Metabolisches Syndrom

Metabolisches Syndrom: übergewichtige Frau © istockphoto, Staras

Unter "Tödliches Quartett" oder Metabolisches Syndrom (auch bekannt als: Reavan-Syndrom oder Syndrom X) wird das gemeinsame Auftreten von Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck sowie eine Insulinresistenz verstanden. Das Gefährliche am Metabolischen Syndrom: Jede Erkrankungen für sich stellt schon ein Risiko für schwere Gefäßerkrankungen dar – treten diese Erkrankungen jedoch in Kombination auf, verstärken sie sich. Das "Tödliche Quartett" ist der größte Risikofaktor für arteriosklerotische Komplikationen und in der Folge von schwerwiegenden Gefäßerkrankungen.

Erkrankung ohne akute Symptome

Vom "Tödlichen Quartett" sollte dann gesprochen werden, wenn drei der vier Kardinalstörungen vorhanden sind. Das Problem: Alle diese Erkrankungen verlaufen ohne Schmerzen und akute Symptome. Deshalb wird häufig viel zu spät der Arzt aufgesucht und die Behandlung beginnt oft erst, wenn bereits nicht wieder gutzumachende Schäden vorliegen.

Dabei sind Patienten mit einem metabolischen Syndrom Hochrisikopatienten. Ein Diabetiker hat beispielsweise dasselbe Risiko an einem Herzinfarkt zu sterben wie ein Patient, der bereits einen Herzinfarkt hinter sich hat.

Metabolisches Syndrom: Problematik beim Erkennen

Ein weiteres Problem: Die Entwicklung der einzelnen Komponenten des Metabolischen Syndroms ist vom zeitlichen Ablauf her unterschiedlich. So sieht man oft nur die einzelne Erkrankungen, nicht aber die Gefährlichkeit aller Störungen.

Und: Tritt eine Erkrankung in Erscheinung, können die Gefäße schon deutlich geschädigt sein. Somit wird immer nur die Spitze des Eisberges gesehen. Ein Beispiel hierfür: Typ 2 Diabetes und die koronare Herzkrankheit treten dabei häufig erst spät auf.

Metabolisches Syndrom und seine Ursachen

Die wichtigsten Ursachen für eine Arteriosklerose sind neben einem hohen Blutdruck eine erbliche Veranlagung, falsche Ernährung und damit verbunden Übergewicht und Fettstoffwechselstörungen, aber auch Stoffwechselerkrankungen wie Typ-2-Diabetes und seine Vorstufe, die Insulinresistenz. Dem Übergewicht kommt dabei oft die entscheidende Schrittmacherfunktion zu.

Ganz wichtig ist eine frühe und angemessene Behandlung jeder einzelnen Erkrankung sowie eine Umstellung der Lebensweise.

Definition des Metabolisches Syndrom nach der WHO

  • Adipositas > 88 cm Taillenumfang bei Frauen, >102 cm Taillenumfang bei Männern
  • HDL-Cholesterin < 50 mg% Frauen, < 40 mg% Männer
  • Triglyceride > 150 mg%
  • Blutdruck > 130/85 mmHg
  • Nüchternblutzucker > 110 mg%

Aktualisiert: 26.09.2017

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