Trigeminusneuralgie – Diagnose und Therapie

Wie wird die Diagnose gestellt?

Obwohl die Symptome so typisch sind, gibt es doch immer wieder Patienten, die auf Zahn- oder Nasennebenhöhlenprobleme behandelt werden. Besteht der Verdacht auf eine Trigeminusneuralgie, wird insbesondere bei jüngeren Menschen (die eher eine sekundäre Form haben) ein Kernspin des Gehirns gemacht, um Grunderkrankungen auszuschließen und diese gegebenenfalls zu behandeln. 

Welche Therapie gibt es bei Trigeminusneuralgie?

Selbst wenn die Diagnose einer klassischen Trigeminusneuralgie gestellt ist, bedeutet das nicht, dass eine vollständige und langfristige Heilung immer möglich ist. Nachfolgende Formen der Behandlung stehen zur Verfügung.

Tabletten bei Trigeminusneuralgie

Da der akute Schmerz so kurz dauert, kann er kaum mit einer Akutbehandlung angegangen werden; stattdessen wird auf regelmäßige medikamentöse Vorbeugung gesetzt. Normale Schmerzmittel helfen nicht. Zur Verfügung stehen stattdessen Antikonvulsiva beziehungsweise Antiepileptika (zum Beispiel Carbamazepin, Oxcarbazepin, Lamotrigin), also Medikamente, die sonst zur Therapie von Krämpfen eingesetzt werden.

Bei der Trigeminusneuralgie ist die nötige Dosis allerdings meist geringer, manchmal müssen – von einem erfahrenen Fachmann – auch mehrere Mittel kombiniert werden. Leider lassen sich meist zwar Stärke und Häufigkeit der Schmerzattacken reduzieren, aber nicht ganz zum Verschwinden bringen. Hören die Schmerzen unter der Therapie auf, kann nach zwei Monaten versucht werden, die Mittel langsam wieder "auszuschleichen".

Spritzen als neue Behandlungsform

In letzter Zeit wurde auch über den erfolgreichen Einsatz von lokalen Einspritzungen von Botulinumtoxin berichtet – ein Nervengift, das auch bei anderen Schmerzsyndromen eingesetzt wird. Allerdings stehen größere Studien dazu noch aus.

Verödung der Nervenleitung

Verödung wird im Fachjargon auch perkutane Thermokoagulation genannt. Während einer Kurznarkose wird über einen kleinen Schnitt in der Haut mit einer Sonde Hitze an den Nervenknoten gebracht und damit die Nervenleitung unterbunden. Allerdings lässt die Wirkung im Zeitverlauf nach.

Operation bei Trigeminusneuralgie

Zu den modernen Methoden gehört die mikrovaskuläre Dekompression nach Janetta, bei der der Nerv nicht beschädigt wird. Unter Vollnarkose wird zwischen dem Nerv und ihn berührende Gefäße ein Teflonschwämmchen eingeführt, um eine Druckwirkung auf den Nerv zu unterbinden. Die Rückfallquote ist gering, Nebenwirkungen können auf der betroffenen Seite Hörverlust oder Taubheitsgefühl im Gesicht sein.

Bestrahlung: hohe Rückfallquote

Mit dem sogenannten Gamma-Knife ("Strahlen-Messer") steht eine neuere radiochirurgische Methode zur Verfügung, bei der der betroffene Nervenknoten äußerst präzise durch Gammastrahlen ausgeschaltet wird. Die bisher guten Ergebnisse werden leider durch eine relativ hohe Rückfallquote beeinträchtigt.

Alternativmedizin

Die Wirksamkeit alternativer Verfahren ist umstritten; recht etabliert ist die Akupunktur. In der Homöopathie werden zur Akutbehandlung vor allem Verbascum und Aconitum eingesetzt; allerdings empfiehlt sich eher eine Konstitutionstherapie bei einem erfahrenen Therapeuten. Bei den Schüßler-Salzen ist ein Versuch mit Nr. 7 Magnesium phosphoricum (als Salbe aufgetragen) zu empfehlen.

Aktualisiert: 21.11.2017 - Autor: Dagmar Reiche, überarbeitet: Nadja Weber

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