Gesundheits-Check-up: Das sollten Sie wissen!

Gesundheitscheck mit Stethoskop und Blutdruckmessgerät © Bruno Glätsch

Wir können einiges dafür tun, lange gesund und fit zu bleiben. Im Alltag ist das oft nicht einfach: Stress zehrt an den Nerven, Zeitmangel durchkreuzt die Pläne für gesunde Ernährung, der volle Schreibtisch hindert uns an ausreichender Bewegung. Doch auch bei einer gesunden Lebensweise kann es zu Erkrankungen kommen. Ein Grund mehr, sich regelmäßig einem Gesundheitscheck zu unterziehen. Zumal die Krankenkassen die Kosten für einen Check-up alle zwei Jahre für Menschen ab 35 Jahren übernimmt.

Was ist das Ziel des Gesundheits-Check-ups?

Wesentliches Ziel der Untersuchungen des Gesundheits-Check-ups ist es, Erkrankungen frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Beim Check-up wird man speziell auf Herz-Kreislauf- und Nierenerkrankungen sowie Diabetes mellitus geprüft. Doch auch andere Erkrankungen, die sich noch nicht bemerkbar gemacht haben, lassen sich durch die Untersuchungen im Rahmen des Check-ups feststellen.

Was zahlt die Kasse?

Ab dem 35. Lebensjahr zahlen die Krankenkassen im Rahmen der gesetzlichen Früherkennungs- und Vorsorgeuntersuchungen für Männer und Frauen alle zwei Jahre einen sogenannten Gesundheits-Check-up. Diesen Check-up 35 können Sie beim Hausarzt durchführen lassen. Es werden jedoch nur Basiswerte erhoben – wer mehr wissen möchte, muss doch wieder ins eigene Portemonnaie greifen.

Leistungen des Basis-Gesundheits-Check-ups

Wie bei jeder ärztlichen Untersuchung gehören auch hier ein Gespräch mit Erhebung von Vorerkrankungen, Risikofaktoren und familienbedingten Vorgeschichten sowie eine Ganzkörperuntersuchung zum Programm. Diese beinhaltet folgende Untersuchungen:

  • das Abhören von Herz und Lunge
  • die Messung von Blutdruck und Puls
  • die Ermittlung des Körpergewichts und des Body-Mass-Indexes (BMI)

Durch diese Untersuchungen kann der Arzt beispielsweise eine COPD (chronisch-obstruktive Lungenerkrankung) oder einen Bluthochdruck (Hypertonie) feststellen beziehungsweise ausschließen.

Neben solchen körperlichen Untersuchungen sind auch Laborwerte von Belang. Dazu wird Blut abgenommen und – ebenso wie der Urin – im Labor untersucht. Anhand der ermittelten Werte kann der Arzt mögliche Stoffwechselerkrankungen wie zum Beispiel Diabetes mellitus oder Nierenerkrankungen identifizieren.

Erhöhte Blutfettwerte wie beispielsweise der Cholesterinspiegel können auf eine falsche Ernährung oder erblich bedingte Fettstoffwechselstörungen hindeuten. Diese stellen ein erhöhtes Gesundheitsrisiko mit möglichen Folgen wie einem Herzinfarkt oder Schlaganfall dar und sollten daher frühestmöglich erkannt und behandelt werden.

Immer sollte sich ein ärztliches Abschlussgespräch anschließen, bei dem die Befunde und Konsequenzen besprochen werden. Im besten Fall wird der Arzt den Betroffenen beraten und ihm mit konkreten Tipps dabei zu helfen, sich gesünder zu ernähren, mehr zu bewegen und entspannter zu arbeiten.

Zusatzleistungen des Gesundheits-Check-ups

Der reguläre Gesundheits-Check-up ist je nach Wunsch und Bedarf durch eine Vielzahl an Zusatzleistungen erweiterbar. Die meisten zusätzlichen Untersuchungen können flexibel, individuell und ohne vorherige Absprache durchgeführt werden.

Diese weiteren Untersuchungen müssen jedoch – wenn sie nicht durch eine Verdachtsdiagnose begründet sind – aus der eigenen Tasche bezahlt werden, da für sie keine Leistungspflicht der gesetzlichen Krankenkassen besteht. Daher werden diese Zusatzleistungen auch als IGeL (individuelle Gesundheitsleistungen) bezeichnet. Nichtsdestotrotz können Zusatzleistungen im Einzelfall durchaus sinnvoll sein.

Zur Beurteilung der Herz-Kreislauf-Situation kann zusätzlich zu den bezahlten Leistungen ein Ruhe- oder Belastungs-EKG durchgeführt werden.

Zudem können ein großes Blutbild und die Ermittlung weiterer Blutwerte dazu beitragen, Erkrankungen zu erkennen. Dazu gehören zum Beispiel:

  • Schilddrüsenwert (TSH)
  • Nierenwert (Kreatinin)
  • Leberwerte (GOT, GPT, GGT)
  • Harnsäure (Blutwert zur Erkennung von Gicht)

Bei Menschen (meist) ab dem 50. Lebensjahr wird unter Umständen auch eine Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiographie) empfohlen, ergänzt durch einen Ultraschall (Duplex) der Hirngefäße. Diese Untersuchungen werden jedoch meist nur bei Beschwerden oder bei Verdacht auf eine Herzerkrankung durchgeführt.

Die Funktion der Lunge kann mittels einer Spirometrie geprüft werden, um mögliche Atemwegsstörungen zu erkennen. Die Bauchorgane können mit Ultraschall durchgecheckt werden.

Oft wird beim Check-up auch eine Prüfung von Augen und Ohren befürwortet: Beim Hörtest (Audiometrie) können erste Hinweise auf eine Altersschwerhörigkeit entdeckt werden. Bei der Spiegelung des Augenhintergrundes lassen sich Gefäßveränderungen entdecken, die zum Beispiel auf einen Bluthochdruck oder eine Zuckerkrankheit hinweisen, aber auch über den allgemeinen Gefäßstatus Aufschluss geben. Augenärzte empfehlen zudem eine Messung des Augeninnendrucks.

Vorsorgeuntersuchungen zur Früherkennung von Krebs   

Oft wird der Gesundheits-Check-up mit – je nach Alter unterschiedlichen – Krebsvorsorgeuntersuchungen zur Erkennung von Krebs gekoppelt. Die Kosten der im Folgenden aufgeführten Leistungen werden von den Krankenkassen übernommen:

Für Frauen:

  • Ab 20 Jahren einmal jährlich Untersuchung auf Gebärmutterhalskrebs
  • Ab 30 Jahren einmal jährlich Untersuchung auf Brustkrebs mittels Abtastung, ab 50 Jahren alle zwei Jahre Einladung zur Mammographie

Für Männer:

Für Männer und Frauen:

  • Ab 35 Jahren alle zwei Jahre Untersuchung auf Hautkrebs
  • Von 50 bis 54 Jahren einmal jährlich Untersuchung auf Dickdarmkrebs mittels Stuhlprobenuntersuchung, ab 55 Jahren mittels Dickdarmspiegelung (einmalige Wiederholung nach zehn oder mehr Jahren) oder anstelle der Spiegelung alle zwei Jahre Test auf okkultes Blut

Diese Untersuchungen des gesetzlichen Früherkennungsprogramms sind freiwillig.

Aktualisiert: 15.02.2018 – Autor: Dagmar Reiche, überarbeitet: Nadja Weber

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