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Das große Blutbild richtig lesen

Blutprobe für Blutbild © istockphoto, Dizzy

Für ein großes Blutbild wird neben einem kleinen Blutbild auch noch ein Differentialblutbild erstellt. Hier werden die drei Untergruppen der Leukozyten – die Granulozyten, die Monozyten und die Lymphozyten  – genauer untersucht. Die folgende Übersicht bietet Ihnen einen Überblick über die Normwerte bei einer großen Blutuntersuchung

Überblick über die Normwerte eines großen Blutbildes

  Männer Frauen
Stabkernige Granulozyten 150-400/µl 150-400/µl
Segmentkernige Granulozyten 3000-5800/µl 3000-5800/µl
Eosinophile Granulozyten 50 - 250/µl 50 - 250/µl
Basophile Granulozyten 15 - 50/µl 15 - 50/µl
Lymphozyten 1500 - 3000/µl 1500 - 3000/µl
Monozyten 285 - 500/µl 285 - 500/µl

Lymphozyten und Monozyten

Ein erhöhter Lymphozyten-Wert kann verschiedene Ursachen haben. Unter anderem kommen bestimmte bakterielle oder virale Infektionen, Krebsarten wie Leukämie, die Autoimmunerkrankung Sarkoidose und eine Schilddrüsenüberfunktion in Frage. Für einen niedrigen Wert können die Einnahme bestimmter Medikamente, Krebsarten wie Morbus Hodgkin, eine Harnvergiftung, das Cushing-Syndrom und die Autoimmunerkrankung Lupus erythematodes verantwortlich sein. 

Sind die Monozyten erhöht, deutet dies auf eine Infektion mit Bakterien, Viren oder Parasiten hin. Zudem kann der Wert aber auch durch bestimmte Krebsarten, eine Herzinnenhautentzündung oder Autoimmunkrankheiten wie Morbus Crohn, Colitis ulcerose oder Sarkoidose ansteigen. Ein niedriger Monozyten-Wert tritt in der Regel nur bei einer Verminderung des Gesamt-Leukozyten-Wertes auf. 

Granulozyten

Je nachdem, welcher Granulozytenwert erhöht oder zu niedrig ist, kann dies auf unterschiedliche Erkrankungen hindeuten. Im Folgenden finden Sie eine Übersicht über mögliche Ursachen.

Neutrophile Granulozyten

Stabkernige und segmentkernige Granulozyten werden gemeinsam als neutrophile Granulozyten bezeichnet. 

  • Wert zu hoch: Stress, Infektionen mit Bakterien, Pilzen oder Protozoen, akute Erkrankungen des Herzens, Verbrennungen, Vergiftungen, Blutungen, Medikamente wie Glukokortikoide, Einnahme von hormonellen Verhütungsmitteln, Epinephrin oder Lithium
  • Wert zu niedrig: Bestimmte Infektionen wie Masern, Mumps, Typhus, Windpocken, Röteln oder Malaria, bösartige Tumore, Leberzirrhose, Schädigung des Knochenmarks, Lupus erythematodes, angeborener Mangel

Eosinophile Granulozyten

  • Wert zu hoch: Infektionen mit Würmern, bestimmte Krebsarten, Hautkrankheiten wie Psoriasis, allergische Erkrankungen, Autoimmunerkrankungen, Einnahme von Medikamenten wie Acetylsalicylsäure oder Penicillin
  • Wert zu niedrig: Akute Infektionen wie Blutvergiftung, Entzündung des Bauchfells, Lungenentzündung oder Typhus, Stress, Therapie mit Kortikoiden, Cushing-Syndrom

Basophile Granulozyten

  • Wert zu hoch: Chronisch-myeloische Leukämie, Polycythaemia vera
  • Wert zu niedrig: Tritt nur auf, wenn der Gesamt-Leukozyten-Wert erniedrigt ist.

Aktualisiert: 17.11.2017 – Autor: Kathrin Mehner

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