Bewusstlosigkeit - Ursachen und Symptome

Welche Ursachen für Bewusstlosigkeit gibt es?

Grundsätzlich lassen sich Störungen der Hirndurchblutung, wie sie bei Hirnverletzungen oder einem Schlaganfall durch eine Blutung oder ein verstopftes Blutgefäß auftreten, von Stoffwechselstörungen unterscheiden, die bei einer Vergiftung durch Drogen oder Medikamente, aber auch bei Diabetes, einer massiven Leberschwäche oder einer Schilddrüsenkrankheit vorkommen können.
Als weitere Ursachen spielen Störungen der Hirnfunktion eine wichtige Rolle. So kann eine Hirnentzündung, ein Krampfleiden, ein Hirntumor oder eine Hirnverletzung nach einem Unfall für eine Bewusstlosigkeit verantwortlich sein. Hierbei werden die Erregungsabläufe im Gehirn so gestört, dass nur noch primitivere Funktionen ausgeübt werden können.

Störungen der Hirndurchblutung

Besonders häufig werden kurze Ohnmachtsanfälle durch eine kurzfristige Störung der Hirndurchblutung verursacht, wenn eins der Nervenzentren, die die Herzfunktion steuern und am Herzen und den Halsschlagadern sitzen, eine Fehlfunktion hat. Diese Zentren steuern unter anderem die Höhe des Blutdrucks in der Körperperipherie – wenn kurzfristig der Blutdruck stark abfällt, wird das Gehirn nicht ausreichend durchblutet und schaltet quasi auf "Notstrom" um.

Diese kurzen Bewusstlosigkeiten werden Synkopen genannt – je nach betroffenem Nervenzentrum gibt es z.B. vagovasale Synkopen, Miktionssynkopen (wenn die Bewusstlosigkeit beim Wasserlassen auftritt), Hustensynkopen, orthostatische Synkopen (wenn die Bewusstlosigkeit auftritt, sobald sich der Betroffene von der Horizontalen in die Senkrechte begibt) oder den Adam-Stokes-Anfall, bei dem unser biologischer Schrittmacher im Herzen kurz aussetzt.

Wie äußert sich eine Bewusstlosigkeit?

Mit zunehmender Störung werden die gesamten psychischen Vorgänge verlangsamt, bis das Bewusstsein so weit eingeschränkt ist, dass keine Sinneswahrnehmung mehr möglich ist und auch die bewusste Kontrolle über diverse Körperfunktionen erlahmt: So kommt es zu einer Erschlaffung der Muskulatur – der Betroffene stürzt aus dem Stand –, manchmal ist die Kontrolle über Harn- oder Stuhlabgang gestört.

In der Klinik wird bei einer Bewusstlosigkeit gern unterschieden, ob der Betroffene dabei gestürzt ist oder ob die Bewusstlosigkeit so kurz war und nicht alle Ebenen des Erlebens betroffen hat, so dass sich ein Sturz vermeiden ließ. Gerade bei Synkopen, generalisierten Krampfanfällen bei Epilepsie, aber auch Unterzuckerungen bei Diabetes oder einer Hirndrucksteigerung, wie sie sich nach einer Einblutung bei einem Unfall einwickeln kann, ist ein Sturz typisch.

Bewusstlosigkeit ohne Sturz

Andere Formen der Bewusstlosigkeit erfolgen ohne Sturz: Dazu zählen die sogenannten Abscensen und komplex-fokalen Anfälle, also Formen der Epilepsie, bei denen es nicht zu einem generalisierten Krampfanfall kommt, sondern nur kurz eine Bewusstseinsstörung auftritt, oder eine kurzfristige Durchblutungsstörung im Gehirn durch ein kleines Blutgerinnsel, eine so genannte TIA (transitorische ischämische Attacke), die ein Vorbote eines Schlaganfalls sein kann, genau wie ein Migräneanfall, der sich zuerst mit einer Aura anmeldet, in der der Betroffene alles nur wie durch einen Schleier wahrnimmt.

Nach einer kurzen Bewusstlosigkeit kann sich der Betroffene oft daran erinnern, dass ihm schwarz vor Augen oder übel wurde, Migränepatienten beschreiben z.B. die Symptome einer Aura mit Flimmern am Rand des Gesichtsfelds oder einer Art Tunnelblick. Bei einer längeren Bewusstlosigkeit allerdings führt die Abschaltung der Hirnfunktionen über einen längeren Zeitraum oft zu einer Amnesie, also einer Gedächtnislücke, die je nach Ursache der Bewusstlosigkeit viele Tage umfassen kann.

Aktualisiert: 28.12.2015 – Autor: Nathalie Blanck

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen?