Neurodermitis - Behandlungsalternativen

Behandlung von Neurodermitis mit Salbe © istockphoto, Cunaplus_M.Faba

Das A und O der Behandlung von Neurodermitis ist die konsequente Pflege der Haut - auch in juckreizfreien Zeiten. Darüber hinaus helfen alle Maßnahmen, die eine Stärkung der allgemeinen Gesundheit und Psyche bewirken. Erfahren Sie hier mehr über verschiedene Behandlungsmöglichkeiten bei Neurodermitis.

Allgemeinmaßnahmen

  • Gute Hautpflege, Vermeiden häufiger Waschprozeduren, keine Alkaliseifen und Detergenzien
  • Kein Tragen von Bekleidungsstücken aus Wolle oder Kunstfasern
  • Verwendung von Unterwäsche aus reiner Baumwolle
  • Verwendung von enzymfreien Waschmitteln für die Kleinwäsche
  • Mehrmaliges Spülen der Unterwäsche mit Wasser
  • Tragen von baumwollenen Handschuhen für trockene Hausarbeit
  • Zusätzliches Tragen von Plastik- oder Gummihandschuhen für nasse Arbeiten (keine Gummihandschuhe direkt auf der Haut)
  • Schutz vor chemischen und physikalischen Giften
  • Regelmäßige Anwendung von Hautschutzsalben
  • Vermeiden von extremen Temperaturschwankungen
  • Staubsanierungsmaßnahmen
  • Kein Aufenthalt im staubreichen Milieu
  • Nikotinverbot
  • Vermeiden von Kontakt mit Pelztieren
  • Kein Halten von Haustieren (hohe Sensibilisierungsgefahr auf Haar- und Tierhautpartien, besonders von Meerschweinchen, Hamster, Katze, Pferd und Hund in absteigender Reihenfolge)
  • Diätetische Maßnahmen: Vermeiden von scharfen Gewürzen, starkem Kaffee, konzentriertem Alkohol, Bier

Situationen in denen ärztliche Hilfe notwendig ist

  • Wenn die Ekzeme gerötet, schmerzhaft und besonders warm sind oder ein Sekret absondern.
  • Wenn zusätzlich zum Ekzem Husten und/oder Luftnot hinzutreten.
  • Wenn Nebenwirkungen der Medikamente bemerkt werden.
  • Wenn sich bei einer beruflichen Tätigkeit die Neurodermitis verschlimmert.

Faktoren, die eine Neurodermitis auslösen oder verschlimmern

  • Das Einatmen von Stoffen, die oft eine Allergie auslösen: Hausstaub, Tierhaare, Pollen
  • Der Hautkontakt mit Stoffen, welche die Haut reizen: Reinigungsmittel, feuchtes Milieu, Wolle, synthetische Textilien usw.
  • Schweiß
  • Trockene Luft, staubige Räume, Rauch
  • Psychische Belastungen: Stress, depressive Verstimmungen, Angst
  • Nahrungsmittel, welche allergisch wirken können: Eier, Kuhmilchprodukte, Nüsse, Fisch usw.
  • Nahrungsmittelzusätze: in bunten Süssigkeiten, Konserven
  • Nahrungsmittel, die erfahrungsgemäß reizen: Säurehaltige Nahrungsmittel (Säfte, Zitrusfrüchte), scharfe Gewürze, Alkohol

Verhalten, das zur Verbesserung der Neurodermitis führt

  • Grundsätzlich sollten alle Risikofaktoren vermieden werden.
  • Säuglinge sollten nach Möglichkeit gestillt werden, weil damit höchstwahrscheinlich das Auftreten von Allergien verringert werden kann.
  • Luftige Baumwollkleidung sollte bevorzugt werden. Überhaupt ist eine kältere Umgebungstemperatur vorteilhaft.
  • Die Hautreinigung sollte mit alkalifreien und rückfettenden Seifen und vor allem nicht zu oft durchgeführt werden. Die Pflege erfolgt jedes Mal nach dem Waschen und auch sonst am besten mehrfach täglich, indem fetthaltige Cremes aufgetragen werden. Diese können bei Ekzemen zusätzlich Harnstoff enthalten. Daneben sind Ölbäder empfehlenswert.
  • Allergien stellt man auch fest, indem die fraglichen Stoffe für mindestens drei Wochen weggelassen werden. Wenn der Stoff dann in niedriger Konzentration vorsichtig erneut probiert wird und es dann zu einer Verschlechterung der Erkrankung kommt, ist eine Allergie gegen diesen Stoff wahrscheinlich. Der Kontakt sollte in Zukunft vermieden werden. Dieses Vorgehen empfiehlt sich vor allem bei Nahrungsmitteln. Im Extremfall ist eine Diät erforderlich, bei der nur Kartoffeln und Reis verabreicht werden. Bei älteren Kindern können bei Fachärzten Allergietests durchgeführt werden.
  • Oft kann festgestellt werden, dass die Neurodermitis besser wird, wenn die Menschen der Umgebung sich anders verhalten. Dieses "bessere" Verhalten kann geübt werden. Wenn die erkrankte Person unter seelischen Konflikten leidet, sollten die Ursachen der Konflikte beseitigt werden. Hier hilft es, wenn die Erkrankten bei schwierigen Entscheidungen konsequent unterstützt werden. Manchmal ist eine Psychotherapie - an der auch die Bezugspersonen teilnehmen sollten - hilfreich.
  • Klimawechsel (Seeklima oder Höhenklima über 1500 Meter) wirkt sich meistens günstig aus, doch kann es bei Rückkehr in das alte Milieu rasch zu Rückfällen kommen. Vorsicht ist bei Impfungen und Injektionen geboten.

Zusätzliche Tipps

Die Basis der Hautbehandlung ist das Auftragen von harnstoffhaltigen Cremes. Dies sollte besser mehrfach täglich dünn als einmal dick erfolgen. Daneben werden rückfettende Ölbäder empfohlen. Wenn die Ekzeme "aufblühen", sollte zusammen mit dem behandelnden Arzt die optimale Therapiestrategie gesucht werden. In schwereren Fällen werden dann auch kortisonhaltige Präparate eingesetzt, möglicherweise auch in Tablettenform.

Wegen der ständig juckenden und für die Betroffenen vermeintlich unschöne Haut kann eine Psychotherapie sinnvoll sein. Bei schweren Erkrankungen ist frühzeitig der Kontakt zu einem spezialisierten Zentrum aufzunehmen, das in der Regel eine ganzheitliche Behandlung unter Berücksichtigung der Ernährung unterstützen wird. Es gibt zahlreiche Selbsthilfegruppen für Neurodermitiskranke, die auch überregional organisiert sind.

Aktualisiert: 22.11.2012

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