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Ausfluss – oft unangenehm, selten gefährlich

Frau mit Ausfluss beim Frauenarzt © istockphoto, AlexRaths

Vaginaler Ausfluss gehört zum normalen Reinigungsprozess des weiblichen Körpers: Mit dem Scheidensekret werden abgestorbene Zellen, Blut, Krankheitserreger und Spermien nach außen transportiert. Trotzdem wird Ausfluss für viele Frauen zum Problem. Ein bis zwei Jahre vor der Pubertät setzt er ein und begleitet die Frau bis zu den Wechseljahren – die eine mehr, die andere fast unbemerkt.

Ausfluss als Schutzmechanismus

Fluor genitalis, wie das Vaginalsekret auch fachsprachlich genannt wird, ist Teil eines Abwehrprozesses, um Scheide und letztlich Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcke vor (aufsteigenden) Infektionen zu schützen – schließlich sind die Geschlechtsorgane gesunder Frauen besonders im gebärfähigen Alter immer wieder potenziell krankmachenden Keimen von außen ausgesetzt. Gerät das Scheidenmilieu, die Vaginalflora, aus dem Gleichgewicht, haben krankmachende Keime und Bakterien ein leichtes Spiel.

Krankhafter Scheidenausfluss

Bei folgenden Anzeichen ist ein Besuch beim Frauenarzt ratsam:

  • Plötzlich vermehrter Ausfluss
  • Ausfluss nach der Menopause oder sich während der Schwangerschaft plötzlich ändernder Ausfluss
  • Änderung der Farbe und Konsistenz (trübe-gräulich, rötlich oder bräunlich, grünlich, gelblich-schleimig, schaumig, bröckelig) und/oder des Geruchs (z.B. fischartig)
  • Juckreiz, Rötungen und andere Hautveränderungen und/oder Schwellungen und/oder Wundsein bzw. Schmerzen in der Genitalregion (oder im Unterbauch)
  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
  • Schmerzen/Brennen beim Wasserlassen.

Suchen Sie den Frauenarzt auf, wenn Sie eine oder mehrere der oben beschriebenen Beschwerden haben. Die Scheideninfektion selbst ist zwar unangenehm, aber zunächst meist nicht gefährlich. Allerdings können die Erreger weiter aufsteigen und zu Entzündungen der Eileiter und Eierstöcke führen.

Sonderfall Schwangerschaft

Ein Sonderfall stellt die Schwangerschaft dar: Durch die hormonelle Umstellung sind Schwangere besonders gefährdet für Infektionen, die dann wiederum das Ungeborene schädigen können. Der Frauenarzt wird Sie nach den genauen Symptomen und Begleitbeschwerden fragen und dann eine Untersuchung mit dem Scheidenspiegel (Spekulum) durchführen. Dabei begutachtet er die Schamlippen und Scheide auf Rötungen, Hautveränderungen und Schmerzen, beurteilt Farbe, Geruch und Konsistenz des Sekrets. Oft geben ihm diese Aspekte schon Hinweise auf den Auslöser.

Das weitere Vorgehen richtet sich nach dem Verdacht – wird eine Besiedlung mit Krankheitserregern vermutet, schließt sich die Entnahme von Scheidensekret an, dessen pH-Wert bestimmt wird und das mit einer Substanz bestrichen und unter dem Mikroskop begutachtet werden kann. Zusätzlich wird es dann gegebenenfalls ins Labor geschickt.

Behandlung von vaginalem Ausfluss

Die Therapie richtet hängt von der Ursache des krankhaften Ausflusses ab: Bei einem Scheidenpilz (Vaginalmykose) stehen Medikamente (Antimykotika) in Form von Zäpfchen, Scheidentabletten oder -cremes zur Verfügung, bei einer bakteriellen Infektion (wie z.B. den Geschlechtskrankheiten Tripper oder Syphilis) werden Antibiotika gegeben, bei Herpesinfektionen spezielle virenhemmende Mittel. Unterstützend zur ärztlich empfohlenen Therapie gibt es weitere Maßnahmen, um den Stoffwechsel der Scheidenschleimhaut anregen:

  • 15-minütigen Bauchmassage morgens und abends.
  • Ein kühles Sitzbad morgens und ein körperwarmes Vollbad abends (je 10 Minuten). Kamillenextrakt oder Teebaumöl hinzu entspannt und desinfiziert.
  • Ein 10-minütiges warmes Moorbad dreimal pro Woche aktiviert den Stoffwechsel und hemmt die Entzündung.
  • Sie können sich auch einen Sud aus Gänsefingerkraut oder Weißen Taubnesselblüten zubereiten (50 g mit 1 Liter heißem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen). Mit dem abgeseihten, abgekühlten Sud können sie dreimal pro Woche Ihre Scheide spülen.

Aktualisiert: 13.01.2017 – Autor: Dagmar Reiche

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