesetzt werden.

Gänzlich auf Vitamin K-haltige Lebensmittel verzichtet werden muss aber trotzdem nicht - im Zweifelsfall sollte nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt die Dosis des Blutgerinnungshemmers leicht erhöht werden. Zusätzliche Vitamin K-Präparate sollten bei Einnahme eines Blutgerinnungshemmers jedoch auf keinen Fall zugeführt werden.

Überdosierung von Vitamin K

Eine Überdosierung von Vitamin K tritt nur sehr selten auf, da das Vitamin keine toxische Wirkung hat. Werden sehr hohe Dosen injiziert, kann es zu einer allergischen Hautreaktion kommen. Ebenso wurden in einigen Fällen - vor allem bei Säuglingen - Veränderungen der Blutzusammensetzung beobachtet: Durch besonders hohe Dosen kann es zu einer Auflösung der roten Blutkörperchen (Hämolyse) kommen.

Aktualisiert: 11.09.2018 – Autor: Kathrin Mehner

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