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Wurmerkrankungen – Hunde- und Fuchsbandwurm

Der unsichtbare Fuchsbandwurm

Der Fuchsbandwurm ist ein Parasit, der nicht nur den Fuchs befällt. Oft sind jagende Hauskatzen, seltener Hund und Mensch betroffen. Der Entwicklungszyklus des Fuchsbandwurms spielt sich hauptsächlich in einem Kreislauf unter Wildtieren ab. Der Fuchs als Endwirt trägt
den geschlechtsreifen Wurm in sich und scheidet Bandwurmeier aus. Mäuse und andere kleine Nagetiere nehmen die Eier mit ihrer Pflanzennahrung auf, so werden sie zu infizierten Zwischenwirten. In ihren Organen entwickelt sich die Bandwurmfinne – die Larve des Bandwurms.

Die Kleinnager werden nun vom Fuchs als Hauptbeutetiere gefressen. Hier schließt sich der Kreis: die Bandwurmfinne gelangt in den Endwirt, in dessen Darm sie sich zum geschlechtsreifen Bandwurm entwickelt. Da auch Hunde und Katzen infizierte Mäuse fressen, werden sie ebenfalls zu Endwirten, in deren Dünndarm der Fuchsbandwurm lebt. Doch das merkt man als Tierbesitzer erst, wenn Darmentzündung, Durchfall, Abmagerung oder stumpfes Fell auftreten.

Der Mensch als Fehlzwischenwirt

Gefährlich sind die Ausscheidungen von Hund und Katze, denn durch Lecken gelangen die mikroskopisch kleinen Eier ins Fell – beim Streicheln dann an die Hand des Menschen und von dort schließlich in den Mund – wenn man sich nicht die Hände wäscht.

Im Entwicklungszyklus des Fuchsbandwurms ist der Mensch ein Fehlzwischenwirt, weil er die Infektion nicht an einen Endwirt weitergeben kann. In seinen Organen findet aber – wie bei echten Zwischenwirten – eine Larvenentwicklung statt. Vornehmlich Leber und Lunge werden befallen.

Die Larven wachsen sehr langsam und zerstören wie ein Tumor das Organ, die Inkubationszeit beträgt fünf bis 15 Jahre. Für den Mensch ist die Fuchsbandwurm-Infektion daher sehr gefährlich, eine Heilung ist kaum möglich. Wie viele Menschen tatsächlich infiziert sind, kann man wegen der langen Inkubationszeit nur schätzen: das Bayerische Landesamt für Arbeitsschutz, Arbeitsmedizin und Sicherheitstechnik gibt an, dass für Mitteleuropa mit 0,02 bis 1,2 Fällen pro 100 000 Einwohner gerechnet wird.

Gefahr durch den Verzehr von Beeren und Pilzen

In einem Fuchs können bis zu 200.000 Bandwürmer leben. Befallene Tiere scheiden mit dem Kot Bandwurmglieder aus, in denen einige hundert Bandwurmeier enthalten sind. Auch an nah am Boden wachsenden Früchten wie Beeren und Pilzen können Bandwurmeier kleben und sind dadurch eine gefährliche Ansteckungsquelle für den Menschen. Tief am Boden wachsende Früchte sollten niemals ungewaschen gegessen werden: am besten ist es, sie über 60 Grad zu erhitzen – Tieffrieren allein tötet die Eier nicht ab.

Hundebandwurm

Der Hundebandwurm ist ein enger Verwandter des Fuchsbandwurms. Auch hier ist der Mensch wieder ein Zwischenwirt. Die Erkrankung, die so genannte zystische Echinokokkose, lösen die Larven dieses zwei bis sechs Millimeter kleinen Bandwurms aus. Sie wird beim Menschen relativ häufig diagnostiziert: Nach Informationen von Bayer Health Care gibt es zum Beispiel in Baden-Württemberg zwischen 50 und 100 Fälle pro Jahr. Der Grund: viele Hunde kommen aus den Mittelmeerländern nach Deutschland. Dort leiden bis zu 50 Prozent der Hunde am Hundebandwurm.

Wie beim Fuchsbandwurm siedelt sich die Finne des Hundebandwurms vor allem in der Leber, der Lunge, seltener in Milz, Nieren, Gehirn und anderen Organe an. Obwohl die Infektion meist ohne Symptome einhergeht können sich im Verlauf Beschwerden zeigen. Bauchschmerzen sind fast immer ein erstes Symptom.

Manchmal kommt es bei ausgedehntem Befall auch zur Gelbfärbung von Augen und Haut des Patienten. Das Platzen der Finnen in der Lunge bedeutet Schmerzen, Husten und Atembeschwerden. Finden sich Erreger in Hirn und Rückenmark, können neurologische Symptome wie Sehstörungen oder Lähmungen auftreten. Zusätzlich besteht das Risiko eines allergischen Schocks beim Platzen von Finnen.

Aktualisiert: 09.03.2017 – Autor: bo

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