Pilze: Pilzvergiftung (Myzetismus)

Pilzvergiftungen sind meist durch Bestandteile in Pilzen (Mykotoxine) verursacht, die beim Verzehr vermeintlich essbarer Pilze aufgenommen werden. Allerdings ist die tatsächliche Anzahl dieser Fälle weitaus geringer als der Bekanntheitsgrad von Pilzvergiftungen vermuten lässt. Die Folgen können jedoch gravierend sein und insbesondere zum Leberversagen bis hin zum Tod führen.

Vorsicht bei Fallobst

In Europa sind rund 150 Pilzarten als giftig bekannt, wobei es vermutlich noch etliche weitere Pilze gibt, die auch als giftig einzustufen sind. Forscher haben in den letzten Jahren eine Reihe weiterer Giftstoffe entdeckt, die von Pilzen produziert werden. So stellt ein ansonsten harmloser Vertreter Ethanol, also Alkohol her, mit all den bekannten Nebenwirkungen. Wird aus verschimmeltem Fallobst Saft gewonnen, können sich krankmachende Substanzen (zum Beispiel Patulin) finden.

Pilze in verschimmelten Lebensmitteln

Verschimmelte Lebensmittel wie verschimmeltes Brot können schwere Leberschäden hervorrufen und krebsfördernd wirken – Übeltäter ist das Schimmelpilzgift Aflatoxin. Auch in – nicht sichtbar verdorbenem – Kaffee, Müsli, Fleisch und anderen Lebensmitteln haben die Wissenschaftler Pilzsubstanzen entdeckt (zum Beispiel Ochratoxin, Desoxynivalenol), die vermutlich Organe schädigen, Krebs erzeugen und allergische Reaktionen auslösen können. Ungeklärt ist bisher allerdings, wie hoch die Gefahr wirklich ist.

Aktualisiert: 26.07.2017 – Autor: Dagmar Reiche

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