Vaskulitis – Diagnose und Therapie

Welche Symptome zeigt die Krankheit?

Die Beschwerden und Zeichen bei Vaskulitis sind sehr unterschiedlich und manchmal zumindest am Anfang so unspezifisch, dass oft einige Zeit vergeht, bis die Diagnose gestellt wird. Häufige Symptome oder verursachte Krankheitsbilder sind:

  • Fieber und Gewichtsverlust, Krankheitsgefühl (als Zeichen, dass eine Systemerkrankung und Entzündung vorliegt)
  • Kleinere (Purpura) oder größere, teilweise seltsam geformte bläulich-rote Hautflecke (als Zeichen der erhöhten Gefäßbrüchigkeit)
  • Gelenk- oder Muskelschmerzen (wenn sich die Entzündungen dort abspielen)
  • Entzündungen verschiedener Nerven, Augenentzündungen
  • Schlaganfall, Herzinfarkt, Bluthochdruck, Durchblutungsstörungen der Beine (arterielle Verschlusskrankheit)
  • Starkes Nasenbluten, Nasennebenhöhlenentzündungen, Bluthusten (vor allem bei Wegener-Granulomatose), Allergie (bei Churg-Strauss-Syndrom)
  • Bauchschmerzen, Blut im Stuhl
  • Entzündung der Nierenkörperchen (Glomerulonephritis)
  • Beingeschwüre (bei der Kryoglobulinämie)

Wie wird die Diagnose gestellt?

Nach der Befragung und körperlichen Untersuchung wird der Arzt zunächst Blut abnehmen. Besonders die Entzündungsparameter sind erhöht, je nach Organbeteiligung sind auch entsprechende Blutwerte und das Blutbild verändert. Zusätzlich werden Autoantikörper, insbesondere ANCA bestimmt.

Weitere Untersuchungen wie eine Röntgenkontrastdarstellung der Gefäße (Angiografie) oder eine Computertomografie richten sich nach der Verdachtsdiagnose; die endgültige Diagnose kann erst mit einer Gewebeprobe eines betroffenen Gefäßes gestellt werden.

Ausgeschlossen werden müssen andere Ursachen der Veränderungen, zum Beispiel bösartige Tumoren, Infektionen mit einer Blutvergiftung oder Gerinnungsstörungen.

Welche Therapie gibt es bei Vaskulitis?

Die Therapie einer Vaskulitis sollte am besten in einer Spezialklinik erfolgen. Im Zentrum der Behandlung steht die Unterdrückung beziehungsweise Modulation der Immunreaktion, um die Entzündung einzudämmen. Dies erfolgt meist zunächst durch die Gabe von Kortison-Präparaten. In schwereren Fällen können zusätzlich stärkere Immunsuppressiva wie Azathioprin, Immunglobuline, Interferone und/oder niedrigdosierte Chemotherapeutika (Zytostatika) wie Methotrexat oder Cyclophosphamid angewendet werden.

Bei bestimmten schweren Formen der Vaskulitis wie der Wegener-Granulomatose können außerdem sogenannte Biologicals (künstlich hergestellte Antikörper) wie Rituximab zum Einsatz kommen. Sind lebenswichtige Organe beteiligt, kann unter Umständen ein Blutplasmaaustausch (Plasmapherese) notwendig sein.

Vaskulitis: Was kann ich selbst tun?

Durch die Gefäßentzündungen verursachte Krankheiten wie ein Herzinfarkt werden zusätzlich behandelt. Eine Selbsttherapie oder vorbeugende Maßnahmen (außer das Rauchen aufzugeben) sind leider nicht möglich. Möglicherweise soll sich eine an Omega-3-Fettsäuren reiche Ernährung oder die Einnahme von Fischölkapseln positiv auf eine Vaskulitis auswirken.

Wie sind Verlauf und Prognose?

Selbst bei einer nekrotisierenden Vaskulitis ist die Prognose mit einer optimalen Therapie relativ gut. Besonders erhöht ist nach längerer Krankheitsdauer das Risiko für Herzinfarkte und Nierenversagen, bei der Riesenzell-Temporal-Arteriitis für Erblinden.

Aktualisiert: 11.05.2017 – Autor: Dagmar Reiche, überarbeitet: Jana Wittkowski

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