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Erkältungskrankheiten – ein kleines 1x1

Erkälteter Mann © istockphoto, sunemotion

Statistisch betrachtet hat jeder von uns zweimal im Jahr eine Erkältung. Dennoch wissen viele Menschen nicht, wie man mit der Infektionskrankheit Nummer Eins richtig umgeht – oder sie denken nicht an die wichtigsten Regeln im Umgang mit Infektionen. So tragen sie unabsichtlich zur Verbreitung der Erkrankung bei oder verzögern ihre eigene Genesung. Zeit also, den Erkältungs-Knigge mal wieder aufzufrischen. Die wichtigsten Tipps zum richtigen Verhalten bei Erkältungen haben wir in diesem kleinen 1x1 für Sie zusammengestellt.

Händeschütteln: bei Erkältung tabu

Der Händedruck eines verschnupften Menschen kann ansteckend sein. Die Ursache ist schnell erklärt: Schnupfenviren können mehrere Stunden auf Oberflächen wie Händen, Türklinken oder auch Taschentüchern überleben.

Tipp: Bei Schnupfen Händeschütteln vermeiden und Papiertaschentücher direkt nach dem Verwenden entsorgen und nicht herumliegen lassen.

Niesen muss sein!

Laut Umfragen halten sich knapp 40 Prozent der befragten Frauen lieber die Nase zu, als ein Niesen zu riskieren. Das mag vielleicht vornehm sein, ist aber aus medizinischer Sicht nicht sehr empfehlenswert.

Im Gegenteil: Beim unterdrückten Niesen baut sich in den Nasenhöhlen ein Druck auf, der die Krankheitserreger in die Nebenhöhlen oder sogar in Richtung Mittelohr presst. Dort kann es dann zu Entzündungen kommen.

Wer Niesen muss, sollte das also tun, sich dabei aber von seinem Gegenüber abwenden und unbedingt ein Taschentuch vor die Nase halten.

Grippeverteiler: Tröpfcheninfektion

Wichtiger Weg für die Erkältungsviren, ihren "Besitzer" zu wechseln, ist die Tröpfcheninfektion. Hier werden mit Viren belastete Schleimtröpfchen der erkrankten Person – beispielsweise beim Niesen oder Husten – ausgestoßen und von der Umwelt eingeatmet.

Da die Tröpfchen bis zu 12 Meter Entfernung überwinden können, sind Menschenansammlungen, zum Beispiel in Bussen, Kaufhäusern oder auch Schulen, für eine Tröpfcheninfektion geradezu prädestiniert. So genügen bereits wenige Minuten in einem dichtbesetzten Raum, um den Atemwegsinfekt von einem infizierten auf zahlreiche andere Menschen zu übertragen.

Schnäuzen und hinschauen

Schnäuzen und das Ergebnis analysieren: Das gilt bei 30 Prozent aller Befragten als verpönt. Trotzdem raten Ärzte, das Nasensekret im Taschentuch genauer zu betrachten. Das muss ja nicht vor Gästen sein.

Schnäuzen Sie sanft, ohne großen Druck und halten Sie dabei stets ein Nasenloch zu. Gut zu wissen: Gelblich oder grünlich verfärbter Schleim kann auf eine bakterielle Infektion hindeuten und macht einen Arztbesuch empfehlenswert.

Wer krank ist, den fröstelt's

Nicht das Frösteln führt zu einer Erkältung, sondern umgekehrt. Auch wenn wir Menschen die Erkältung gerne auf die Kälte zurückführen, richtig ist: Ein Mensch, der sich erkältet hat, fängt an zu frieren. Der Grund dafür: Die Empfindung einer Unterkühlung entsteht typischerweise kurz vor der Entwicklung von Fieber, das den übrigen Krankheitssymptomen vorausgeht.

Wie lange dauert eine Erkältung?

Drei Tage kommt sie, drei Tage bleibt sie, drei Tage geht sie – diese alte Volks-Weisheit stimmt leider immer noch. In der Regel dauert eine Erkältung gut eine Woche bis zehn Tage, bis sie wieder verschwindet. Die Dauer eines grippalen Infektes kann nicht beeinflusst werden – aber die Symptome lassen sich lindern.

Wie lange dauert Fieber bei einer Erkältung?

Wie lange das Fieber im Rahmen einer Erkältung anhält, kann sehr unterschiedlich sein. Normalerweise klingt das Fieber wieder ab, nachdem die Erkältung ihren Höhepunkt erreicht hat. In der Regel dauert das Fieber etwa zwei bis sieben Tage an.

Meist handelt es sich dabei (etwa im Gegensatz zu einer Grippe oder Lungenentzündung) nur um leichtes Fieber, das jedoch gelegentlich auch Temperaturen über 38,5 Grad Celsius überschreiten kann.

Dabei ist das Fieber im Rahmen einer Erkältung meist harmlos, denn so versucht der Körper, die Erreger der Erkältung zu bekämpfen. Fieber ist also zunächst kein Grund zur Sorge und fiebersenkende Medikamente wie Paracetamol oder Hausmittel wie kalte Wadenwickel sind nicht unbedingt erforderlich. Bei hohem oder langanhaltendem Fieber sollten Sie jedoch einen Arzt aufsuchen.

Wann Sie zum Arzt sollten

Halsschmerzen werden meist durch Erkältungsviren verursacht. Kommen keine anderen Beschwerden hinzu, klingen die Symptome normalerweise innerhalb weniger Tage ab.

Bei Fieber über 38,5 Grad Celsius oder wenn weiße, punktförmige Ablagerungen auf den Gaumenmandeln zu sehen sind, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Weitere Warnzeichen:

  • druckschmerzhafte Halslymphknoten
  • sehr starke Schluckbeschwerden
  • Heiserkeit und Schluckbeschwerden, die länger als eine Woche andauern

Erkältung überstanden – ist man dann sicher?

Mehr als die Hälfte der Deutschen meint, dass ein überstandener Infekt vor Neuansteckung schützt. Das stimmt leider nicht: Die Ansteckung mit einem Schnupfenvirus macht nicht dauerhaft immun. Es gibt über 200 verschiedene Viren, die als Erkältungserreger gelten. Hat der Körper gerade einen Virus erfolgreich bekämpft, kann theoretisch sofort die nächste Infektion mit einem anderen Virustyp folgen.

Der beste Schutz vor Neuansteckung ist die Stärkung des Immunsystems. Und zwar durch vitaminreiche Ernährung, regelmäßige Bewegung und – wenn keine Erkrankung dagegen spricht – einen wöchentlichen Besuch in der Sauna.

Habe ich eine Erkältung oder eine echte Grippe?

Die "echte Grippe" oder Influenza wird durch die sogenannten Influenza-Viren übertragen. Sie beginnt plötzlich mit hohem Fieber (zwischen 38,5 und 40 Grad Celsius) und schwerem Krankheitsgefühl, meist mit Kreislaufschwäche. Viele Betroffene können im nachhinein auf die Stunde genau den Beginn der Erkrankung angeben.

Im Gegensatz zu den Erkältungskrankheiten gibt es zum Schutz vor einer Influenza eine Impfung. Diese Grippeimpfung wird allen Risikogruppen von der STIKO empfohlen und muss jährlich aufgefrischt werden. Das Influenzavirus besitzt nämlich die Fähigkeit, immer neue Varianten zu bilden. Der Impfstoff muss deshalb jedes Jahr an die Erregerstämme der kommenden "Grippesaison" angepasst werden.

Hauptzielgruppe für die Grippeimpfung, die im Frühherbst durchgeführt wird, sind Menschen, die älter als 60 Jahre sind, eine chronische Erkrankung wie Herzschwäche, Lungenkrankheit, Nierenleiden, Stoffwechselleiden, Diabetes mellitus oder ähnliches oder ein geschwächtes Immunsystem haben. Aber auch Personen mit häufigem Kontakt zu Erkrankten wie zum Beispiel Klinikpersonal wird die Impfung empfohlen.

Erkältung: einige Wahrheiten

Auch die folgenden Fakten über Erkältungen sollte man sich hin und wieder ins Gedächtnis rufen:

  • Kälte allein macht noch keine Erkältung.
  • Die Schleimhäute der Atemwege werden bei Kälte besser durchblutet. Aber: Kälte kann auch zu einer Schwächung des Immunsystems führen.
  • Erkältungen werden durch Viren ausgelöst.
  • Antibiotika wirken nicht gegen Viren.
  • Husten ist ein wichtiger Schutzreflex. Dabei gilt: Zuviel Schleim schadet wenig, zu zäher Schleim schadet mehr.

Aktualisiert: 12.02.2020

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