Erkältung – V bis Z

Die Buchstaben V bis Z beleuchten wir im letzten Teil unseres Erkältungs-ABCs. Was es rund um Viren, Wärmflaschen, X-maliges Naseputzen, Yoga und Zitrone zu beachten gilt und was all dies mit Erkältungen zu tun hat, das lesen Sie im Folgenden.

V – Viren

Viren gaben der Wissenschaft lange Rätsel auf, denn man kann sie weder mit dem Lichtmikroskop sehen noch züchten. Da sie keinen eigenen Stoffwechsel haben und sich somit auch nicht eigenständig vermehren können, sind sie auf ihren Wirt angewiesen. Das ist einer der Gründe dafür, dass die meisten Wissenschaftler glauben, dass Viren keine Lebewesen sind.

Hat das Immunsystem eine von Viren befallene Zelle erkannt, kann es sie absterben lassen. Folglich kommt es zur Entzündung und zur Schädigung von weiteren Zellen. Viren sind wirtsspezifisch, sie richten also nicht bei jedem Lebewesen denselben Schaden an. So können sich zwar auch Affen mit HIV infizieren, doch entwickeln sie kein Aids.

Besonders unsere Schleimhäute sind ein leichtes Opfer für Virenangriffe. Doch es gibt eine Vielzahl von Krankheiten, die durch Viren verursacht werden, von der Grippe, Masern, Mumps und Röteln über Kinderlähmung, Tollwut und Hepatitis bis hin zu manchen Krebsarten.

W – Wärmflasche

Zwar wird eine Erkältung nicht von Kälte ausgelöst, doch verstärkt diese die Gefahr einer Erkrankung. Wärme hingegen gibt dem Körper Kraft und spendet Wohlbefinden. Vor allem warme Füße sind für die Gesundheit wichtig. Von alters her hat man deshalb Steine erwärmt und an das Ende der Schlafstelle gelegt.

Neben den klassischen Wärmflaschen, die mit heißem (nicht kochendem!) Wasser gefüllt werden, gibt es heute auch eine Reihe Alternativen, zum Beispiel das Kirschkernkissen, das in der Mikrowelle erhitzt werden kann. Auch die mit Gel gefüllte Wärmflasche wird auf diese Weise erwärmt. Sie ist auslaufdicht und gezielt für Erkältungskrankheiten geeignet.

Wer sich dennoch für die althergebrachte Gummi-Wärmflasche entscheidet, sollte, um Verbrennungen zu vermeiden, ein paar Euro mehr investieren und diese mit einem Bezug versehen oder in ein Handtuch wickeln. Kinder erfreuen sich besonders an den zahlreichen Kuscheltier-Varianten.

Jedoch sollte bei einer Erkrankung nicht mehr als eine wohlige Wärme erzeugt werden. Es gilt: Kein Ausschwitzen und keine Anwendung bei Fieber.

X – X-mal Naseputzen

Ein Schnupfen ist zwar lästig, doch es ist wichtig, dass der Schleim sich löst. So werden die Nebenhöhlen wieder frei und Krankheitserreger ausgespült. Doch auf die richtige Nasenputz-Technik kommt es an!

Denn wer sich zu heftig schnäuzt, baut zu viel Innendruck in der Nase auf, wodurch die Viren in die Nebenhöhlen gedrückt werden können. Um eine Nebenhöhlenentzündung zu vermeiden, ist maßvolles Naseputzen angesagt, bei dem zuerst ein Nasenloch zugehalten und der Schleim auf der anderen Seite vorsichtig ins Taschentuch geschnaubt wird. Anschließend wird der Vorgang auf der anderen Seite wiederholt. Das Taschentuch sollte anschließend sofort weggeworfen werden.

Stofftaschentücher bitte nicht verwenden, denn Krankheitserreger überleben in dem feuchten Milieu und können bei erneutem Schnäuzen auch wieder von neuem in Kontakt mit den Schleimhäuten treten. Zudem sind heute Papiertaschentücher erhältlich, die einen Zusatz an ätherischen Ölen enthalten, die die Atemwege befreien und besonders schonend zur Haut sind.

Schleimlösend wirken übrigens auch Zwiebeln: Nachts eine Schale mit kleingeschnittenen Zwiebeln auf den Nachtisch stellen – es befreit tatsächlich die Nase.

Y – Yoga

Zwar sollte man bei Erkältungen auf Sport verzichten, doch gibt es spezielle Yoga-Übungen, die hier helfen können. Dazu wurden verschiedene Übungsreihen entwickelt, die gezielt die Nase befreien helfen oder für chronische Bronchitis geeignet sind. Der Kopfstand etwa hilft, den Schleim aus den Bronchien zu befördern, die Brücke erleichtert das Abhusten.

Zusätzlich helfen die entsprechenden Übungen auch, sich vor Erkrankungen zu schützen. Denn regelmäßiges Yoga-Training stärkt das Immunsystem, nicht zuletzt durch den Stressabbau.

Wichtig ist jedoch, dass, wenn man bereits erkrankt ist, man sich nach seinem Schwächegrad richten muss und die Übungen dementsprechend locker ausführt. Statt Power-Yoga sollte man sich vorsichtig an restoratives Yoga heranwagen oder gegebenenfalls nur Atemübungen und Meditation praktizieren. Wer sich vor Abgeschlafftheit kaum auf den Beinen hält, tut besser daran, im Bett zu bleiben.

Z – Zitrone

Ein weiterer Klassiker von Großmutters Hausmitteln gegen Erkältung ist die heiße Zitrone. In der Tat ist die Zitrone als Zitrusfrucht ein reichhaltiger Vitamin C-Spender, der zudem schleimlösend, antibakteriell, entzündungshemmend und krampflösend wirkt. Somit trägt die Zitrone zur Stärkung des Immunsystems bei, kann bei ersten Anzeichen von Unwohlsein den Ausbruch einer Krankheit noch abwehren oder abmildern und fördert bei einer ausgebrochenen Erkältung oder Grippe den Genesungsprozess.

In der Regel wird der Saft einer Zitrone mit heißem Wasser aufgegossen und mit einem Teelöffel Honig versüßt. Der Nachteil ist, dass je heißer das Wasser ist, desto mehr gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe im Zitronensaft abgetötet werden. Deshalb ist es sinnvoller, das Zitronenwasser nur leicht zu erwärmen oder gar kalt zu trinken. Der anschließende Genuss eines heißen Tees sorgt ebenso für ein wohliges Wärmegefühl von innen.

Aktualisiert: 03.12.2019 - Autor: Daniela Heinisch, Medizinautorin

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