Rosmarin: Wirkung und Verwendung

Rosmarin
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Schon in der Antike wurde der aromatisch duftende Rosmarin im Mittelmeergebiet genutzt. Er war der Göttin Aphrodite geweiht und symbolisierte Liebe und Schönheit. Der Name des Rosmarins wird abgeleitet vom lateinischen "ros marinus" und bedeutet "Tau des Meeres". Durch Benediktinermönche gelangte Rosmarin im Mittelalter nach Deutschland und fand dort schnell Eingang in die Heilkräuterbücher der Klöster. Rosmarin wird aufgrund seiner positiven gesundheitlichen Wirkung auch heute noch als Heilkraut eingesetzt. Wie gesund ist Rosmarin und wie kann man ihn am besten lagern und zubereiten?

Gesundheitliche Wirkung von Rosmarin

Rosmarin wird im Volksmund eine umfassende Heilwirkung zugesprochen. So soll er den Appetit fördern, Magen-Darm-Probleme verhindern, gegen Entzündungen und sogar bei psychischen Problemen helfen. Normalerweise werden die Rosmarinblätter für die Hausapotheke verwendet, aber auch die Blüten sind heilkräftig.

Insgesamt gibt es zahlreiche Studien, die die gesundheitliche Wirkung von Rosmarin untersucht haben. Die meisten dieser Studien beschränkten sich jedoch auf Versuche mit Tieren. So konnten Forschende beispielsweise die Entstehung von Magengeschwüren bei Ratten durch die Gabe von Rosmarinextrakt vermindern. Ebenfalls bei Ratten konnte die entzündungshemmende Wirkung von Rosmarinöl nachgewiesen werden.

Studien zum Einfluss von Rosmarin auf den Menschen gibt es hauptsächlich in Bezug auf die psychische Wirkung und die Gedächtnisleistung. So können sich die in Rosmarin enthaltenen ätherischen Öle positiv auf die Schlafqualität und depressive Verstimmungen auswirken. Auch die Gedächtnisleistung von Personen, die regelmäßig Rosmarin konsumierten, verbesserte sich laut den Ergebnissen wissenschaftlicher Studien. Die Ursache hierfür ist noch nicht abschließend geklärt. Gegebenenfalls verbessert Rosmarin die Aufnahme von Glukose im Gehirn und damit dessen Energieversorgung.

Wichtig zu wissen ist jedoch, dass diese Studien aufgrund der geringen Teilnehmeranzahlen keine uneingeschränkte Aussagekraft besitzen.

Durch den hohen Anteil an Flavonoiden, Diterpenphenolen und Pflanzenphenole (Hydroxyzimtsäurederivate) wirkt Rosmarin antioxidativ und kann damit, in den üblichen Mengen aufgenommen, zellschützend wirken.

Dank seines besonderen Aromas und der enthaltenen Bitterstoffe fördert Rosmarin den Appetit und regt die Verdauung an, indem er die Bildung von Magen- und Gallensaft fördert. Er kann bei Verdauungsbeschwerden also durchaus hilfreich sein.

Die ätherischen Öle sollen in Rosmarin regen zudem die Durchblutung an. Insbesondere konzentriertes Rosmarinöl hat diese Wirkung. Um Reizungen der Haut zu vermeiden, sollte man es jedoch nur verdünnt anwenden.

Rosmarin: Inhaltsstoffe, Vitamine und Nährstoffe

Inhaltsstoffe sind vorwiegend die ätherischen Öle und Duftstoffe wie

  • Kampfer
  • Verbanol
  • Eugenol
  • Limonen
  • Cineol
  • Borneol
  • Terpinol
  • Thymol

Aber auch Harze, Gerbstoffe, Flavonoide, Bitterstoffe, Pflanzensäuren und Saponin sind im Rosmarin enthalten.

Neben den enthaltenen ätherischen Ölen und Pflanzenstoffen kann Rosmarin auch mit weiteren gesunden Inhaltstoffen punkten. 100 Gramm Rosmarin enthalten:

100 Gramm Rosmarin hat 99 Kilokalorien (kcal), also 415 Kilojoule.

Rosmarintee und -öl

Rosmarintee kann in der Apotheke, im Einzelhandel oder online erwerben. Hat man Rosmarin im Garten oder auf dem Balkon, kann man ihn aber auch frisch als Tee zubereiten.

Die Blätter sammelt man am besten kurz vor der Blüte. Sie müssen schonend getrocknet werden, damit die wertvollen ätherischen Öle erhalten bleiben. Als Teezubereitung werden ein gehäufter Teelöffel Rosmarinblätter mit ¼ Liter heißem Wasser übergossen und 15 Minuten lang ziehen gelassen. Bei allgemeinen Erschöpfungszuständen sollte man morgens und mittags je eine Tasse Rosmarintee trinken.

Rosmarinöl wird durch Wasserdampfdestillation gewonnen und ist in Apotheken erhältlich. Dieses Öl sollte allerdings nur äußerlich und verdünnt verwendet werden, da es sonst Reizungen verursachen kann. Rosmarin-Bäder sollten nicht abends erfolgen, da Rosmarin belebend wirkt und den Schlaf stören kann.

Rosmarinöl wird in Form von Badezusätzen und Salben eingesetzt, um Muskelschmerzen und rheumatische Beschwerden zu lindern.

Rosmarin in der Schwangerschaft

Aufgrund seiner durchblutungsfördernden Wirkung sollten Schwangere vorsichtshalber auf die Anwendung von Rosmarinöl sowie auf den Genuss von Rosmarintee verzichten. Rosmarin kann jedoch auch in der Schwangerschaft als Gewürz beim Kochen verwendet werden.
In normalen Mengen aufgenommen, sind die Effekte des Rosmarins zu gering, um eine wehenfördernde Wirkung zu entfalten.

Rosmarin als Küchenkraut

In der Küche können die frischen Triebspitzen des Rosmarins ganzjährig genutzt werden, denn es ist ein wichtiges Gewürz der mediterranen Küche, welches allerdings nur sparsam verwendet werden sollte. Rosmarin passt sehr gut zu Kartoffeln, Fleisch, Käse, Salat und Gemüse. Auch gebratener Fisch, Eierkuchen und Pizza können mit Rosmarin gewürzt werden.

Rosmarin trocknen oder einfrieren

Um Rosmarin haltbar zu machen, kann man das Kraut sowohl einfrieren als auch trocknen. Je nach Vorliebe können Sie die ganzen Zweige oder bereits gehackte Blätter in Gefrierbeuteln einfrieren. Der Rosmarin sollte davor lediglich gewaschen und abgetrocknet werden. Im Gefrierschrank hält sich Rosmarin circa ein Jahr frisch, verliert aber über längere Zeit etwas an Geschmack.

Möchte man Rosmarin trocknen, erntet man am besten ganze Zweige. Diese sollten gesäubert und anschließend abgetrocknet werden. Danach hängt man die ganzen Zweige in kleinen Sträußen auf eine Leine oder legt sie einzeln auf eine ausreichend große Fläche aus. Geeignet ist für die Trocknung beispielsweise ein Vorratsraum oder ein anderes Zimmer mit geringer Luftfeuchtigkeit. Aus diesem Grund bietet sich die Küche weniger an.

Lassen sich die Nadeln nicht mehr biegen, sind sie ausreichend getrocknet und können beispielsweise in einer Dose oder einem Glas mit Schraubverschluss gelagert werden.

Rosmarin anbauen und ernten

Rosmarin bevorzugt im Garten warme, sonnige Standorte und ist zur Blütezeit eine wunderschöne Bienenweide. Leider sind nur wenige Rosmarin-Sorten winterhart, weshalb man diesen Halbstrauch meistens in Kübeln halten muss, damit man ihn unter kühlen und hellen Bedingungen im Haus überwintern kann. Ist dies nicht möglich, sollte er bei niedrigen Temperaturen abgedeckt werden.

Rosmarin kann man von März bis Oktober im Garten ernten. Die Blütezeit ist in der Regel von März bis Mai.

Aktualisiert: 28.05.2021 - Autor: Anke Dorl; überarbeitet: Jasmin Rauch

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