Wandern: Corona-Flucht mit Aussicht!

Der Frühling steht vor der Tür! Mit den warmen Temperaturen steigt auch die Lust auf Sport im Freien. Doch es muss nicht immer Joggen oder Radfahren sein. Zeit für einen Perspektivwechsel und ab in die Berge: Darum ist Wandern so gesund, das ist beim Wandern in Corona-Zeiten zu beachten und so effektiv ist Wandern für Körper und Geist.

Frau wandert in den Bergen © Getty Images/ Milo Zanecchia/ Ascent Xmedia

In Zeiten von Corona wird Wandern zur Trendsportart. Die deutschen Berge und Hochgebirge bieten Abstand von der Corona-Pandemie. Wandern und Bergsteigen im Überblick.

Wandern: Die gesunde Corona-Auszeit

Wandern bedeutet für viele Gipfelstürmer*innen endlose Weiten und Freiheit. Beim Bergsteigen und Wandern gehen Bergsportler*innen über ihre Grenzen und erfahren Körper und Geist auf einer neuen Ebene. Doch auch Naturliebhaber zieht es in die Berge, auf Gipfel und an Bergseen. Besonders zu Corona-Zeiten erleben viele das Wandern, Bergsteigen und auch Klettern neu. Darum ist Wandern so gesund:

  • Stärkt das Immunsystem: Die Zeit an der frischen Luft unterstützt die körpereigenen Abwehrkräfte und regt das Immunsystem an.
  • Regt den Stoffwechsel an: Regelmäßiges Wandern hat einen positiven Effekt auf den Cholesterinspiegel. Es fördert die Produktion des HDL-Cholesterins und senkt das gesundheitsgefährdende LDL-Cholesterin.
  • Beugt Übergewicht und Adipositas vor: Das effektive Ausdauertraining hilft beim Abnehmen.
  • Reduziert den Insulinbedarf: Wandern unterstützt besonders Menschen mit Diabetes und hilft dabei, den Insulinbedarf zu reduzieren und Folgekrankheiten zu verhindern.
  • Fördert das Herz-Kreislauf-System: Wandern senkt den Blutdruck, erhöht das Herzschlagvolumen und verbessert die Fließeigenschaften des Blutes. Der Bergsport fördert zudem das Atemvolumen und lindert Erkrankungen der Atemorgane.
  • Unterstützt den Bewegungsapparat: Wandern stärkt die Knochen, Knorpel, Sehnen, Bandscheiben und beugt Osteoporose vor. Zudem kann bergauf gehen die Beinmuskulatur trainieren und die Gelenke entlasten.

Wandern hat nur nicht nur auf den Körper einen positiven Effekt. Auch auf die Psyche wirkt sich der Bergsport positiv aus:

  • Wandern macht gute Laune: Beim Wandern wird das Glückshormon Endorphin ausgeschüttet, dieses hebt die Stimmung.
  • Unterstützt bei Depressionen: Wandern kann Symptome von Depressionen lindern und die Rückfallquote reduzieren.
  • Lenkt von Neurosen ab: Wandern wird zur Therapie von Neurosen in Krankenhäusern eingesetzt und kann die Linderung dieser Beschwerden begünstigen.
  • Lindert psychosomatische Erkrankungen: Die aktive Zeit in der Natur und am Berg reduziert psychovegetative Störungen und Tinnitus.
  • Verbessert die geistige Leistungsfähigkeit: Bergsport verbessert die Hirndurchblutung und verlangsamt den Verlauf von Demenz.

Gesundes Wandern: So funktioniert‘s

Wandern kann sich besonders im Alter oder bei Übergewicht auf Sprunggelenke, Hüfte und Kniegelenke auswirken. So reduzieren Sie die negativen gesundheitlichen Folgen:

  • Kleine, kurze Schritte und eine höhere Schrittfrequenz können die Gelenkskräfte reduzieren und Problemen vorbeugen.
  • Treppen und größere Steine reduzieren die Belastung im Kniegelenk, können aber den Impact auf das Sprunggelenk erhöhen. Tipp: Informieren Sie sich vor der Wandertour über mögliche Routen und Varianten der Wanderwege, sowie deren Schwierigkeitsgrad.
  • Wanderstöcke können den negativen Effekt auf das Kniegelenk reduzieren und für eine Entlastung der Gelenke sorgen.

Wandern in Corona-Zeiten: Darauf sollten Sie achten

Der Deutsche Alpenverein (DAV) führt die wichtigsten Tipps und Empfehlungen zum Wandern in Corona-Zeiten auf:

  1. Eigene Fähigkeiten und Gesundheit richtig einschätzen: Zum Schutz für andere und sich selbst sollten Sie nur gesund und fit Wandern gehen.
  2. Auch beim Wandern zählen die erlaubte Gruppengröße und Abstand zu anderen Personen: Halten Sie die zugelassene Personenanzahl der zuständigen Behörden ein, legen Sie Wert auf die AHA-Regeln und halten Sie sich nicht zu lange am Gipfel oder Rastplatz auf.
  3. Vorsicht in Grenzregionen: Auch am Berg zählen die Grenzbestimmungen hinsichtlich Quarantänevorschriften und Reisewarnungen, dies hat zudem Auswirkungen auf den Versicherungsschutz.
  4. Mund-Nasen-Schutz (FFP2-Masken) und Desinfektionsmittel einpacken
  5. Anfahrt und Anreise: Fahrgemeinschaften sollten nur in der zugelassenen Personenzahl und Zusammensetzung durchgeführt werden. Bei Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln sind FFP2-Masken zu tragen.
  6. Im Notfall Hilfe leisten: Auch zu Corona-Zeiten hat die Erste Hilfe höchste Priorität: Als Ersthelfer sollten Sie dennoch einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Wie Restaurants dürfen auch Hütten und Versorgungsstationen am Berg nicht geöffnet sein. Manche Almbetriebe bieten Getränke und Brotzeit „to go“ an.

Checkliste: Das sollte beim Wandern in den Rucksack

Auch zu Corona-Zeiten spielt die richtige Ausrüstung beim Wandern eine wichtige Rolle. Neben Desinfektionsmittel und FFP2-Maske sollten diese Dinge nicht fehlen:

  • Das richtige Schuhwerk: leichte Wanderschuhe, Wanderstiefel oder Bergstiefel
  • Wander- oder Trekkinghosen
  • Funktionsshirt, Fleecejacke und Regenjacke
  • Wasserdichte Regenhose
  • Mütze, Handschuhe, Halstuch und Stirnband
  • Sonnenbrille und Sonnenschutz
  • Rucksack gefüllt mit Getränken, Müsliriegel, Brotzeit und so weiter
  • Trekkingstöcke
  • Erste-Hilfe-Set
  • Wanderkarte
  • Stirnlampe

Wanderausrüstung können Sie sowohl online oder via Click & Collect vor Ort kaufen. Das zuständige Fachpersonal kann weitere Tipps liefern.

Achtung: Achten Sie nach langer Wander-Pause auf die Beschaffenheit der Wanderschuhe. Oft kann sich während des Wanderns die Sohle lösen. Vor dem Wandern sollten die Schuhe auf Spaziergängen getestet werden. Im Notfall sollten Sie besser neue Wanderschuhe kaufen.

Je nach Interesse und Lage finden sich auch in Ihrem Umfeld kleine und große Wandergebiete. Im Internet sind zahlreiche Wandertouren und Routen für kurze Wanderungen oder Weitwanderungen verfügbar. Tipp: Starten Sie mit kleinen, einfachen Wanderungen im Frühling und steigern Sie die Tourenintensität im Laufe der Wandersaison.

Aktualisiert: 22.03.2021 - Autor: Alexandra Maul, News-Redakteurin