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Folsäure bei Schwangerschaft und Kinderwunsch

Folsäure: Bauch einer Schwangeren © rawpixel

Das Vitamin Folsäure, auch als Vitamin B9 bekannt, erfreut sich großer Bekanntheit. Denn eine beständige, ausreichende Versorgung an Folsäure bei Kinderwunsch und während der Schwangerschaft kann das Risiko für schwere Missbildungen bei Ungeborenen drastisch senken. Folsäure, die durch Vitamin B12 im Körper aktiviert wird, ist maßgeblich an der Zellbildung und am Zellschutz beteiligt.

100 Millionen neue Zellen

Frauen im gebärfähigen Alter, die täglich 400 Mikrogramm Folsäure zusätzlich zu sich nehmen, beweisen ein hohes Maß an Verantwortungsbewusstsein. Während einer Schwangerschaft erhöht sich die Zellteilungsrate und es werden bis zu 100 Millionen neue Zellen gebildet. Das erhöht den Bedarf an Folsäure bei einer Schwangeren um 50 Prozent. Die zusätzliche Einnahme von diesem Vitamin sowie Vitamin B12 in der Schwangerschaft, aber auch bereits bei Kinderwunsch, kann daher in der Regel ratsam sein.

Folsäure bei Kinderwunsch

Studien haben bewiesen, dass Frauen durch die zusätzliche tägliche Einnahme von 600 Mikrogramm Folsäure mindestens vier Wochen vor Beginn der Schwangerschaft und besonders im ersten Drittel der Schwangerschaft, das Risiko an Missbildungen um 50 bis 70 Prozent senken konnten. Bekannte Missbildungen bei Kindern ist beispielsweise ein Neuralrohrdefekt, auch als offener Rücken bekannt. Diese Missbildung wird einem Mangel an Folsäure in der Schwangerschaft zugeschrieben.

Eine ausreichende Versorgung an Folsäure ist im ersten Schwangerschaftsdrittel von besonderer Wichtigkeit, denn die Bildung des Neuralrohrs wird bereits in dieser Frühphase komplett abgeschlossen. Daher ist die breite Aufklärung notwendig, um einem Folsäuremangel entgegen zu wirken. Dies betrifft in erster Linie Frauen mit Kinderwunsch oder Schwangere, die frühzeitig auf die ausreichende Versorgung an Folsäure achten sollten.

Folsäure und Lebensmittel

Frauen, insbesondere Schwangere, nehmen tendenziell zu wenig Folsäure über die Nahrung auf. Folsäure ist zwar in vielen Lebensmitteln, wie grünes Blattgemüse (Spinat, Grünkohl, Rosenkohl und Salat), Weizenkeimen, Vollkornprodukten und Eigelb vorhanden. Jedoch kann der erhöhte Bedarf an Folsäure in der Schwangerschaft meist dadurch nicht gedeckt werden.

Zudem besitzt der Körper kein Speichersystem für Folsäure. Folsäure ist auch ein ausgesprochen empfindliches Vitamin: Sauerstoff, Hitze und Licht lassen den Gehalt selbst folsäurereicher Lebensmittel schnell schrumpfen.

Weiterhin ist den meisten Frauen ihre Schwangerschaft im Frühstadium noch nicht bekannt und daher können sie sich nicht auf eine entsprechende, folsäurereiche Ernährung einstellen. Die frühzeitige zusätzliche Einnahme von Folsäure kann daher bereits ab Kinderwunsch entscheidend sein.

Schwangerschaft und Folsäure

Vor diesem Hintergrund empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung Schwangeren und allen Frauen mit Kinderwunsch, täglich 550 Mikrogramm Folsäure zu sich zu nehmen. Davon sollten maximal 400 Mikrogramm über Nahrungsergänzungsmittel aufgenommen werden. Sinnvoll erweisen sich hierbei Präparate, die Folsäure in Kombination mit den Vitaminen B6 und B12 enthalten. Diese Präparate schützen die Zellen kombiniert am effektivsten vor schädigenden Einflüssen. Das Vitamin B12 aktiviert darüber hinaus Folsäure im Körper.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung rät dazu, täglich nicht mehr als 3,5 Milligramm Vitamin B6 und 25 Mikrogramm Vitamin B12 über Nahrungsergänzungsmittel aufzunehmen.

Depotpräparate mit Folsäure für Schwangere

Weiterhin zu nennen sind Depotpräparate, die die Vitamine zeitversetzt in den Verdauungstrakt abgeben. Einmalige, zu hohe Aufnahmen scheidet der Organismus umgehend aus, da er kein Speichersystem für Folsäure besitzt.

Präparate wie Femibion®, Folio® oder Orthomol Natal® sind Beispiele für Nahrungsergänzungsmittel, die eine Versorgung von Folsäure bei Schwangerschaft und Kinderwunsch zum Ziel haben.

Eine ausreichende Versorgung mit Folsäure in der Schwangerschaft und damit ein effektiver Schutz für Ungeborene ist heutzutage kein Problem mehr: Hochwertige Depotpräparate sind in jeder Apotheke von verschiedenen Anbietern erhältlich.

Aktualisiert: 13.04.2018 – Autor: Gesellschaft für Ernährungsmedizin und Diätetik e.V. / Astrid Vogel

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