Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose): Symptome und Behandlung

Ärzte zeigt Modell einer Schilddrüse zur Erklärung einer Schilddrüsenunterfunktion
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Bei einer Schilddrüsenunterfunktion – der medizinische Fachausdruck lautet Hypothyreose oder Hypothyreoidismus – werden von der Schilddrüse weniger Hormone produziert, als der Körper benötigt. In der Folge ist die körperliche Leistungsfähigkeit reduziert und es können Symptome wie Müdigkeit, depressive Verstimmungen, Gewichtszunahme und Kälteempfindlichkeit auftreten. Ursache der Beschwerden ist oftmals die Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis, doch es gibt noch andere Auslöser für die Unterfunktion der Schilddrüse. Meist lässt sich eine Schilddrüsenunterfunktion durch künstlich hergestellte Hormone gut behandeln – allerdings müssen die Medikamente in der Regel ein Leben lang eingenommen werden. Wir informieren über Anzeichen, Ursachen und Behandlung der Erkrankung.

Was ist eine Schilddrüsenunterfunktion?

Die Schilddrüse ist ein Organ, das die für uns Menschen lebenswichtigen Hormone Trijodthyronin (T3) und Thyroxin (T4) produziert. Diese sind unter anderem für unseren Kreislauf, unseren Stoffwechsel, unser Wachstum sowie unser psychisches Wohlbefinden von Bedeutung.

Die Produktion und Abgabe der Schilddrüsenhormone wird im Gehirn durch den Hypothalamus und die Hypophyse gesteuert. Diese stellen Hormone her, die wiederum die Aktivität der Schilddrüse anregen. Funktionieren diese Regelzentren im Gehirn oder aber die Schilddrüse selbst nicht mehr richtig, werden weniger Hormone produziert, als der Körper benötigt. In einem solchen Fall spricht man laut Definition von einer Schilddrüsenunterfunktion. Liegt ein Mangel an Schilddrüsenhormonen vor, arbeitet der Stoffwechsel langsamer und der Körper wird weniger leistungsfähig.

Wie häufig ist eine Hypothyreose?

Eine Schilddrüsenunterfunktion tritt relativ oft auf. In Deutschland sind etwa fünf Prozent der Bevölkerung betroffen. Frauen leiden deutlich häufiger daran als Männer. Mit dem Alter nimmt das Risiko für eine Schilddrüsenunterfunktion zu, weshalb auch ältere Menschen vermehrt betroffen sind.

Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion erkennen

Eine Schilddrüsenunterfunktion ist meist schwer zu erkennen, da die auftretenden Symptome relativ unspezifisch sind. Zudem machen sich zu Beginn keine oder nur geringe Beschwerden bemerkbar – deswegen wird die Funktionsstörung oftmals erst spät erkannt. Ist die Unterfunktion der Schilddrüse hingegen weit fortgeschritten, kann der gesamte Stoffwechsel beeinträchtigt werden.

Mögliche Symptome, die bei einer Schilddrüsenunterfunktion auftreten können, sind:

  • Müdigkeit und ein erhöhtes Schlafbedürfnis
  • Teilnahms- und Antriebslosigkeit
  • depressive Verstimmungen bis hin zu einer Wesensveränderung
  • Leistungsschwäche und Gedächtnis- oder Konzentrationsstörungen
  • verlangsamte Reflexe
  • Kältegefühl und vermindertes Schwitzen
  • Gewichtszunahme trotz Appetitlosigkeit
  • Verstopfung
  • Erhöhung der Blutfettwerte (Cholesterinwerte)
  • Durchblutungsstörungen mit Missempfindungen („Ameisenlaufen“)
  • Muskelschwäche und -krämpfe
  • tiefe bis heisere, raue Stimme
  • Hautveränderungen wie trockene, raue, verdickte, mitunter auch blasse und kühle Haut
  • trockenes Haar, Haarausfall und brüchige Nägel
  • gestörter Orientierungssinn und Bewusstseinstrübungen
  • Sehstörungen (Doppelbilder)
  • Schwellungen im Gesicht, vor allem im Bereich der Augen (zu Schlitzen verengte Augen) sowie von Lippen und Zunge
  • hervorstehende Augäpfel (Exopthalmus)

Ein Kropf (Struma), also eine sichtbar geschwollene Schilddrüse, kann auftreten. Manche Betroffene verspüren dadurch ein Kloßgefühl im Hals, eine erschwerte Atmung oder ein Gefühl wie bei einem verschleimten Hals. Der Herzschlag kann verlangsamt sein, Herzstolpern ist hingegen kein typisches Symptom einer Schilddrüsenunterfunktion, sondern tritt eher bei einer Überfunktion der Schilddrüse auf.

Symptome einer Schilddrüsenunterfunktion bei Frau und Mann

Sowohl bei Männern als auch bei Frauen kann eine Schilddrüsenunterfunktion zu einem Verlust der Libido, also des sexuellen Verlangens, führen. Auch kann es bei beiden Geschlechtern zu einer Störung der Fruchtbarkeit kommen.

Bei Frauen kann sich dies in Form von Zyklusstörungen mit einem unregelmäßigen Zyklus und einer besonders stark ausfallenden Periode bemerkbar machen. Durch den unregelmäßigen, oft verlangsamten Zyklus kann es betroffenen Frauen schwerfallen, schwanger zu werden.

Beim Mann können Potenzstörungen sowie eine verringerte Spermienzahl und Spermienaktivität auftreten. Auch ist eine sogenannte Gynäkomastie möglich, bei der Männer eine weiblich erscheinende Brust ausbilden.

Anzeichen einer Hypothyreose bei älteren Menschen

Besonders schwierig ist eine Schilddrüsenunterfunktion bei älteren Personen zu erkennen. Bei ihnen treten meist nur vereinzelt Symptome auf, die zudem häufig auf das fortgeschrittene Alter der Betroffenen zurückgeführt werden. Zu diesen Symptomen zählen beispielsweise eine nachlassende körperliche und geistige Leistungsfähigkeit.

Wie erkennt man eine Schilddrüsenunterfunktion bei Kindern?

Kinder, die an einer Schilddrüsenunterfunktion leiden, fallen häufig durch eine verlangsamte körperliche und geistige Entwicklung auf. Bei Säuglingen kann sich die Störung durch eine Bewegungsarmut und geringen Appetit oder Neugeborenengelbsucht bemerkbar machen. Bei älteren Kindern ist häufig das Wachstum beeinträchtigt. Zudem sind die Kinder oftmals übergewichtig und zeigen Anzeichen wie Müdigkeit, Leistungsschwäche und Desinteresse.

4 Fakten über eine Schilddrüsenunterfunktion (Infografik)

4 Fakten über eine Schilddrüsenunterfunktion – © iStock.com/ChesiireCat

Ursachen einer Schilddrüsenunterfunktion

Hinter einer Schilddrüsenunterfunktion können sich verschiedene Ursachen verbergen. Die Probleme können entweder in der Schilddrüse selbst liegen oder aber vom Hypothalamus oder der Hypophyse ausgehen.

Stellt eine körperliche Erkrankung die Ursache dar, werden drei verschiedene Formen unterschieden:

  • Primäre Schilddrüsenunterfunktion: Bei dieser Form liegt eine Funktionsstörung der Schilddrüse vor.
  • Sekundäre Schilddrüsenunterfunktion: Bei dieser Form ist die Hormonproduktion in der Hypophyse gestört.
  • Tertiäre Schilddrüsenunterfunktion: Bei dieser Form ist die Hormonerzeugung im Hypothalamus gestört.

Primäre Schilddrüsenunterfunktion

Von einer primären Unterfunktion der Schilddrüse spricht man, wenn die Schilddrüse selbst nicht richtig arbeitet. Ein möglicher Grund ist beispielsweise eine chronische Schilddrüsenentzündung. Ursache der Entzündung ist meist die Autoimmunerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis. Bei dieser Krankheit, von der vor allem Frauen zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr betroffen sind, erkennt der Körper die Schilddrüse fälschlicherweise als fremdes Gewebe und produziert Antikörper gegen das Organ. Es entsteht eine chronische Entzündung, durch die das Gewebe der Schilddrüse teilweise zerstört wird. Mit der Zeit entsteht so eine Schilddrüsenunterfunktion.

Daneben kann es auch passieren, dass eine Unterfunktion durch medizinische Maßnahmen, die beispielsweise bei der Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion durchgeführt werden, ausgelöst wird. Zu diesen Maßnahmen gehören beispielsweise eine Radiojodtherapie sowie eine operative Entfernung von Teilen oder der gesamten Schilddrüse. Wird zu viel Gewebe zerstört oder entfernt, kann die Schilddrüse nicht mehr genügend Hormone produzieren.

Daneben können auch zu hoch dosierte Thyreostatika zu einer Unterfunktion führen. Diese Medikamente werden bei einer Schilddrüsenüberfunktion eingesetzt, um die Hormonproduktion in der Schilddrüse zu hemmen. Auch Antidepressiva mit Lithium können die Auslöser sein.

Zudem kann eine Schilddrüsenunterfunktion durch eine jodarme Ernährung verursacht werden, weil Jod benötigt wird, um Schilddrüsenhormone zu bilden. In seltenen Fällen ist eine Unterfunktion angeboren. Im Gegensatz zu dieser angeborenen Form wird eine Unterfunktion mit anderen Auslösern als erworbene Schilddrüsenunterfunktion bezeichnet.

Sekundäre Hypothyreose: Erkrankung der Hypophyse

Dass eine Schilddrüsenunterfunktion durch Erkrankungen der Regelzentren im Gehirn ausgelöst wird, kommt relativ selten vor. Liegt beispielsweise aufgrund eines Tumors oder Schädel-Hirn-Traumas eine Störung der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) vor, produziert diese zu wenig von dem Hormon TSH (Thyreotropin oder Thyreoidea-stimulierendes Hormon). Dieses sorgt dafür, dass die Hormonproduktion in der Schilddrüse angeregt wird. Ist die TSH-Konzentration zu gering, werden in der Schilddrüse nicht mehr genügend Schilddrüsenhormone hergestellt.

Tertiäre Schilddrüsenunterfunktion: Hypothalamus als Ursache

Eine Schilddrüsenunterfunktion kann nicht nur durch eine Erkrankung der Hypophyse, sondern auch – in noch selteneren Fällen – des Hypothalamus verursacht werden. Der Hypothalamus produziert den Botenstoff TRH (Thyreoliberin oder Thyreotropin freisetzendes Hormon). Dieser wiederum regt in der Hirnanhangsdrüse die Bildung und Abgabe von TSH an. Liegt eine Erkrankung des Hypothalamus vor, hat dies somit indirekt auch Auswirkungen auf die Schilddrüsenfunktion. Ein möglicher Auslöser für eine Schädigung dieses Hirnareals ist ein Hämatom, beispielsweise infolge eines Unfalls oder einer Hirnblutung, das auf den Hypothalamus drückt.

Angeborene Schilddrüsenunterfunktion

Eine angeborene Schilddrüsenunterfunktion tritt relativ selten auf. Da bei dieser Form jedoch die Früherkennung von entscheidender Bedeutung ist, wird bei allen neugeborenen Kindern in Deutschland ein Screening durchgeführt. Dabei wird die Konzentration des Hormons TSH im Blut gemessen. Denn nur wenn die Schilddrüsenunterfunktion rechtzeitig erkannt wird, können bleibende Schäden am Nervensystem des Babys verhindert werden.

Hinter einer angeborenen Schilddrüsenunterfunktion können verschiedene Ursachen stecken. Möglich ist beispielsweise, dass die Schilddrüse komplett fehlt, dass sich das Schilddrüsengewebe nicht richtig entwickelt hat oder dass die Hormonproduktion gestört ist. Außerdem kann die Schilddrüse des Kindes im Mutterleib geschädigt worden sein – etwa durch eine jodarme Ernährung oder eine Radiojodtherapie während der Schwangerschaft.

Bei einer Unterfunktion der Schilddrüse machen sich typischerweise in den ersten Lebensmonaten Symptome wie eine verminderte Aktivität sowie eine Trinkschwäche bemerkbar. Zudem kann die Neugeborenengelbsucht länger als gewöhnlich anhalten. Wird die Funktionsstörung nicht rechtzeitig erkannt, kann es zu Entwicklungsstörungen an den Knochen und am Nervensystem kommen, was eine geistige Behinderung zur Folge hat. In solch einem Fall wird von Kretinismus gesprochen.

Diagnose einer Schilddrüsenunterfunktion

Besteht der Verdacht, dass eine Schilddrüsenunterfunktion vorliegt, wird in der Regel als erste Maßnahme eine Blutuntersuchung durchgeführt. Auf diese Weise kann der*die Arzt*Ärztin die Konzentration des Hormones TSH bestimmen (TSH-Test). Liegt eine Störung von Hypothalamus oder Hypophyse vor, ist der TSH-Wert erniedrigt. Arbeitet dagegen das Schilddrüsengewebe selbst nicht mehr richtig, ist der Wert erhöht.

Wenn der TSH-Wert zu niedrig ist und die Ursache im Hypothalamus vermutet wird, kann zur genaueren Diagnose ein TRH-Test durchgeführt werden. Dabei erfolgt zuerst eine Blutabnahme, um den TSH-Wert zu bestimmen (basaler TSH), anschließend wird der Botenstoff TRH venös gespritzt. Nach 30 Minuten wird erneut Blut abgenommen, um den TSH-Wert zu messen. Ein Anstieg lässt auf einen TRH-Mangel und damit auf eine tertiäre Hypothyreose schließen.

Daneben kann durch die Blutuntersuchung auch die Konzentration der Schilddrüsenhormone (T3 und T4 beziehungsweise deren freie, ungebundene Anteile fT3 und fT4) bestimmt werden. Diese liegen bei einer Schilddrüsenunterfunktion an der unteren Grenze des normalen Bereiches oder darunter. Ist der TSH-Wert erhöht, die Schilddrüsenhormone jedoch in ausreichender Menge vorhanden und treten (noch) keine oder kaum Symptome auf, spricht man von einer latenten Schilddrüsenunterfunktion. Meist ist dann keine Behandlung erforderlich, eine ärztliche Beobachtung ist jedoch ratsam.

Werden im Blut bestimmte Antikörper (TPO-AK und Tg-AK) nachgewiesen, deutet dies auf eine Hashimoto-Thyreoiditis hin. Näheres zur Bedeutung der verschiedenen Werte erfahren Sie in unserem Artikel über Schilddrüsenwerte.

Neben den Blutwerten können auch bildgebende Verfahren wie Ultraschall und Szintigrafie wichtige Hinweise liefern. Liegt eine Entzündung der Schilddrüse vor, erscheint das Organ im Ultraschall relativ dunkel. Bei einer Szintigrafie wird eine schwach-radioaktive Substanz in die Vene gespritzt. Diese wird bei einer Unterfunktion von der Schilddrüse nicht oder nur in geringem Maße aufgenommen.

Behandlung: Was tun bei Schilddrüsenunterfunktion?

Eine Schilddrüsenunterfunktion ist in der Regel nicht heilbar und muss ein Leben lang mit Medikamenten behandelt werden. Sind die Medikamente gut eingestellt, ist für die Betroffenen aber ein normales Leben möglich. Auch die Lebenserwartung wird durch die Schilddrüsenunterfunktion bei entsprechender Therapie nicht herabgesetzt.

Ziel der Behandlung ist es, den entstandenen Hormonmangel zu beheben (substituierte Hypothyreose). Deswegen werden die fehlenden Schilddrüsenhormone dem Körper über Tabletten zugeführt, die synthetisch hergestelltes Thyroxin enthalten – man spricht dann von L-Thyroxin oder Levothyroxin.

In der Regel wird den betroffenen Patient*innen zunächst eine niedrige L-Thyroxin-Dosis verabreicht. Diese wird in Verbindung mit regelmäßigen Blutuntersuchungen zur Messung des TSH-Wertes langsam gesteigert, bis eine ausreichende Dosis ermittelt ist. Dieses Vorgehen ist wichtig, da zu hoch dosierte L-Thyroxin-Präparate zu Nebenwirkungen wie Symptomen einer Schilddrüsenüberfunktion und Herzrhythmusstörungen führen können. Auch im weiteren Verlauf der Behandlung sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen der Blutwerte nötig.

Stellt ein Jodmangel die Ursache der Störung dar, können zusätzlich Jodtabletten verschrieben werden, sofern sich der Bedarf nicht über die Ernährung decken lässt.

Hausmittel sind zur Therapie einer Hypothyreose nicht geeignet.

Ernährung bei Schilddrüsenunterfunktion

Durch den verlangsamten Stoffwechsel führt eine Unterfunktion der Schilddrüse dazu, dass der Energiebedarf sinkt und der Körper schneller an Gewicht zunimmt. Auch können Flüssigkeitseinlagerungen einstehen – ein weiterer Grund, warum viele Betroffene Gewicht verlieren wollen und das Abnehmen mit Schilddrüsenunterfunktion häufig schwerfällt.

Neben der medikamentösen Behandlung ist es daher wichtig, sich ausreichend zu bewegen und auf eine angepasste Ernährung zu achten. Abwechslungsreich, kalorienarm und – wenn ein Jodmangel die Ursache ist – jodreich lauten die Empfehlungen. Zudem kann es ratsam sein, einem Mangel an Selen und Zink entgegenzuwirken, etwa durch den Verzehr von Milch- und Vollkornprodukten, Fleisch und Fisch sowie Hülsenfrüchten. Unser Artikel zur Ernährung bei Schilddrüsenunterfunktion liefert Ihnen weitere Informationen.

Hypothyreose – unbehandelt in seltenen Fällen gefährlich

Wird eine Schilddrüsenunterfunktion nicht erkannt oder über einen längeren Zeitraum nicht richtig behandelt, können Wassereinlagerungen im Körper entstehen. In seltenen Fällen kann ein Myxödemkoma auftreten. Zu einem solchen Koma kann es in akuten Stresssituationen kommen. Typischerweise treten Symptome wie ein niedriger Blutdruck, eine erniedrigte Körpertemperatur, eine verlangsamte Atmung sowie Schwäche oder Regungslosigkeit auf. Ein solcher Zustand muss umgehend intensivmedizinisch behandelt werden.

Auch kann es durch die Veränderungen am Herzen zu einer Herzmuskelschwäche kommen.

Bei Kindern kann eine unbehandelte Hypothyreose zu schweren, unumkehrbaren Entwicklungsstörungen führen.

Schilddrüsenunterfunktion in der Schwangerschaft

Während der Schwangerschaft kann bereits eine leichte Schilddrüsenunterfunktion ausreichen, um eine Fehl- oder Frühgeburt auszulösen. Ist bereits vor der Schwangerschaft bekannt, dass eine solche Unterfunktion vorliegt, muss die Schilddrüse während der Schwangerschaft deswegen regelmäßig untersucht werden. Eventuell muss die Dosierung der Medikamente zudem leicht erhöht werden.

Besteht bei einer bis dahin gesunden Frau der Verdacht auf eine Schilddrüsenunterfunktion, sollten umgehend die Schilddrüsenwerte im Blut bestimmt werden. Bei Patientinnen, die selbst beziehungsweise deren nahe Verwandte schon einmal an der Schilddrüse erkrankt sind, sollte eine solche Untersuchung am besten bereits vor der Schwangerschaft erfolgen. Es kann dann ratsam sein, erst schwanger zu werden, wenn die Tabletten richtig eingestellt sind.

Liegt tatsächlich eine Schilddrüsenunterfunktion vor, kann diese durch die Gabe von Hormonen behandelt werden. Sind die Medikamente richtig dosiert, hat die Behandlung keine Nebenwirkungen.

Schilddrüsenunterfunktion bei Kinderwunsch

Bleibt ein Kinderwunsch über einen längeren Zeitraum unerfüllt, sollte auch an eine Schilddrüsenunterfunktion als Ursache gedacht werden. Denn wenn der Körper bemerkt, dass die Konzentration der Schilddrüsenhormone im Körper zu gering ist, schüttet der Hypothalamus vermehrt TRH aus. Dieser Stoff kurbelt die Aktivität der Schilddrüse an.

Gleichzeitig wird jedoch auch die Ausschüttung des Hormons Prolaktin gefördert. Durch einen erhöhten Prolaktin-Spiegel kann die Reifung der Eizellen gestört oder der Eisprung unterdrückt werden.

Einer Schilddrüsenunterfunktion vorbeugen

In der Regel ist es nicht möglich, einer Schilddrüsenunterfunktion aktiv vorzubeugen. Einzige Ausnahme ist, wenn die Unterfunktion durch einen Jodmangel ausgelöst wird. Achten Sie deshalb immer auf eine ausreichend hohe Jodzufuhr. Dies gilt insbesondere für Schwangere und stillende Mütter, da sie einen erhöhten Jodbedarf haben. Eventuell kann bei ihnen auch die zusätzliche Einnahme von Jodtabletten sinnvoll sein.

Größere Mengen an Jod stecken unter anderem in den folgenden Lebensmitteln:

Zudem empfiehlt sich die Verwendung von jodiertem Speisesalz (Jodsalz), um einer Fehlfunktion der Schilddrüse vorzubeugen.

ICD-Codes für diese Krankheit:
ICD-Codes sind international gültige Verschlüsselungen für Diagnosen, die Sie z.B. auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen finden.
E03.-, E01.8, E02, E89.0

Quellen

Aktualisiert: 01.02.2023
Autor*in: Kathrin Mehner, Medizinredakteurin | Silke Hamann, Medizinredakteurin

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