Thyroxin bei Schwangerschaft und Abnehmwunsch

Viele schwangere Frauen beschäftigt die Frage, ob sie Thyroxin auch während der Schwangerschaft und in der Stillzeit einnehmen können, ohne dem Kind zu schaden. Zudem hält sich die Annahme, dass Thyroxin beim Abnehmen helfen kann. Doch stimmt das wirklich? Erfahren Sie hier die Antworten.

Thyroxin in der Schwangerschaft

Thyroxin kann während der Schwangerschaft und Stillzeit eingenommen werden, ohne dass dadurch Nebenwirkungen oder Risiken für Mutter und Kind zu befürchten sind. Vielmehr ist es wichtig, dass die Therapie auch während der Schwangerschaft fortgesetzt wird, um körperliche Probleme zu vermeiden.

Bei schwangeren Frauen sollten die Schilddrüsenwerte in regelmäßigen Abständen kontrolliert werden. Durch den erhöhten Östrogen-Spiegel kann es nämlich passieren, dass der Bedarf an Thyroxin steigt. Dann ist eine Anpassung der Dosierung nötig.

Während der Stillzeit gehen geringe Mengen des Hormons in die Muttermilch über, allerdings gilt die Dosis als unbedenklich.

Thyroxin: Wechselwirkungen während der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft ist zu beachten, dass Thyroxin nicht gemeinsam mit Thyreostatika, die zur Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion dienen, eingenommen werden darf. Thyreostatika dürfen schwangeren Frauen allgemein nur niedrig dosiert verabreicht werden, da sie über die Plazenta in den Kreislauf des Kindes gelangen und eine Schilddrüsenunterfunktion auslösen können.

Mit Thyroxin abnehmen?

Thyroxin darf generell nur auf ärztliche Anweisung eingenommen und zur Behandlung von Schilddrüsenerkrankungen eingesetzt werden. Trotzdem wird das Hormon immer wieder als Abnehmpille missbraucht. Von der Einnahme von Thyroxin zum Abnehmen ist jedoch dringend abzuraten. Zum einen ist wissenschaftlich nicht beweisen, dass es durch den Einsatz zu einem Gewichtsverlust kommt. Zum anderen ist das Mittel für diese Anwendung nicht zugelassen.

L-Thyroxin ist ein Medikament, das wesentlichen Einfluss auf verschiedene körperliche Prozesse nimmt. Wird das Hormon ohne medizinische Notwendigkeit und regelmäßige ärztliche Kontrolle eingenommen, kann dies zu schweren Nebenwirkungen führen. Dies gilt insbesondere dann, wenn es mit Medikamenten, die einen Gewichtsverlust anvisieren, kombiniert wird. So kann durch eine zu hohe das Risiko für eine Insulinresistenz, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Osteoporose ansteigen.

Aktualisiert: 01.09.2020 - Autor: Kathrin Mehner, Medizinredakteurin

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