Tipps gegen Hitzewallungen in den Wechseljahren

Frau in den Wechseljahren hat Hitzewallungen © istockphoto, m-imagephotography

Was tun gegen Hitzewallungen? Was hilft? Während der Wechseljahre stellen sich die Hormone der Frau um: Sie wechselt von der Geschlechtsreife ins Senium (Alter). Dabei bildet der Körper immer weniger von dem weiblichen Geschlechtshormon Östrogen, was vielen Frauen zu schaffen macht. Typische Beschwerden der Wechseljahre sind Hitzewallungen, Schweißausbrüche und Schwindelanfälle. Um dem vorzubeugen, wird meist eine Hormontherapie eingesetzt. Gegen akute Hitzewallungen und Kreislaufprobleme helfen jedoch auch ein paar einfache Tipps und bewährte Mittel aus der Natur.

Was sind Hitzewallungen?

Hitzewallungen, auch als fliegende Hitze bekannt, sind anfallartige Hitzeattacken, die oft mit Schweißausbrüchen verbunden sind. Oftmals sind die Hitzewallungen das erste Anzeichen für die hormonelle Umstellung im weiblichen Körper.  

Ungefähr ab dem 45. Lebensjahr stellt sich der Körper der Frau hormonell um und die Wechseljahre treten ein. Diese bringen mehrere, mehr oder weniger belastende, körperliche Beschwerden mit sich. Hierbei sind Hitzewallungen das häufigste und oft auch das am meisten belastende Symptom.

Was tun gegen Hitzewallungen?

Den Hitzeattacken kann man mit einigen einfachen Maßnahmen vorbeugen. Lesen Sie hier 5 praktische Tipps, was bei Hitzewallungen helfen kann.

1. Sport treiben

Walken, Radfahren, Spazierengehen, Wandern: Körperliche Aktivität stabilisiert den Blutdruck und stärkt Herz, Kreislauf, Blutgefäße und Muskulatur – und hält auch den Temperaturregler im Gehirn besser im Gleichgewicht.

2. Wechselduschen

Vielen Frauen in den Wechseljahren helfen Wechselduschen. Den Anfang machen Sie mit einer warmen Dusche. Setzen Sie dann mit kaltem Wasser unten am Fuß an und führen die Dusche am äußeren Bein nach oben und an der Innenseite wieder zurück. Mit der gleichen Vorgehensweise das andere Bein sowie die Arme behandeln. Nachdem Sie sich mit einem warmen Guss aufgewärmt haben, wiederholen Sie die kalten Duschen noch zweimal. Die Behandlung sollte mit einer kalten Dusche enden.

Finden Sie eine Wechseldusche nicht für sich geeignet, sind mögliche Alternativen wechselwarme Fußbäder oder Knie- und Armbäder. Auch Wassertreten kann helfen. Dazu kaltes Wasser in die Badewanne einlassen, bis es Ihnen knapp unter der Kniekehle steht. Dann 60 Sekunden lang auf der Stelle treten und bei jedem Schritt das Bein vollständig aus dem Wasser heben.

3. Kaffee und Alkohol nur in Maßen

Koffein und Alkohol können – ebenso wie Nikotin – den Östrogenspiegel absenken und damit den Temperaturregler irritieren. Wer Hitzewallungen hat, sollte also seinen Kaffee- und Alkoholgenuss auf eine Tasse beziehungsweise ein Glas reduzieren und möglichst nicht rauchen.

4. Leicht ernähren

Viel frisches Obst und Gemüse sowie frische Kräuter sollten auf dem Speiseplan ganz oben stehen. Vollkorn- und Milchprodukte sind ebenso zu empfehlen, während nur wenig rotes Fleisch und wenig Fett gegessen werden sollte. Wenn Sie Pflanzenfett verwenden, greifen Sie zu Oliven- oder Rapsöl.

Und: mindestens zwei Liter am Tag trinken – am besten Mineralwasser, ungesüßten Tee oder Saftschorle. Zusammen mit Bewegung baut leichte Kost Übergeweicht ab, wirkt ausgleichend auf alle Körperfunktionen und reduziert so auch die Hitzewallungen.

5. Naturmittel nutzen: 6 bewährte Hausmittel

Wer seinem Hormonspiegel helfen möchte, wieder das Gleichgewicht zu finden, kann sich pflanzlicher Mittel bedienen. Einige von ihnen enthalten sogenannten Phytoöstrogene, die dem menschlichen Östrogen ähnlich sind. Daher können sich diese pflanzlichen Mittel positiv auf die Wärmeregulierung und den Hormonhaushalt auswirken.

Wichtig ist, die Mittel immer einige Wochen lang einzusetzen. Man sollte jedoch darauf achten, nicht mehrere Präparate miteinander zu kombinieren.   

Einige bewährte Naturmittel gegen Hitzewallungen sind zum Beispiel:

  1. Traubensilberkerze: Die Extrakte aus dem Wurzelstock dieser Pflanze zählen zu den Pflanzenöstrogenen. Sie wirken wie körpereigene Östrogene – ohne Nebenwirkungen wie Hormonpräparate. Nehmen Sie jeden Tag eine Tablette von dem Heilpflanzen-Extrakt. Diese erhalten Sie in der Apotheke. Nach ein bis zwei Wochen tritt die Wirkung ein. Traubensilberkerze hilft übrigens auch bei anderen Beschwerden wie Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen oder Kopfschmerzen.
  2. Mönchspfeffer: Das Pflanzenpräparat hilft vor allem zu Beginn der Menopause, wenn der Zyklus noch nicht endgültig aufgehört hat. Es regt die Produktion von Progesteron an und aktiviert die Eierstöcke.
  3. Soja: Asiatische Frauen kennen kaum Wechseljahrsbeschwerden. Das ist vermutlich so, weil sie viel Soja essen. Offenbar wirken Soja-Isoflavone wie Pflanzen-Östrogene. Dosierung: mindestens 60 Milligramm pro Tag.
  4. Rotklee: Die bei uns heimische Pflanze liefert ebenfalls dem Östrogen ähnliche Hormone und kann so als Tee oder Nahrungsergänzungsmittel helfen, die Beschwerden der Wechseljahre zu lindern.
  5. Johanniskraut: Sind die Hitzewallungen mit depressiven Stimmungen verbunden, ist Johanniskraut hilfreich. Es muss täglich eingenommen werden, wirkt aber erst nach ein paar Wochen.
  6. Salbei: Geht es vor allem ums Schwitzen, ist Salbei aufgrund seiner schweißhemmenden Wirkung hilfreich. Täglich sollten zwei Tassen Salbeitee getrunken werden – warm, ohne Zucker und schluckweise. Alternativ können Sie auch ein Extrakt in Kapselform oder als Tinktur einnehmen. Salbeitee lässt sich grundsätzlich mit allem kombinieren.

Homöopathie als Mittel gegen Hitzewallungen?

Viele Frauen vertrauen bei Hitzewallungen auch auf homöopathische Mittel wie Globuli. Die kleinen Kügelchen können Beschwerden der Wechseljahre lindern und haben im Gegensatz zu hormonellen Präparaten keine Nebenwirkungen.

Auch die Behandlung von Hitzewallungen mit Schüßler Salzen wird oft empfohlen. Allgemein können die Salze Nr. 7 Magnesium phosphoricum D6 und Nr. 8 Natrium chloratum D6 in den Wechseljahren hilfreich sein. Bei Hitzewallungen kann zusätzlich Nr. 3 Ferrum phosphoricum D12 angewendet werden.

Was tun bei Hitzewallungen in der Nacht?

Vielen Frauen begegnen Hitzewallungen nicht nur am Tag, sondern auch nachts. Die Folge sind Schlafstörungen oder Schlafmangel. Wir geben einige Tipps, wie Sie nächtliche Hitzewallungen in den Griff bekommen können:

  • Schlafen Sie bei gekipptem Fenster. So kommt immer etwas frische Luft in das Schlafzimmer.
  • Achten Sie auf eine optimale Schlafzimmertemperatur. Diese liegt zwischen 16 und 18 Grad Celsius.
  • Legen Sie sich frische Schlafklamotten bereit. So sind durchgeschwitzte Sachen schnell ausgetauscht.
  • Legen Sie sich ein großes Handtuch unter. Dieses ist schneller gewechselt als ein Bettlaken.
  • Benutzen Sie Schlafanzüge und Bettwäsche aus Baumwolle. Diese ist atmungsaktiv.
  • Entspannungsübungen wie autogenes Training oder Meditieren können helfen, sich zu beruhigen und schneller wieder einzuschlafen.  

Was passiert bei Hitzewallungen?

Hitzewallungen kündigen sich häufig mit einem Druckgefühl im Kopf oder einem diffusen Unwohlsein an. Es folgt ein intensives Hitzegefühl, das sich wellenartig vom Brust- oder Halsbereich ausgehend über Kopf, Gesicht und Nacken bis in die Oberarme ausdehnt. Der Grund dafür ist eine Weitung der Blutgefäße, sodass die Durchblutung in den äußeren Körperregionen gesteigert wird und die Körpertemperatur steigt.

Als Folge rötet sich die Haut, es kommt gleichzeitig zu Schweißausbrüchen und manchmal auch zu einem Schwindelgefühl oder Übelkeit. Diese Beschwerden können von Herzklopfen und Herzrasen  begleitet sein, was eine natürliche Reaktion des Kreislaufs ist. Meist verlangsamt sich der Puls schnell wieder.

Gleichzeitig kämpft der Körper gegen die Hitzeattacke an, indem er durch übermäßiges Schwitzen versucht, die Körpertemperatur wieder zu senken und den Körper zu kühlen. Ist die Hitzewallung abgeklungen, kommt es dann oftmals zur sogenannten Verdunstungskälte. Daher frösteln und frieren viele Frauen nach einer Hitzewallung und fühlen sich erschöpft oder müde.

Symptome im Überblick

Sind Sie sich nicht sicher, ob Sie wirklich an Hitzewallungen leiden? Hier haben wir noch einmal alle Symptome in einem kurzen Überblick zusammengestellt, die beschreiben, wie sich Hitzewallungen anfühlen:

  • Schweißausbrüche
  • Hautrötungen
  • Anstieg der Körpertemperatur
  • Schwindelgefühl
  • Herzklopfen
  • Übelkeit
  • nach der Hitzewallung: Frösteln und Erschöpfung

Was löst Hitzewallungen in den Wechseljahren aus ?

Grund für Hitzewallungen bei Frauen in den Wechseljahren ist wahrscheinlich der sinkende Östrogenspiegel. Dieser Östrogenmangel verursacht einen Anstieg von Stresshormonen wie zum Beispiel Adrenalin. Es wird angenommen, dass ein plötzlicher Anstieg solcher Stresshormone zu den Hitzeattacken führen kann.

Eine weitere Ursache für Hitzewallungen liegt vermutlich in einer Fehlregulierung der Körpertemperatur im Gehirn. Östrogen beeinflusst unter anderem auch die Wärmeregulation im Körper. Nimmt die Hormonproduktion von Östrogen ab, funktioniert die Wärmeregulation nicht mehr richtig und das Nervensystem reagiert mit einer plötzlichen Weitung der Blutgefäße, um Wärme abzugeben. Es kommt zu den oben beschriebenen Beschwerden.

Auch der Mangel an dem Sexualhormon Progesteron in den Wechseljahren kann für Hitzewallungen verantwortlich sein. Zudem kann er auch Schlafstörungen auslösen, da das Hormon schlaffördernd wirkt.

Hitzewallungen: Wie oft treten sie auf und wie lange halten sie an?

Die Häufigkeit von Hitzewallungen sind von Frau zu Frau oft sehr unterschiedlich. Sie können nur ein oder zwei Mal am Tag auftreten oder aber auch 30 bis 40 Mal. Meist dauern die Hitzeattacken nur einige wenige Minuten an, selten auch länger.

Am Anfang der Wechseljahre überkommen Hitzewallungen die Betroffenen häufig, im Laufe der Zeit lässt die Häufigkeit jedoch meist nach. Hat sich der Körper umgestellt und ist der Hormonspiegel wieder im Gleichgewicht, verschwinden die Hitzeattacken. In der Regel leiden Frauen ungefähr bis zu fünf Jahre lang an Hitzewallungen.   

Weitere Ursachen von Hitzewallungen

Hitzewallungen können nicht nur bei Frauen in den Wechseljahren auftreten, sondern auch bei jungen Frauen oder bei Männern.

Junge Frauen können die Hitzeattacken beispielsweise auch während der Schwangerschaft und vor der Geburt oder während der Periode erleiden. Der Grund ist hier meist der erhöhte Stoffwechsel.   

Hitzewallungen beim Mann (und natürlich auch bei der Frau) können zudem unter anderem durch Stress, Nervosität oder Aufregung hervorgerufen werden. Auch nach dem Essen können einen die Hitzeattacken überfallen. Die Ursache liegt hier meist in stark gewürztem oder scharfem Essen oder dem Genuss von Alkohol, Kaffee oder schwarzem Tee.   

Hitzewallungen können darüber hinaus als Nebenwirkung einiger Medikamente auftreten. Hierzu gehören zum Beispiel Antiöstrogene oder Aromatasehemmer.

Zudem können die Hitzeattacken auch als Symptom bestimmter Erkrankungen erscheinen. Dazu zählen unter anderem Diabetes, Schilddrüsenüberfunktion, Allergien und einige Arten von Krebs, wie zum Beispiel Brustkrebs oder Prostatakrebs. Auch im Zusammenhang mit einer Chemotherapie kann der Patient von Hitzewallungen überfallen werden.

Aktualisiert: 13.04.2018 – Autor: npr, überarbeitet: Nadja Weber

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