Nasenbluten – Was tun?

Nasentampon gegen Nasenbluten © istockphoto, ia_64

Bei Nasenbluten gilt zuallererst: Bleiben Sie ruhig – es sieht in der Regel schlimmer aus als es ist. Der Betroffene sollte seinen Kopf im Sitzen oder Stehen etwas nach vorne beugen, am besten über ein Waschbecken, und die Nasenflügel mit Daumen und Zeigefinger mehrere Minuten lang zusammendrücken. 

Das hilft gegen Nasenbluten

Als Alternative bietet sich eine Nasentampon aus Toilettenpapier oder einem Papiertaschentuch an: Verzwirbeln Sie dies zu einer zwei Zentimeter langen, bleistiftstarke Rolle, fetten Sie diese mit Vaseline oder Hautcreme ein und führen Sie die Tamponade in den vorderen Nasenabschnitt ein. Damit drücken Sie die Blutung – für etwa zehn Minuten – quasi von innen ab.

Legen Sie nicht den Kopf in den Nacken, weil so das Blut die Rachenwand hinunterläuft, verschluckt wird und zu Übelkeit führen kann.

Weitere Tipps gegen Nasenbluten

Daneben können Sie noch einige andere – mehr oder weniger anerkannte – Tipps versuchen:

  • Einen feuchten Waschlappen (oder Schnee) in den Nacken legen: Ob die daraus resultierende Verengung der Nackengefäße reflektorisch auch den Blutzufuhr zur Nase drosselt, ist unklar. Aber es schadet auch nichts.
  • Ein Tipp aus Omas Schatzkiste ist, Zellstoff- oder Löschpapier unter die Zunge beziehungsweise zwischen Oberlippe und Zahnfleisch zu stecken oder eine Zitronenscheibe zu lutschen – die Wirksamkeit ist unbewiesen, einen Versuch ist es wert.
  • Anerkannt ist die blutstillende Wirkung von Hirtentäschel. Sie haben immer mal wieder Nasenbluten? Dann bereiten Sie sich doch einen Aufguss aus Hirtentäschelkraut (einen Esslöffel mit einer Tasse heißem Wasser zehn Minuten ziehen lassen und abseihen) und lagern Sie diesen im Kühlschrank oder füllen sich etwas in eine Tropfpipette ab. Bei Bedarf können Sie die Lösung hoch schnupfen oder ein zusammengedrehtes Papiertaschentuch damit tränken und in das betroffene Nasenloch einführen.
  • Sie sind überzeugt von Homöopathie? Dann versuchen Sie doch Hamamelis oder Natrium nitricum (D6, drei Globuli über zwei Tage; erst dreimal alle zwei Stunden, dann alle fünf bis sechs Stunden); Werden Sie immer wieder von Nasenbluten geplagt, können Sie probieren, dies mit Phosphorus D12 (einmal täglich drei Globuli über zehn Tage) in den Griff zu bekommen.
  • Versuchen Sie doch mal, mit Akupressur die Blutung zu stoppen: Drücken Sie für 20 bis 30 Sekunden fest die Kuppe des kleinen Fingers auf der Seite, auf der das Nasenbluten nicht auftritt, zusammen. Ein vergleichbare Wirkung hat ein Gummiband, das sie für maximal eine halbe Minute darum wickeln – viele schwören darauf.

Übrigens: Das häufig empfohlene ärztliche "Veröden" der Blutungsstelle sollte nicht als erste Maßnahme zum Einsatz kommen. Damit wird auch eine Wunde erzeugt, die sich infizieren und ebenfalls bluten kann.

Tipp: Suchen Sie einen HNO-Arzt auf, wenn die Blutung nicht innerhalb einer Viertelstunde aufhört, sehr stark, spritzend oder durch eine Verletzung bedingt ist.

Verhalten nach dem Nasenbluten

Es gibt einige Tipps, um Nasenbluten vorzubeugen, die besonders direkt nach dem Nasenbluten gelten:

  • Geben Sie den Blutgefäßen Zeit zu heilen: Vermeiden Sie ein bis zwei Tage, sich zu schnäuzen.
  • Pflegen Sie Ihre Nasenschleimhaut sowohl nach einer Blutung als auch vorbeugend, vor allem wenn Sie zu Nasenbluten neigen. Im Handel werden zahlreiche Präparate angeboten, mit denen die Schleimhaut feucht und geschmeidig gehalten und damit widerstandsfähiger wird – Creme und Salben (können Sie mit dem Finger oder einem Wattestäbchen einbringen), Tropfen und Sprays. Mögliche Präparate sind zum Beispiel Babyöl oder spezielles Nasenöl, Nasenheilspray, Nasensalbe mit Dexapanthenol oder mit Salz.
  • Achten Sie auf ausreichende Luftfeuchtigkeit in den Innenräumen – ein Raumluftbefeuchter, Verdunstungsgefäße auf den Heizkörpern, große Grünpflanzen oder auch eventuell nasse Handtücher neben Ihrem Bett helfen Ihnen dabei.
  • Daneben scheinen auch regelmäßige Aktivitäten, die den Kreislauf stärken, die Häufigkeit für Nasenbluten zu verringern – zum Beispiel Ausdauersport oder Saunabesuche. Und ganz nebenbei tun Sie damit noch etwas für Ihr Immunsystem und Wohlbefinden!

Tipp: Leiden Sie immer wieder an starkem Nasenbluten, sollten Sie von Ihrem Arzt eine ernste Ursache abklären lassen.

Aktualisiert: 10.11.2017 – Autor: Dagmar Reiche

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