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Neurodermitis - Behandlungsmöglichkeiten

Der Arzt stellt zunächst fest, ob es sich um eine Neurodermitis und nicht eine Kontaktallergie oder eine Hautinfektion handelt. Neurodermitis ist nicht heilbar, deshalb kommt der Behandlung der Symptome und der Kenntnis der auslösenden Faktoren große Bedeutung zu.

Behandlung von Neurodermitis mit Medikamenten

Bei der ärztlichen Basistherapie der Neurodermitis haben im entzündlichen Schub die Behandlung mit Kortisonpräparaten und die Hautpflege mit Cremes oder Salben mit ausgewogenem Fettstoffanteil einen festen Platz. Bei chronischem Verlauf empfiehlt sich die Verwendung eines Harnstoffpräparates, das juckreizlindernd und leicht antibakteriell wirkt.

Antihistaminika haben ebenfalls ihren festen Platz in der Therapie. Sie lindern den Juckreiz und vermindern das Entzündungsgeschehen. Ist die Haut durch Kratzen und Verunreinigung mit Bakterien infiziert, werden Antibiotika eingesetzt. Daneben werden pflanzliche Wirkstoffe eingesetzt, die die Hautregeneration unterstützen:

Die langfristige Einnahme von Kapseln mit Nachtkerzenöl wirken entzündungshemmend und bessern so die Beschwerden. Verschiedene Substanzen wirken zusammenziehend und wirken so der Entzündung entgegen: Aus Schwarzem oder Grünem Tee, Eichenrinde, Haferstroh und Schachtelhalmkraut können Sie einen Sud oder einen feuchten Umschlag herstellen, in dem Sie besonders nässende Hautstellen baden oder umwickeln. Ihr Apotheker berät sich hinsichtlich der Zubereitung.

Ernährung bei Neurodermitis

Eine allgemeine Neurodermitisdiät gibt es leider nicht. Bestimmte Nahrungsmittel stehen jedoch im Verdacht, bei einigen Patienten die Krankheit zu verschlimmern. Dazu zählen: Eier, Milcheiweiß, Fischeiweiß, Nüsse, Zitrusfrüchte, Sellerie, Gewürze, Lebensmittelfarbstoffe und Konservierungsmittel. Verzichten Sie auf scharfe Gerichte, Alkohol und Kaffee.

Leidet eines der Elternteile unter Neurodermitis, liegt das statistische Risiko bei 15 %, dass ihr Kind Neurodermitis bekommt. Sind beide Elternteile erkrankt, steigt das Risiko auf 45 %.

Möglichst langes und ausschließliches Stillen des Säuglings senkt das Risiko für das Entstehen einer Neurodermitis. Kann Ihr Säugling nicht gestillt werden, füttern Sie so genannte hypoallergene Milch (HA-Milch). Später sollte bei der Ernährung eines solchen Kindes besonders darauf geachtet werden, auf welches Nahrungsmittel das Kind mit Hautreizungen reagiert.

Hautpflege für Neurodemiker

Die Haut des Neurodermitikers ist extrem trocken und braucht viel Fett und Feuchtigkeit. Wirkstofffreie Pflegeprodukte aus der Apotheke sorgen dafür, dass der Haut Fett und Feuchtigkeit zugeführt werden. Tagsüber benutzen Sie eine Feuchtigkeitslotion und nachts eine Fettcreme.

Die Reinigung der Haut sollte mit rückfettenden Badezusätzen erfolgen und statt Seifen verwenden Sie lieber sog. Syndets (seifenfreie Waschzusätze), die die Haut weniger austrocknen. Beim Duschen und Baden achten Sie darauf, dass das Wasser nicht zu heiß ist. Anschließend ist es ratsam, sich nur schwach bis gar nicht abzutrocknen und immer einzucremen.

Kleidung – Auswahl der Materialien

Wolle und andere kratzende Materialien sind bei Neurodermitis oft unangenehm auf der Haut. Die Kleidung sollte besser aus Baumwolle oder anderen Naturmaterialien und außerdem luftdurchlässig sein, um eine vermehrte Schweißbildung zu vermeiden. Synthetische Fasern fördern einen Hitzestau und so das Bakterienwachstum der empfindlichen und angegriffenen Haut.

Allgemeine Ratschläge

  • Um zu starkes Kratzen und damit Hautveränderungen, Narben und Infektionen zu verhindern, cremen Sie die Haut stets gut ein.
  • Reagieren Sie auf Tierhaare allergisch? Dann halten Sie besser kein Haustier.
  • Bei Personen, bei denen die Neurodermitis vor allem in Stresssituationen auftritt, können Entspannungsübungen helfen. Belegen Sie einen Kurs oder fragen Sie Ihren Arzt, ob er Ihnen eine bestimmte Methode empfehlen kann.
  • Längerer Aufenthalt am Meer oder im Hochgebirge wirkt sich oft günstig auf den Krankheitsverlauf aus, da dort ein anderes Klima als zuhause herrscht.
  • Eltern sollten ihren neurodermitiskranken Kindern zwar besondere Zuwendung und Geduld entgegenbringen. Allerdings sollte dem Kind in der Familie keine Sonderstellung eingeräumt werden, insbesondere wenn es Geschwisterkinder gibt. Zum Austausch mit anderen betroffenen Eltern gibt es spezielle Selbsthilfegruppen.
  • Für Kleinkinder gibt es bestimmte Kleidung mit Handschuhen, die ein Aufkratzen und Infizieren der Haut durch die Fingernägel, besonders nachts, verhindern kann.
  • Bei den meisten Personen werden durch Sonnenbestrahlung die Beschwerden deutlich gebessert, daher bietet sich ein Urlaub an der See oder im Gebirge an.

Aktualisiert: 23.01.2017 – Autor: Nathalie Blanck

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